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Globale Sumud-Flottille

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Logo der Initiative
Global Sumud Flotilla Barcelona 2025

Globale Sumud-Flottille (englisch Global Sumud Flotilla, kurz GSF; arabisch: أسطول الصمود العالمي, DMG: Usṭūl aṣ-Ṣumūd al-ʿĀlamī), auch als Globale Freiheitsflottille[1] (arabisch: أسطول الحرية العالمي, Usṭūl al-Ḥurriyya al-ʿĀlamī) bezeichnet, ist eine internationale, zivilgesellschaftlich getragene maritime Initiative, die Mitte 2025 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative hat das Ziel, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Der Name leitet sich von ṣumūd (arabisch für „Standhaftigkeit“) ab.[2]

Die Initiative entstand 2025 während des Gazakrieges und wurde von mehreren Aktivisten-Netzwerken organisiert. Die Flottille umfasste über 40 Schiffe mit mehreren hundert Teilnehmenden aus 44 Ländern.[2][3] An der Aktion beteiligten sich unter anderem die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, der Enkel von Nelson Mandela Mandla Mandela und die französischen Politikerinnen Rima Hassan und Marie Mesmeur, beide von der Partei La France insoumise (LFI),[4] die deutsch-iranische Comedian Enissa Amani,[5] die US-amerikanische Schauspielerin Susan Sarandon, der schwedische Schauspieler Gustaf Skarsgård, der irische Schauspieler Liam Cunningham[6] sowie Ada Colau, ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona.[7] Nach Angriffen auf die Flottille entsandten Spanien und Italien jeweils ein Marineschiff, um Unterstützung zu leisten.[7] Die Flotte hatte etwa 300 Tonnen lebenswichtiger Güter wie Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente geladen.[8]

Die israelische Regierung hatte den Aktivisten angeboten, die für Gaza bestimmten Hilfsgüter in Empfang zu nehmen und sich um die Übergabe an die palästinensische Bevölkerung zu kümmern. Dieses Angebot war von Thiago Ávila, dem Sprecher der Flotte, abgelehnt worden, da eine Besatzungsmacht keine vertrauenswürdige Hilfsorganisation sei. Er kritisierte die israelische Seeblockade zudem als völkerrechtswidrig.[9]

Am 2. Oktober 2025 berichtete die israelische Marine, 15 Schiffe der Flottille geentert zu haben. Unter den festgesetzten Aktivisten befand sich u. a. Greta Thunberg.[2][4] Ein Schiff soll vor dem Abfangen die 12-Meilen-Zone Gazas erreicht haben, ein letztes befand sich noch bis zum Morgen des 3. Oktobers 2025 in freier Fahrt, bevor es in internationalen Gewässern abgefangen wurde.[10] Insgesamt sollen knapp 500 Personen festgenommen worden sein.[11] 137 Aktivisten wurden am 4. Oktober 2025 in die Türkei abgeschoben.[12]

Im April 2026 wurde eine zweite Global Sumud Flotilla von israelischen Streitkräften in internationalen Gewässern vor Griechenland – mehr als 600 Seemeilen von der Küste des Gazastreifens entfernt – gestoppt. Es wurden 175 Personen festgenommen, viele der über 20 Boote wurden von israelischen Soldaten faktisch handlungsunfähig gemacht (durch Zerstörung von Motoren und Kommunikationsgeräten).[13][14] Während der Großteil der Besatzungsmitglieder nach Griechenland gebracht wurde, wurden die Aktivisten Saif Abu Keschek und Thiago de Ávila nach Israel gebracht und an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Die israelischen Behörden warfen den beiden vor, Verbindungen zur Hamas zu haben. Spaniens Außenminister verurteilte die Ingewahrsamnahme der beiden als illegal und forderte ihre sofortige Freilassung.[15][16] Am 15. Juni 2026 trafen vier australische Frauen die australische Außenministerin Penny Wong und beschuldigten israelische Soldaten sie gefoltert und vergewaltigt zu haben, worauf hin die australische Bundeskriminalpolizei Ermittlungen startete.[17][18]

Deutsche Teilnehmer

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Enissa Amani nahm an der Global Sumud Flotilla teil. Sie verließ die Global Sumud Flotilla noch im September 2025, vor der Enterung der Schiffe durch israelische Soldaten, wegen einer Verletzung und kehrte nach Deutschland zurück.[19] Die Aktivistin Judith Scheytt hingegen wurde in Israel in Gewahrsam genommen.[20]

