Gnadenwald

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Gnadenwald
Wappen von Gnadenwald
Gnadenwald (Österreich)
Gnadenwald
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 11,49 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 11° 35′ OKoordinaten: 47° 19′ 20″ N, 11° 34′ 37″ O
Höhe: 879 m ü. A.
Einwohner: 788 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 69 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6069
Vorwahl: 05223
Gemeindekennziffer: 7 03 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hnr.51
6069 Gnadenwald
Website: www.gnadenwald.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Adelheid Profeta (Zusammen für Gnadenwald - Team Heidi Profeta)
Gemeinderat: (2016)
(11 Mitglieder)
3
4
4
Von 11 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Gnadenwald im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Gnadenwald im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gnadenwald mit dem Karwendel im Hintergrund
Gnadenwald mit dem Karwendel im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gnadenwald ist eine Gemeinde mit 788 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gnadenwald liegt auf der nördlichen Inntalterrasse unterhalb des Bettelwurf. Das weit verstreute Gemeindegebiet erstreckt sich über die Kirchdörfer St. Martin und St. Michael sowie weitere Weiler.

Die Gemeinde hat einen großen Pendleranteil aufzuweisen.

Zur Gemeinde gehört auch die Hinterhornalm in 1524 m Höhe. Gnadenwald liegt am Tiroler Jakobsweg.[1]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gnadenwald besteht gleichzeitig aus der gleichnamigen Kastralgemeinde. Folgende Ortsteile gehören zu Gnadenwald:

  • St. Martin (Rotte)
  • St. Michael (Rotte)
  • Brantach (Siedlung)
  • Außerwald (Zerstreute Häuser)
  • Gungglkopf (Zerstreute Häuser)
  • Innerwald (Zerstreute Häuser)
  • Mairbach (Zerstreute Häuser)

Weitere Ortslagen der Gemeinde sind das Kloster St. Martin, die Speckbacherkapelle und die Walder Alm-Kapelle. Die einzige Alm im Gemeindegebiet ist die Walder Alm.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vomp
Absam Nachbargemeinden Terfens
Fritzens

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde einer Klinge aus Feuerstein, einer Fibel aus der späten Latènezeit und einer späteisenzeitlichen Keramik bezeugen die Besiedlung des Gebietes bereits in vorgeschichtlicher Zeit.

Die älteste urkundliche Erwähnung einer Besiedelung geht auf das Jahr 1085 zurück, wobei der Ort damals noch „mons supra Tervanes“ (Lateinisch für „Berg oberhalb von Terfens“) genannt wurde. 1277 werden verschiedene Schwaighöfe im heutigen Ortsgebiet urkundlich erwähnt. Bereits 1313 ist der zu dieser Zeit noch „Gemain auf dem Wald“ genannte Ort als steuerlich selbständige Gemeinde belegt, die unter der Verwaltung des Gerichtes Thaur stand.

Eine 1445 errichtete Einsiedelei wurde 1497 zu einem Kloster ausgebaut und in Folge von Schwestern des Magdalenenklosters in Absam bewohnt, bevor es 1520 abbrannte. Erst 118 Jahre später wurde das Kloster samt Kirche wieder aufgebaut und seitdem bis ins Jahr 1820 von Einsiedlern genutzt. Der Name „Gnadenwald“ ist erst 1719 erstmals urkundlich belegt, allerdings als Vulgoname. Amtlich heißt die Gemeinde erst seit 1800 so. Neben den Schwaighöfen bildeten vier Pulvermühlen und ein Steinbruch die wirtschaftliche Basis der Gemeinde.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[3]

Profeta Adelheid wurde zur Bürgermeisterin gewählt. Sie war die einzige Kandidat und löste Günter Strasser ab.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Koppelung
Wir Gnadenwalder - Das Gegengewicht 35,10 % 172 4
Zusammen für Gnadenwald - Team Heidi Profeta 35,10 % 164 4
Gemeinschaftsliste Gnadenwald 31,43 % 154 3

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Sankt Michael mit Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gnadenwald

Die Pfarrkirche zum Hl. Michael, die 1337 erstmals urkundlich erwähnt wurde, dürfte bereits zur Zeit der Missionierung dieser Gegend im 11. Jahrhundert als Holzkirche gebaut worden sein. 1741 wurde sie barockisiert und 1825 verlängert, wodurch sie jetzt zu lang im Verhältnis zu ihrer Breite ist. Der Turm und die schmalen Kirchenfenster zeigen heute noch die gotischen Wurzeln der Kirche. Die Deckenfresken des Götzner Malers Johann Anton Kirchebner aus dem Jahre 1730 sind wegen der Darstellung der Gnadenwalder Landschaft mit den beiden Kirchen und der damaligen Volkstracht bemerkenswert. Das an die Kirche angeschlossene Widum wurde 1741 erbaut, als Gnadenwald zur Kuratie erhoben wurde. 1908 wurde zur 60-Jahresfeier der Thronbesteigung Kaiser Franz Josephs eine Linde vor der Kirche gepflanzt.

Kloster und Kirche in Sankt Martin

Die Benefiziatskirche zum Hl. Martin geht auf eine bereits im 11. Jahrhundert erbaute Kapelle bei einem Jagdhaus zurück. Ab 1445 war eine Einsiedelei angeschlossen, die später zu einem Kloster ausgebaut wurde, das jedoch 1520 mitsamt der Kirche abbrannte. Der 1638 fertiggestellte Neubau wurde 1724–1732 barockisiert. Der Kirchturm wurde im Jahre 1692 vollkommen neu gebaut, da der ursprüngliche 1670 bei einem Erdbeben beschädigt worden war.

Die Speckbacher Gedächtniskapelle steht heute an der Stelle des Geburtshauses von Josef Speckbacher und erinnert damit an den Tiroler Freiheitskämpfer.

Die Kapelle Maria Schutz oberhalb der Wanderalm wurde 1965 bis 1967 von Heimkehrern aus dem Zweiten Weltkrieg aus Dankbarkeit über den überlebten Krieg gestiftet.[2][4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gnadenwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tiroler Jakobsweg
  2. a b Gnadenwald, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“
  3. Gemeinderatswahl 2016 – Gemeinde Gnadenwald. In: wahlen.tirol.gv.at. Land Tirol, abgerufen am 23. Mai 2016.
  4. Unsere Kirchen und Kapellen. Seelsorgeraum Baumkirchen – Gnadenwald – Mils, abgerufen am 28. November 2015.