Glindenberg

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Glindenberg
Koordinaten: 52° 14′ 31″ N, 11° 40′ 59″ O
Höhe: 39 m ü. NN
Fläche: 15,41 km²
Einwohner: 1348 (2011)
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039201
Südliche Ortseinfahrt
Nikolaikirche

Glindenberg ist ein Ortsteil der Stadt Wolmirstedt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mittellandkanal

Glindenberg liegt etwa zwölf Kilometer nördlich von Magdeburg am Mittellandkanal und etwa 1,5 Kilometer westlich der Elbe. Vier Kilometer westlich von Glindenberg befindet sich die Kernstadt von Wolmirstedt. Der Ort ist vom Mittellandkanal im Süden, der Elbe im Osten und der einen Kilometer westlich gelegenen Ohre begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glindenberg wurde um 1200 das erste Mal urkundlich in einem Urkunden-Inventar des Klosters St. Agnes in der Magdeburger Neustadt erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 wurden Teile Glindenbergs und der Kirche zerstört. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) fielen 27 Glindenberger. Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) starben 41 Einwohner Glindenbergs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten viele Flüchtlinge aus dem Osten in Glindenberg. Einige machten nur eine Zwischenstation, andere blieben und fanden im Ort eine neue Heimat. Aber auch gebürtige Glindenberger verließen den Ort und suchten in der Bundesrepublik ihr Glück. Ein Glindenberger, der nach der Abriegelung der innerdeutschen Grenze am 13. August 1961 in den Westen zu gelangen versuchte, war Klaus Kühne. Gemeinsam mit Hans-Peter Mielau (* 24. Januar 1943 in Königsberg) wollte er am 20. März 1962 durch die Aland, einem Nebenfluss der Elbe, der bei Schnakenburg in diese mündet, in die Bundesrepublik tauchen. Beide verloren dabei ihr Leben. Während Mielau Wochen später auf westdeutschem Gebiet angeschwemmt wurde und man ihn in die DDR zu seinen Eltern überführte, wo er auf dem Magdeburger Westfriedhof beerdigt wurde, fehlt von Kühne jede Spur.[1] Er wurde im Jahr 1999 für tot erklärt.[2]

Glindenberg war durch die Elbe wiederkehrend hochwassergefährdet. So wurde der Ort während der Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 zeitweise evakuiert. In beiden Fällen kam es nicht zu einer Überflutung des Ortes, jedoch standen jeweils weite Flächen der umliegenden Gemarkung unter Wasser.

Die ehemals eigenständige Gemeinde Glindenberg wurde am 1. Juli 2009 in die Stadt Wolmirstedt eingemeindet.[3]

In Glindenberg feierte man vom 15. Juni 2012 bis zum 17. Juni 2012 einen runden Geburtstag.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Gemeinderat in Glindenberg setzte sich aus 13 Ratsmitgliedern zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der derzeitige Ortschaftsrat in Glindenberg setzt sich aus 9 Ratsmitgliedern zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin war Gisela Gerling-Koehler seit dem 26. April 1998 im Amt. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2005 erhielt sie bei einer Wahlbeteiligung von 31,9 % 330 Stimmen (89,7 % der Wählerstimmen). Seit dem Sommer 2012 war Alfons Hesse Ortsbürgermeister. Nach seinem Wechsel in den Wolmirstedter Stadtrat folgte ihm 2014 im Amt Gerhild Schmidt.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Glindenberg

Das Wappen wurde am 29. Oktober 1999 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Gold eine blaue Schräglinkswellenleiste, überdeckt durch eine blaue Schrägrechtsleiste, beide belegt mit je zwei silbernen Wellenfäden. Im blauen Schildfuß ein goldener, schwarz konturierter Kahn.“

Die Farben der Gemeinde sind Blau-Gold (Gelb).

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Glindenberg führt eine Blau-Gelb-Blau gestreifte Flagge mit dem aufgelegten Wappen des Ortsteils.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Glindenberg befindet sich die in ihrem Kern aus dem 15. Jahrhundert stammende Sankt-Nikolai-Kirche. Auf dem Ortsfriedhof wurden zwei Polen und ein sowjetischer Bürger (alle namentlich bekannt) beigesetzt, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und hier Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Sehenswert ist das unmittelbar südlich des Ortsteils gelegene Wasserstraßenkreuz Magdeburg, welches auch durch das Wappen symbolisiert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Bundesstraße 189, die Magdeburg mit Stendal verbindet, sind es in westlicher Richtung etwa sechs Kilometer. Die Bundesautobahn 2 (Anschlussstelle Magdeburg-Rothensee) wird nach vier Kilometern erreicht.

Im Ort befindet sich mit dem Glindenberger Hof eine Pension mit 20 Zimmern.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es den Sportverein „Blau-Weiss Elbe Glindenberg“, der die Ausübung mehrerer Sportarten anbietet. Dazu gehört insbesondere der Fußball.[5]

Fußballmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herren (18–35 Jahre)
  • Alte Herren (ab 30 Jahre)
  • A-Junioren (15–18 Jahre)
  • E-Jugend (8–10 Jahre)

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Mannschaftsart Erfolg
1999 C-Junioren Kleinfeld Kreispokalsieger C-Junioren Kreisklasse
2000 B-Junioren Staffelsieger B-Junioren Kreisklasse
2002 Herren Aufstieg in die 1. Kreisklasse (durch Staffelneueinteilung Abstufung in die 2. Kreisklasse)
2003 C-Junioren Kleinfeld Kreispokal- und Staffelsieger der Kreisklasse C-Junioren
2011 Herren Aufstieg in die 1. Kreisklasse

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte von Klaus K., der in die Freiheit tauchen wollte. In: bz-berlin.de. 12. August 2010, abgerufen am 16. August 2017.
  2. Kühne, Klaus – Forschungsverbund SED-Staat. In: fu-berlin.de. Abgerufen am 16. August 2017.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  4. Gudrun Billowie: Zwei neue Ortsbürgermeister. In: volksstimme.de. 11. Juli 2014, abgerufen am 16. August 2017.
  5. SV Blau-Weiss Elbe Glindenberg – Der Verein. In: sportverein-bwe-glindenberg.de. Abgerufen am 16. August 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]