Freedom Flotilla

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Am 4. Oktober 2025 brachen von Otranto hauptsächlich türkische Aktivisten mit der Freedom Flotilla und elf Schiffen der türkischen Hilfsorganisation IHH Humanitarian Relief Foundation nach Gaza auf. An Bord befanden sich auch drei Mitglieder des türkischen Parlaments, Gesundheitsexperten und Medienvertreter.[21] Die IDF stoppte am 8. Oktober 2025 alle neun Schiffe der Freedom Flotilla etwa 120 Seemeilen vor Gaza in internationalen Gewässern. Soldaten enterten die Schiffe und nahmen die etwa 150 Menschen aus 30 Ländern fest. Das Entern eines der Boote wurde live übertragen.[22]

Commons: Global Sumud Flotilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. The New Arab Staff: Gulf ship to join aid flotilla against Israel’s Gaza blockade. In: The New Arab. (newarab.com [abgerufen am 30. September 2025]).
  2. 1 2 3 Miriam Tepes, Sofia Turati: Protestflotte „Global Sumud Flotilla“: Kurs auf Gaza. In: Qantara.de. 12. September 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  3. Mirco Keilberth: Krieg in Gaza: Die Global Sumud Flotilla gerät wieder ins Visier. In: Die Tageszeitung: taz. 24. September 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 1. Oktober 2025]).
  4. 1 2 Israel stoppt offenbar Flotte auf dem Weg nach Gaza. In: tagesschau.de. 1. Oktober 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
  5. Focus.de: Oliver Pocher verspottet Gaza-Reise von Thunberg und Amani: "Gerne One Way"
  6. Krone.at: Prominente Unterstützung für die Gaza-Flotte
  7. 1 2 Attackierte Gaza-Hilfsflotte bekommt Begleitschutz. In: Der Standard. 25. September 2025, abgerufen am 30. September 2025 (österreichisches Deutsch).
  8. Flottillen nach Gaza: ein Überblick. Abgerufen am 24. Mai 2026.
  9. Israels Armee stoppt Gaza-Hilfsflotte, Artikel von Alexander Schmalz in der Berliner Zeitung vom 1. Oktober 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
  10. Flotilla Tracker - Global Movement to Gaza. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  11. What happens to Gaza flotilla activists who are detained by Israel? In: Reuters. 2. Oktober 2025 (reuters.com [abgerufen am 3. Oktober 2025]).
  12. Israel schiebt Aktivisten von Greta Thunbergs Gaza-Flotte in die Türkei ab. In: welt.de. 4. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  13. 600 Seemeilen vor Israel: Militär fängt Gaza-Flotille in internationalen Gewässern vor Griechenland ab. In: euronews.com. 30. April 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  14. Israels Marine fängt Gaza-Hilfsflotte weit vor der Küste ab. In: zeit.de. 30. April 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  15. Zwei Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte für Befragung in Israel. In: Der Standard. 2. Mai 2026, abgerufen am 7. Mai 2026.
  16. Cyrus Salimi-Asl: Gaza-Flotille: Ermittlungsverfahren wegen Freiheitsberaubung. In: nd. 4. Mai 2026, abgerufen am 7. Mai 2026.
  17. AFP begins inquiry into allegations Israeli forces assaulted flotilla activists. In: ABC News. 15. Juni 2026 (net.au [abgerufen am 17. Juni 2026]).
  18. Presented bySally Sara: AFP wasting time on 'futile accusation,' Israeli Ambassador says. 16. Juni 2026, abgerufen am 17. Juni 2026 (australisches Englisch).
  19. Eklat vor Enissa Amanis Show in Karlsruhe: Streit über Absage eskaliert. In: bnn.de. 10. September 2025 (bnn.de [abgerufen am 7. Oktober 2025]).
  20. Kritik an Grimme: „Uncivilized“-Autoren geben Preis zurück. In: faz.net. 4. September 2025 (faz.net [abgerufen am 7. Oktober 2025]).
  21. Erdogan schickt türkische „Freiheitsflotte“ nach Gaza. In: fr.de. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  22. Redazione di Rainews: Israele sequestra la seconda Flotilla a meno di 140 miglia da Gaza. In: RaiNews. 8. Oktober 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025 (italienisch).