Global Location Number

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Die Global Location Number (GLN) ermöglicht die eindeutige und überschneidungsfreie Identifikation von jeder Art von Lokation in den Geschäftsprozessen. Identifikationen dieser Art sind die Voraussetzung effizienter Kommunikation zwischen den Handelspartnern. Die GLN dient als Datenbankenschlüssel, die auf lokationsspezifische Informationen, die wiederholt benötigt werden, verweisen. Eine der Funktionen ist es, Eingabefehler zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.

Jedes Unternehmen oder jede Organisation, die bei einer GS1 Mitgliedsorganisation eine GS1 Basisnummer lizenziert hat, kann GLNs zu Identifikation seiner Lokationen entsprechend der Vereinbarung mit der GS1 Mitgliedsorganisation vergeben.

Die GLN besteht aus 13 Ziffern. Der Schlüssel setzt sich aus der GS1 Basisnummer, dem Lokationsbezug und der Prüfziffer zusammen.

   GS1 Basisnummer

    ───────────────›

Lokationsbezug

‹─────────────── 

Prüf-ziffer
N1    N2    N3    N4    N5    N6    N7    N8    N9    N10    N11    N12 N13

 Die Global Location Number (GLN) sorgt für eine eindeutige und einzigartige Identifikation von:

1. Physischen Lokationen – Ein Standort (ein Bereich, ein Gebäude oder eine Gruppe von Gebäuden) oder ein Bereich in diesem Standort, wo etwas war, ist oder sein wird.

Die Identifikation von physischen Lokationen in der Wertschöpfungskette ist essentiell für die Transparenz. Eine GLN, die einer physischen Lokation zugewiesen ist, hat immer eine gleichbleibende und identifizierbare geographische Adresse, unabhängig von den Rollen, die dieser Standort in den Geschäftsprozessen spielt.

2. Digitalen Lokationen – Eine digitale Lokation stellt eine elektronische (nicht-physische) Adresse dar, die zur Kommunikation zwischen Computern verwendet wird. 

Genau wie der Austausch von physischen Waren ein Geschäftsvorgang zwischen Unternehmen ist, ist der Austausch von Daten ein Geschäftsvorgang zwischen Systemen, beispielsweise die Übermittlung einer Rechnung via EDI oder Email an ein Abrechnungssystem.

3. Juristischen Entitäten – Jedes Unternehmen, jede öffentliche Behörde, Abteilung, gemeinnützige Organisation, Einpersonenunternehmen, Gewerbe oder Institution, die gesetzlich anerkannt ist und auch die Befugnis hat, Verträge abzuschliessen und Vereinbarungen zu unterzeichnen.

4. Funktionen – Eine organisatorische Unterabteilung oder Abteilung, die bestimmte Aufgaben, entsprechend der Zuweisung der Organisation zu erledigen hat.

Sie wird von den GS1-Organisationen vergeben. Für Deutschland ist dies GS1 Germany, für Österreich GS1 Austria, für die Schweiz GS1 Switzerland.

Die GLN kann eingesetzt werden, um eine physische Lokation, dargestellt in einem Datenträger an der entsprechenden Lokation, zu identifizieren. Physische Lokationen können zum Beispiel ein Raum, ein Tor zu einem Warenlager, ein Röntgenraum in einem Krankenhaus, oder auch ein Kontrollpunkt, sein.

Die Lokationsnummer kann sich auf die Anschrift beziehen, an die eine bestimmte Transporteinheit, die mit einem SSCC (Serial Shipping Container Code) gekennzeichnet ist, zu liefern ist. Eine Transporteinheit kann mit der GLN ihres Bestimmungsorts im Strichcode gekennzeichnet werden. Wird dieses Datenelement gescannt, können die übertragenen Daten dazu verwendet werden, die entsprechende Anschrift abzurufen und/oder die Gegenstände nach dem Bestimmungsort zu sortieren.

GLN im Unternehmensregister (Österreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Global Location Number (GLN), die in der Wirtschaft etabliert ist, wird seit 2012 in der Verwaltung verwendet und wurde im Unternehmensregister (UR) als eindeutige Identifikation für die Daten der zuliefernden Quellregister (Ergänzungsregister, Firmenbuch, Vereinsregister, GISA, etc.) eingeführt. Die Statistik Austria weist diese Identifikation als einzig vergebende Stelle im Unternehmensregister zu. Das UR ist das zentrale Register im Unternehmensserviceportal.

Sie können diese GLN momentan auf folgenden Plattformen abfragen:

  • Firmen A bis Z der Wirtschaftskammer Österreich
  • Unternehmensserviceportal

In Zukunft können sie die Daten auch auf Gepir abfragen.

Diese GLN kann von jedem Unternehmen kostenlos verwendet werden, sei es im elektronischen Datenverkehr, als eindeutige Referenz zu den Stammdaten eines Unternehmens oder auch zur Identifikation in der elektronischen Rechnung.

