Globaler Süden

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Globaler Süden wird die Ländergruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer genannt. Es handelt sich um eine direkte Übersetzung von Global South, einem Begriff, der Ende der 1980er Jahre vermutlich zuerst von der Weltbank in der entwicklungspolitischen Debatte eingeführt wurde.

Die Länder des Globalen Nordens stehen dagegen für die reichen Industrieländer. Der Begriff Nord/Süd wird somit abgelöst von seiner (relativen) geographischen Bedeutung verwendet und versteht sich als neutraler Begriff als Ersatz für die wertende Bezeichnung Entwicklungs- und Schwellenländer. Der Zusatz Global verdeutlicht einerseits diese nicht-geographische Bedeutung und steht neben Begriffen wie Globaler Wandel, Globale Entwicklung, Globalisierung etc. nicht mehr für eine nationalstaatliche, sondern für eine globale Perspektive.

In der Begriffshistorie kann in der Unterscheidung zwischen Industrie- und Nicht-Industrieländern der Begriffswandel von Erster, Zweiter und Dritter Welt (als Folge der Weltaufteilung nach dem Zweiten Weltkrieg) zur Bezeichnung Industrie- und Entwicklungsländer beobachtet werden. Die diskriminierende Bewertung von Ländern nach den Ordnungszahlen 1 bis 3 ist – nach dem aktuellen Verständnis von globaler Gerechtigkeit – offensichtlich. Im Kontrast zu Industrie steht die Bezeichnung Entwicklung jedoch auch für eine bestimmte Richtung von Entwicklung, nämlich die in Richtung der Industrieländer (vgl. hierzu den Begriff der Nachholenden Entwicklung) und wertet diese an dieser Stelle auf.

Während die Begrifflichkeiten Globaler Norden und Globaler Süden bei Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und einigen geisteswissenschaftlichen Disziplinen, schon fest etabliert sind, sind im Sprachgebrauch staatlicher Instanzen wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Begrifflichkeiten rund um Entwicklung noch tief verankert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Sachs: Nach uns die Zukunft. Der globale Konflikt um Gerechtigkeit und Ökologie. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-86099-234-1.