Glory (1989)

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Filmdaten
Deutscher Titel Glory
Originaltitel Glory
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Edward Zwick
Drehbuch Kevin Jarre
Produktion Freddie Fields
Musik James Horner
Kamera Freddie Francis
Schnitt Steven Rosenblum
Besetzung

Glory ist ein Historiendrama aus dem Jahr 1989 über die im Amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Union kämpfenden schwarzen Truppen, im Besonderen der allerersten, historisch belegten Einheit, der 54th Massachusetts Volunteer Infantry (die 54. Massachusetts Freiwilligeninfanterie).[2] Dem Drehbuch liegt ein Roman von Lincoln Kirstein zugrunde.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die USA während des amerikanischen Bürgerkriegs: Hauptmann Robert Gould Shaw, ein junger Offizier aus einer der reichen Abolitionistenfamilien in Boston kämpft auf Seiten der Union in der Schlacht am Antietam, wo er verwundet wird. Er wird von einem Schwarzen namens John Rawlins gerettet und ins Lazarett gebracht. Dort erfährt Shaw, dass Präsident Lincoln im Begriff ist, die Emanzipations-Proklamation im Parlament einzubringen. Nach seiner Genesung bekommt Shaw den Auftrag, als Oberst das 54. Infanterieregiment des Staates Massachusetts nur aus schwarzen Rekruten aufzustellen und für den Kriegseinsatz vorzubereiten. Nach anfänglichem Zögern widmet er sich voller Begeisterung dieser Aufgabe und verfolgt mit ihr seine Vision: Er will beweisen, dass schwarze Soldaten genauso gut kämpfen können wie weiße, was von vielen Offizieren der Unionsarmee bezweifelt wird.

Durch harte Arbeit und strenge Disziplin will Shaw aus diesen einfachen Männern, zum Teil entlaufene Sklaven, für ihre Sache einstehende Soldaten machen. Dabei muss er auch zu drakonischen Strafen wie dem Auspeitschen greifen, was ihm eigentlich sehr missfällt. Einige seiner Rekruten haben bereits schwer unter ihren ehemaligen Sklavenhaltern gelitten. Allerdings stellt es sich heraus, dass das Regiment nur für Arbeitseinsätze aufgestellt wurde und entsprechend schlecht ausgerüstet wird. Persönliche Konflikte innerhalb des Regiments bleiben nicht aus: Trip, ein entlaufener Sklave, hat Meinungsverschiedenheiten mit John Rawlins, weil Trip die von Weißen geprägte Gesellschaft nicht akzeptieren will. Rawlins gelingt es, ihn davon zu überzeugen, dass sie alle, auch wenn sie für die Weißen kämpfen, wenigstens den Kampf für sich selbst und ihren Stolz als freie Menschen führen sollen. Shaw verliest in Gegenwart seiner Soldaten eine Direktive der Armee der Südstaaten: Schwarze Soldaten und weiße Soldaten der Nordstaaten, die schwarze Soldaten kommandieren, sollen nicht als Kriegsgefangene behandelt, sondern direkt nach ihrer Gefangennahme ermordet werden.

Shaw schafft es, eine Kampferlaubnis für das Regiment zu bekommen, und dieses wehrt erfolgreich einen Angriff der Konföderierten auf der Insel St. James ab. Danach wartet bereits die nächste Aufgabe auf sie: Fort Wagner, ein Fort im Hafen von Charleston, das von der Unionsarmee belagert wird und eingenommen werden muss, um Zugang zu diesem wichtigen konföderierten Hafen zu erhalten. General George Crockett Strongs Brigade hat den Befehl, das Fort am 18. Juli 1863 anzugreifen. Shaw zögert keine Minute und bietet sein Regiment für diesen Angriff an. Dieser soll vom Strand aus erfolgen. Vor dem Angriff marschiert das schwarze Regiment an den Strand und weiße Soldaten der Nordstaaten salutieren vor ihnen.

Der Angriff scheitert, Shaw fällt, und die 54. Infanterie wird verlustreich zurückgeschlagen. Shaw wird gemeinsam mit seinen schwarzen Soldaten in einem Massengrab bestattet. Im Nachwort wird erwähnt, dass der Mut dieser Einheit dennoch zahlreiche andere Schwarze dazu bewogen hat, sich für die Union zu den Waffen zu melden, was von Präsident Lincoln als entscheidender Beitrag zum Ausgang des Krieges gewürdigt wurde. Insgesamt nahmen 180.000 schwarze Soldaten auf Seiten der Nordstaaten am Bürgerkrieg teil. Die letzte Einstellung der Kamera zeigt das Robert Gould Shaw Memorial im Bostoner Park Boston Common.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der mit akribischer Detailtreue inszenierte Historienfilm führt seine Absicht, ein ‚Hohes Lied‘ auf die Emanzipation der Schwarzen zu singen, durch seinen heroischen, distanzlosen Inszenierungsstil und die unerträglich pathetische Musik ad absurdum. Zumindest hierzulande erscheint der Film lediglich als ein militärisch selbstbewußtes, vordergründiges Kriegsspektakel; auch schauspielerisch enttäuschend, so sind allenfalls die durchkomponierten Bilder bemerkenswert.“

„Ein starker, wertvoller Film, egal aus welcher Sichtweise man ihn betrachtet.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Glory. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 30. Mai 2017.
  2. http://www.us-civilwar.com/54th.htm
  3. Eberts Filmkritik in der Chicago Sun-Times