Glockengießerwall

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Glockengießerwall, Scholvienhaus und Kontorhaus Alsterblick

Der Glockengießerwall ist eine Straße im Stadtteil Hamburg-Altstadt des Bezirks Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Ihr amtlicher Straßenschlüssel lautet G117.[1] Die Straße ist in ihrem gesamten Verlauf Teil des Rings 1, der den historischen Kern der Stadt umschließt.

Die etwa 550 Meter lange Straße verläuft annähernd parallel zu den westlichen Gleisanlagen des Hamburger Hauptbahnhofs sowie den Gebäuden der Hamburger Kunsthalle. Im Süden stößt sie auf den Straßenzug Steintordamm-/-Mönckebergstraße und geht in den Steintorwall über. In Richtung Nordwesten berührt sie die Einmündung der Spitalerstraße, kreuzt über die Ernst-Merck-Straße, führt weiter zum Ferdinandstor und geht dort in die über die Alster führende Lombardsbrücke über. Dabei fällt sie von ihrem Anfang auf dem Geestrücken, auf dem sich der oberirdische Teil des Hauptbahnhofs befindet, in der Höhe von 14 Metern auf 6 Meter am Alsterufer ab. Unter der südlichen Hälfte der Straße verläuft zu ihrer Entlastung der Wallringtunnel. Der größte Teil der Straße und alle Gebäude mit Anschrift Glockengießerwall zählen zum Stadtteil Hamburg-Altstadt, die rechte bzw. östliche Straßenseite vom Steintorwall bis zur Ernst-Merck-Straße jedoch gehört zu St. Georg.[2] Die Hausnummern reichen von 1 bis 28 und liegen alle auf der linken bzw. westlichen Straßenseite.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benannt wurde die Straße im Jahr 1843. Ihr Name nimmt Bezug auf die hamburgische Geschütz- und Glockengießerei, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein in unmittelbarer Nähe betrieben wurde. Darüber hinaus weist dieser auf die Hamburger Wallanlagen hin, zu deren ehemaligem Gelände die Straße zählt.

Im Glockengießerwall 23 gründete Valeska Röver im Jahr 1891 eine private Kunstschule für Frauen. Zu ihren Schülerinnen zählte auch Gerda Koppel. Von 1904 bis zum Ende der dreißiger Jahre leitete diese die Schule. 1938 übergab Gerda Koppel die Leitung der Kunstschule an Gabriele Stock-Schmilinsky und emigrierte.

Stolpersteine erinnern im Glockengießerwall an Julia Schwarzwald und Eugen Gowa, die Opfer der Nationalsozialisten wurden.

Bauten und Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Straße befinden sich neben den Gebäuden der Kunsthalle auch Kontorhäuser: die von Franz Albert Bach entworfene Klosterburg, das Scholvienhaus von Lundt & Kallmorgen und der von Rambatz und Jolasse geschaffene Wallhof. An der Straße liegt des Weiteren das Konsulat von Dänemark.[3]
Zu den Kulturdenkmälern, die der Glockengießerwall aufweist, zählt auch die auf der Verkehrsinsel in Höhe Georgsplatz / Ernst-Merck-Straße befindliche Bronze-Plastik "Der Fluß" von Aristide Maillol.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Beckershaus: Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Ernst Kabel Verlag GmbH, Hamburg 1997, ISBN 3-8225-0421-1.
  • Christian Hanke: Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1997, ISBN 3-929229-41-2.
  • Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg. Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-1590-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glockengießerwall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord: Straßen- und Gebietsverzeichnis der Freien und Hansestadt Hamburg 2011, 5. Auflage (Memento des Originals vom 17. Oktober 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-nord.de, abgerufen am 23. Februar 2017. (PDF-Datei; 4,1 MB)
  2. Geoportal Hamburg, abgerufen am 23. Februar 2017.
  3. Konsulat von Dänemark in Hamburg, abgerufen am 23. Februar 2017