Mit dieser GLN kann aber keine weitere Identifikationsnummer (GTIN, SSCC, GRAI, …) aus dem GS1 System gebildet werden, dazu benötigen sie einen Vertrag mit GS1 Austria. Die GLN der öffentlichen Verwaltung dient rein zur Identifikation der juristischen Entität und kann im elektronischen Datenverkehr, für eine durchgängige elektronische Verfahrensab­wicklung durch die Digitalisierung von Formularen genutzt werden. Damit können keine Hierarchien (z. B. Filialen, Standorte) gekennzeichnet werden.

Die Nutzung der GLN passt in die Vorgehensweise der Regierung zur Umsetzung der Digitalen Roadmap und den Verbesserungen im elektronischen Behördenverkehr. Jedes Unternehmen soll das Recht auf eine elektronische Identität im Datenverkehr und der digitalen Welt besitzen. Daten von Unternehmen, die bereits bei einer Behörde bekannt sind, können so einfach zwischen den Behörden ausgetauscht werden. Damit sollen Unternehmen bürokratisch entlastet werden.

GLN im Abfallrecht (Österreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zuständigen österreichischen Behörden in der Abfallwirtschaft nutzen die GLN zur Identifikation aller beteiligten Unternehmen und deren Standorte und Anlagen. Dazu wurde auf der Grundlage des Abfallwirtschaftsgesetzes 2002 (AWG 2002) ein Register („EDM-Register“)[1] eingerichtet. Das Elektronische Datenmanagement EDM ist ein Verbundsystem von Internetanwendungen und Datenbanken zur Unterstützung komplexer Abläufe bei umweltschutzbezogenen Dokumentations-, Melde- und Berichtspflichten.

Den Unternehmen bietet das EDM eine rechtssichere Basis zur Erfüllung ihrer umfangreichen Verpflichtungen. Behörden aller Verwaltungsebenen ermöglicht die nachvollziehbare und transparente Darstellung der Ergebnisse den effizienten Vollzug einzelner Rechtsvorschriften und übergreifende Auswertungen schaffen die Grundlagen für Lenkungsmaßnahmen in Politik und Verwaltung.

Das EDM konnte in den vergangenen Jahren 14 internetbasierte E-Gov-Anwendungen in Betrieb nehmen, deren inhaltliches Spektrum von „A“ wie Altfahrzeuge bis „Z“ wie Zentrale Strahlenschutzregister reicht. Bei aller Unterschiedlichkeit dieser Regelungen bietet das EDM mit seiner zentralen Stammdatenverwaltung die gemeinsame Basis für alle Anwendungen.

Erst die zentrale Verwaltung von (Rechts)Personen, Standorten und Anlagen ermöglicht die Nutzung vielfältiger Synergien und bietet Unternehmen, Verwaltung und auch der Öffentlichkeit eine transparente Informationsquelle zu Art und Ausmaß umweltbezogener Tätigkeiten.

Fallen in einem Unternehmen Abfälle (angegeben im Abfallverzeichnis) an, so muss sich dieses Unternehmen im EDM-Register als „Abfallersterzeuger von gefährlichen Abfällen“ registrieren. Auch Abfallsammler und -behandler müssen sich im EDM-Register (als „Abfallsammler/-behandler“) registrieren. Registrierten juristischen Personen wird eine Identifikationsnummer (früher: Abfallbesitzernummer) zugeteilt. Diese 13-stellige Identifikationsnummer entspricht einer GLN. Diese GLN wird im EDM-Register als Personen-GLN bezeichnet und dient ausschließlich zur Identifizierung der registrierten Person/Organisation im EDM. Im Register erfassten Standorten wird eine so genannte „Standort-GLN“ zugewiesen; Anlagen erhalten eine „Anlagen-GLN“. Die so behördlich zugewiesenen GLN dürfen nur für gesetzlich vorgesehene Zwecke (z. B. Aufzeichnungsführung, Abfallbilanzmeldung, Begleitscheinwesen) verwendet werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D-U-N-S (Data Universal Numbering System)
  • LEI (Legal Entity Identifier)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allgemeine GS1 Spezifikationen
  • Klaus-Wilhelm Bramann, C. Daniel Hoffmann: Wirtschaftsunternehmen Sortiment. Aus- und Weiterbildung, rechtliche Grundlagen, Informations- und Kommunikationssysteme, Marketing im Sortimentsbuchhandel, Einkauf und Verkauf, Daten- und Umweltschutz, Fachverbände. In Anlehnung an die Lernfelder 1, 2, 3, 8 und 10 des Ausbildungsberufes Buchhändlerin, Buchhändler. 2. völlig neu bearbeitete Auflage. Bramann, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-934054-20-X, (Edition Buchhandel 4: Grundwissen Buchhandel – Verlage).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EDM-Register auf edm.gv.at