Global Challenges Index

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Der Global Challenges Index (GCX) ist ein Aktienindex, der von der Börse Hannover in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom research AG entwickelt und am 3. September 2007 lanciert wurde. Im Prozess zur Auswahl der 50 Aktientitel für den Index werden Unternehmen wesentlich anhand ökologischer und sozialer Kriterien und Kriterien verantwortungsvoller Unternehmensführung (ESG-Kriterien des ethischen Investment) bewertet.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der GCX (ISIN des Preisindex: DE000A0MEN33, ISIN des Performanceindex: DE000A0MEN25) umfasst 50 Unternehmen, die – so das Ziel der Entwickler des Index – substanzielle und richtungweisende Beiträge zur Bewältigung von sieben großen globalen Herausforderungen leisten, denen sich Politik und Gesellschaft stellen müssen.[1] Als diese Herausforderungen sehen sie:

  • Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels
  • Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Trinkwasser
  • nachhaltiger Umgang mit Wäldern
  • Erhalt der Artenvielfalt
  • Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung
  • Bekämpfung der Armut
  • Unterstützung verantwortungsvoller Führungs- (Governance-) Strukturen

Regional sind im Fokus des GCX Unternehmen aus Europa, Japan, Kanada und den USA. Kleine und mittlere Unternehmen machen maximal 10 % der Marktkapitalisierung des Index aus, auch jeder Einzwelwert darf höchstens 10 % Anteil an der Marktkapitalisierung haben.

Halbjährlich, im März und September, erfolgt eine Prüfung und Umschichtung der Index-Zusammensetzung auch anhand der Nachhaltigkeitskriterien des Index.

Auswahlprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zweistufiger Auswahlprozess durch die oekom Research soll sicherstellen, dass nur Unternehmen in den Index aufgenommen werden, die das Thema Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsprozesse integriert haben und gleichzeitig die globalen Herausforderungen aktiv angehen. Im ersten Schritt sollen Unternehmen identifiziert werden, die in besonderem Maße ökologische und soziale Kriterien in ihren Geschäftsprozessen berücksichtigen. Nur Unternehmen, die den Anforderungen des Ratings genügen, kommen in die engere Auswahl für den Index (absoluter Best-in-Class-Ansatz). Prinzipiell ausgeschlossen bleiben Unternehmen, die gegen definierte Ausschlusskriterien verstoßen:

Geschäftsfelder

  • Atomenergie
  • Biozide
  • chlororganische Massenprodukte
  • grüne Gentechnik
  • Rüstung

Geschäftspraktiken

  • Umweltverstöße
  • Verstöße gegen fundamentale Menschenrechts- und Arbeitsnormen
  • Verstöße in den Bereichen Korruption und Bilanzfälschung

Im zweiten Schritt werden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die im Rahmen ihres Kerngeschäfts einen aktiven und substanziellen Beitrag zum Umgang mit den globalen Herausforderungen leisten und eine Mindestkapitalisierung von 100 Millionen Euro haben.

Ein unabhängiger Beirat hat die beiden Initiatoren bei der Konzeption und Weiterentwicklung des Index beraten und begleitet den Index aktiv. Ihm gehören unter anderem Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, der evangelischen und katholischen Kirche sowie des WWF an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Global Challenges Index – konsequent nachhaltig investieren. BÖAG Börsen AG und oekom research AG, November 2016, abgerufen am 27. Juli 2018.