Glenfiddich

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Glenfiddich
Glenfiddich Distillery.jpg

Glenfiddich-Brennerei in Schottland

Land Schottland
Region Speyside
Geographische Lage 57° 27′ 4,8″ N, 3° 7′ 25,3″ WKoordinaten: 57° 27′ 4,8″ N, 3° 7′ 25,3″ W
Typ Malt
Status aktiv
Eigentümer Familie Grant
Gegründet 1886
Gründer William Grant
Wasserquelle Robbie-Dhu-Quellen
Washstill(s) 10 × 9.100 l
Spiritstill(s) 18 x 4.550 l
Produktionsvolumen 10.000.000 l
Website www.glenfiddich.com

Glenfiddich (von schottisch-gälisch Gleann Fhiodhaich, „Hirschtal“; zur Aussprache des Namens siehe unten) ist eine Whiskybrennerei bei Dufftown im ehemaligen County Banffshire in Schottland. Glenfiddich ist einer der größten Single-Malt-Produzenten Schottlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brennerei Glenfiddich im gleichnamigen Tal in Speyside in den schottischen Highlands wurde 1886 von William Grant und seiner Familie errichtet, die Brennblasen stammten aus der alten Cardhu-Brennerei. Weihnachten 1887 begann die erste Produktion von Whisky. Seitdem produziert die Destillerie am gleichen Ort mit demselben Herstellungsverfahren mit einer der kleinsten Brennblasen schottischer Brennereien. Das Unternehmen ist – als letzte schottische Whisky-Brennerei – noch im Besitz der Gründerfamilie Grant.

Im Jahr 1963 konnte aus dem Brand kein Blend mehr hergestellt werden, da die Brennerei keine Lieferung an Grain-Whisky mehr bekam. So entschied sich die Familie, Whisky aus reinem Gerstenmalz abzufüllen und zu verkaufen und erst ab diesem Zeitpunkt begann die moderne Vermarktung des Single-Malt-Whiskys.

Glenfiddich ist einer der erfolgreichsten Whiskyhersteller, dessen Whisky fast auf der ganzen Welt erhältlich und dessen dreieckige Flaschenform typisch für die Brennerei ist. Der Geschmack ist sehr mild und daher einer breiten Kundschaft zugewandt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser der Brennerei stammt aus der Robbie-Dubh-Quelle. Die Familie Grant hatte nach ersten finanziellen Erfolgen das gesamte erweiterte Umland, durch das die Quelle fließt, erworben, um zu verhindern, dass sich Fabriken ansiedeln, die das Quellwasser verunreinigen könnten. Die Brennerei verfügt über zwei Maischebottiche (mashtuns) aus Edelstahl und 24 Gärtanks (washbacks) aus Douglasienholz mit zusammen 1.440.000 l. Destilliert wird im zweistufigen Verfahren mit 10 Brennblasen (stills) in der ersten Stufe (washstills) je 9.100 l und 18 Brennblasen in der zweiten Stufe (spiritstills) je 4.550 l, die fast gleichmäßig auf zwei Räume (stillrooms) verteilt sind. Bis vor ein paar Jahren wurde eine Hälfte mit Gas, die andere mit Kohle direkt beheizt, inzwischen ist komplett auf Gas umgestellt worden.

Der Whisky wird in 45 Lagerhäusern in unmittelbarer Nähe der Brennerei gelagert. Die Fässer für die Lagerung stellt die Firma in einer eigenen Böttcherei bzw. Kupferschmiede aus gebrauchten Fassdauben selbst her. Als eine der ganz wenigen schottischen Malt-Whisky-Brennereien füllt Glenfiddich seine Produkte selbst in Flaschen ab.

Glenfiddich ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Single-Malts. Neben seiner Qualität dürfte dieser Erfolg auf das frühe Vertreiben als Single Malt Whisky (1963) und das Eröffnen eines Besucherzentrums schon 1969 beigetragen haben. Die Brennerei kann im Rahmen einer Führung (auch deutschsprachig) besichtigt werden (Eintritt 2015: 10£).

Auf dem Gelände der Brennerei befindet sich die zum Konzern gehörige Balvenie-Distillerie.

Flasche und Dose des meistverkauften Single Malt – Glenfiddich 12 Jahre mit Nosing-Glas

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glenfiddich 12 Jahre
  • Glenfiddich Rich Oak 14 Jahre
  • Glenfiddich Solera Reserve 15 Jahre
  • Glenfiddich 18 Jahre
  • Glenfiddich Rum Finish 21 Jahre
  • Glenfiddich 30 Jahre
  • Glenfiddich Age of Discovery 19 Jahre (Madeira, Bourbon und Redwine)
  • Glenfiddich Malt Master Edition (Kreation des jeweiligen Mälzmeisters)
  • Monkey Shoulder (Blended Malt aus Glenfiddich, Balvenie und Kininvie)

Mit Ausnahme des Glenfiddich 30 yo (43 %) werden alle Whiskys mit einem Alkoholanteil von 40 % abgefüllt und mit Lebensmittelfarbe (E 150a) gefärbt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussprache des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Englischsprechern allgemein ist [ɡlɛnˈfɪdɪk] eine durchaus übliche Aussprache.[1] Von Deutschen wird der Name naheliegenderweise mit dem „ich-Laut“ am Ende ausgesprochen (phonetisch: stimmloser palataler Frikativ), also [ɡlɛnˈfɪdɪç], was insofern gerechtfertigt ist als das Schottische Gälisch ebenso wie das Deutsche eine Unterscheidung zwischen einem „weichen“ ich-Laut und einem „harten“ ach-Laut (velarer / uvularer Frikativ) hat,[2] und in der gälischen Form des Ortsnamens ersterer enthalten ist (bzw. wäre). Im schottischen Englisch, wie es auch in der Präsentation von Glenfiddich auf ihrer Webseite selbst benutzt wird,[3] ist ein Laut zu hören, der von Deutschsprechern tendenziell als hart (velar) empfunden wird, aber phonetisch in der Mitte zwischen deutschem ich und deutschem ach liegt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glenfiddich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.whisky.de/archiv/dist/gfiddich/gfiddich.wav
  2. http://akerbeltz.org/images/0/08/Guide_detailed_with_examples.pdf
  3. Video, verlinkt auf http://www.glenfiddich.com/de/unsere-geschichte/