Glynis Johns

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Glynis Johns

Glynis Johns (* 5. Oktober 1923 in Pretoria, Südafrika) ist eine walisische Schauspielerin, Pianistin, Sängerin und Tänzerin.[1] Ihre wohl bekannteste Rolle ist die Winifred Banks im Filmmusical Mary Poppins (1964).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glynis Johns wurde 1923 in Pretoria als Tochter des walisischen Schauspielers und Autors Mervyn Johns (1899–1992) und der Konzertpianistin Alys Steele (1901–1970) geboren. Ihre Familie befand sich zum Zeitpunkt ihrer Geburt auf Reisen in Südafrika. Ihre karrierebewussten Eltern sorgten für eine Ausbildung zur „kompletten Schauspielerin“, was auch Gesang, Tanz und Klavierspiel beinhaltete. Mit 12 Jahren gab sie ihr Bühnendebüt und spielte unter anderem 1936 in der ersten englischen Produktion von Lillian Hellmans Stück The Children's Hour.[2]

Ihre Laufbahn als Filmschauspielerin begann 1938 mit South Riding unter Regie von Victor Saville. Der Durchbruch gelang ihr 1948 in der Titelrolle von Miranda, wo sie an der Seite von David Tomlinson und Margaret Rutherford eine Meerjungfrau spielte. Es war auch das Spielfilmdebüt des bisherigen Doku-Regisseurs Ken Annakin. 1954 wurde eine Fortsetzung unter dem Titel Mad About Men nachgeschoben, in dem Johns als Miranda und deren menschliche Cousine vor der Kamera stand. Die Reise ins Ungewisse (1951) mit James Stewart und Der Unwiderstehliche (1952) mit Alec Guinness festigten ihren Ruf. Walt Disney gab ihr dann in zwei seiner in Großbritannien hergestellten Spielfilme die weibliche Hauptrolle, beide Male an der Seite Richard Todds: Als Mary Tudor in dem ebenfalls von Annakin inszenierten Eine Prinzessin verliebt sich (The Sword and the Rose, 1953) und in Rob Roy – Der königliche Rebell (Rob Roy, the Highland Rogue, 1953).

Ihre bekannteste Rolle ist aber zweifellos die der Frauenrechtlerin und Mutter „Winifred Banks“ in der Disney-Verfilmung von P. L. TraversMary Poppins (1964), einem der erfolgreichsten Filmmusicals aller Zeiten. Als einziges Mitglied der Besetzung war Johns so klug, sich einen Anteil an den Royaltys der Filmsongs zu sichern, was ihr bis heute Geld einbringt.[3] Zu den weiteren Höhepunkten ihrer Karriere zählen die weibliche Hauptrolle in dem humorvollen Musical Der Hofnarr (The Court Jester, 1955) mit Danny Kaye und der von Fred Zinnemann inszenierte Der endlose Horizont (The Sundowners, 1960) mit Deborah Kerr, Robert Mitchum und Peter Ustinov, für den sie eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ erhielt.

Zudem stand Glynis Johns oft auf der Theaterbühne und für Fernsehproduktionen vor der Kamera. 1963 war sie Hauptdarstellerin der Fernsehserie Glynis, in der sie die Krimi-Schriftstellerin „Glynis Granville“ spielte. Die Serie wurde allerdings bereits nach 13 Folgen wieder eingestellt. In Gastrollen war Johns in Fernsehserien wie Batman, Love Boat und Mord ist ihr Hobby zu sehen. Am Broadway spielte sie in der Originalproduktion von Stephen Sondheims erfolgreichem Musical A Little Night Music, basierend auf dem Ingmar-Bergman-Film Das Lächeln einer Sommernacht, die Rolle der alternden Schauspielerin Desiree Armfeldt. Hierfür wurde Johns im Jahr 1973 mit einem Tony Award als Beste Hauptdarstellerin in einem Musical ausgezeichnet.

Eine ihrer letzten großen Rollen spielte die Schauspielerin als gutmütige Großmutter „Elsie Callaghan“ in Jon Turteltaubs Während Du schliefst von 1995 an der Seite von Sandra Bullock und Bill Pullman. Nach einem Auftritt als Großmutter von Molly Shannons Figur in Superstar – Trau' dich zu träumen zog sie sich 1999 in den Ruhestand zurück.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johns war insgesamt vier Mal verheiratet, aber alle Ehen wurden geschieden. Aus ihrer ersten Ehe mit Anthony Forwood zwischen 1942 und 1948 ging ihr Sohn Gareth Forwood (1945–2007) hervor, der ebenfalls Schauspieler wurde. Ihre späteren Ehemänner waren David Foster (Ehe von 1952-?), Cecil Henderson (Ehe von 1960–1962) und Elliott Arnold (Ehe von 1964–?). Glynis Johns lebt heute zurückgezogen in einem Seniorenheim in Los Angeles.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glynis Johns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Glynis Johns in: Scott Palmer: British film actors’ credits, 1895–1987. McFarland, 1988, ISBN 1-55862-166-0, S. 404.
  2. Glynis Johns | Biography, Movie Highlights and Photos | AllMovie. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  3. Glynis Johns | Biography, Movie Highlights and Photos | AllMovie. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  4. Glynis Johns - Belmont Village. In: Belmont Village. (belmontvillage.com [abgerufen am 10. Oktober 2018]).