Glocke (Bayreuth)

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Max-Stirner-Straße in der Glocke

Glocke ist ein Stadtteil im Süden von Bayreuth. Er liegt zwischen dem Kasernenviertel, dem Tal des Aubachs, der Saas und dem Flurstück Lerchenbühl. Auf manchen Plänen wird das Viertel auch als „Glocken“ bezeichnet.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name ist vermutlich auf eine hölzerne Alarmglocke aus dem Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen, die sich an dieser Stelle befand.[1] Der Einödhof Glockengut im Siedlungskern Hölzerne Glocke ist bereits im 18. Jahrhundert nachweisbar und gehörte schon damals zum Stadtgebiet. Die ersten Häuser an der Pottensteiner Straße entstanden in den Jahren 1930–1932, ein weit größerer Teil der Siedlung zwischen 1934 und 1936. Städtebaulich weist die Villensiedlung Ähnlichkeit mit der Gartenstadt auf, Bauträger waren jedoch zwei private ortsansässige Baugeschäfte. Aus den 1950er und 1960er Jahren stammt die Bebauung entlang der Ludwig-Thoma-Straße und westlich davon.

An den nordöstlichen Rand der Siedlung grenzt das Gewerbegebiet Glocke-Süd. Der größere Teil des Gewerbegebiets Glocke liegt nördlich der ehemaligen Bahnstrecke Bayreuth–Hollfeld (heute Radweg), die das Gebiet räumlich trennte. Hier befinden sich neben Lagerhäusern (ehemals mit Bahnanschlüssen) Industrie- und Einzelhandelsgroßbetriebe. Nach dem Abzug einer örtlichen Spedition im Jahr 2016 soll auf deren ehemaliger Fläche unter dem Namen „Glockengut“ eine Wohnanlage entstehen.[2]

Pottaschhütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Stierlein'schen Militärkarte von 1799 noch als „Pottaschenhütte“ eingezeichnet, war die Pottaschhütte (örtliche Betonung auf dem 'a') ein gewerbliches Anwesen. Seit 1743 wurde dort Pottasche (Kaliumcarbonat) durch Auslaugen von Holzasche gewonnen, die unter anderem in der Glas- und Seifenherstellung Verwendung fand. Ab 1833 befand sich an der Stelle eine Gaststätte, die von 1933 an auch als Kindergarten, Schule und Kirche diente. 1977 wurde das Gebäude abgerissen,[1] der Name ist als Straßenname und Bezeichnung für das umliegende Gebiet erhalten geblieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 350
  2. Wohnen für alle Generationen im „Glockengut“ in: Nordbayerischer Kurier vom 11. August 2016, S. 16