Glutamat-Decarboxylase

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Glutamat-Decarboxylase
Glutamat-Decarboxylase
GAD67 nach PDB 2okj
Vorhandene Strukturdaten: 2okj, 2okk
Masse/Länge Primärstruktur 594 / 585 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homodimer
Kofaktor Pyridoxalphosphat
Isoformen GAD25, GAD65, GAD67
Bezeichner
Gen-Name(n) GAD1, GAD2
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 4.1.1.15Lyase
Reaktionsart Decarboxylierung
Substrat Glutamat
Produkte γ-Aminobutyrat + CO2
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Eukaryoten[1]

Glutamat-Decarboxylase (GAD) heißen Enzyme in Eukaryoten, die die Decarboxylierung von Glutamat zu γ-Aminobuttersäure (GABA) und CO2 katalysieren. Dies ist der einzige Weg zur Biosynthese des Neurotransmitters GABA. Als Co-Faktor verwendet die Glutamat-Decarboxylase Pyridoxalphosphat. Im Mensch sind zwei Gene bekannt, die für Enzyme mit dieser Aktivität codieren: GAD1 und GAD2. Mutationen im GAD1-Gen können zum Enzymmangel im Gehirn, und dieser zu spastischer tetraplegischer Zerebralparese Typ 1 (CPSQ1), führen.[2]

In Säugetieren existiert die Glutamat-Decarboxylase in zwei Isoformen GAD67 und GAD65, die von den beiden Genen GAD1 und GAD2 codiert werden. Beide Gene werden in Zellen im Gehirn exprimiert, während GAD2 auch in der Bauchspeicheldrüse exprimiert wird. Mindestens zwei weitere Formen GAD25 und GAD44 ohne Enzymaktivität wurden in sich entwickelnden Gehirnen bei Embryonen entdeckt.

Katalysierte Reaktion[Bearbeiten]

Glutamat \longrightarrow CO2 + GABA

Glutamat wird zu GABA decarboxyliert. Weitere Substrate der Isoform im Gehirn: L-Cysteat, 3-Sulfino-L-alanin und L-Asparaginsäure.[3]

Antikörper gegen GAD[Bearbeiten]

Glutamat-Decarboxylase-Antikörper gegen die Isoform 65 sind zu Beginn der Erkrankung bei 50-70 % der Typ-I-Diabetiker nachweisbar.[4] Insbesondere beim Erwachsenen mit neu aufgetretener Zuckerkrankheit dienen sie dazu, frühzeitig einen Typ-2 von einem Typ-1-Diabetes zu unterscheiden. (siehe auch LADA = latent autoimmune diabetes in adults.)[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Orthologe bei OMA
  2. Glutamat-Decarboxylase. In: Online Mendelian Inheritance in Man (engl.).
  3. ENZYME: 4.1.1.15
  4. www.laborlexikon.de: Diabetes-mellitus-Diagnostik, abgerufen 2. März 2010
  5. Deutsche-Diabetes-Gesellschaft: Leitlinien Diagnostik des Diabetes mellitus (PDF-Datei; 1,0 MB), 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Glutamat- und Glutamin-Stoffwechsel – Lern- und Lehrmaterialien