Go Trabi Go

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Go Trabi Go
Go Trabi Go.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 92 Minuten
Stab
Regie Peter Timm
Drehbuch Reinhard Klooss,
Peter Timm
Produktion Reinhard Klooss
Musik Ekki Stein
Kamera Axel Block
Schnitt Christel Suckow
Besetzung

Go Trabi Go (Verweistitel: Go Trabi Go – Die Sachsen kommen) ist eine deutsche Filmkomödie von Peter Timm aus dem Jahr 1991. Die Fortsetzung Go Trabi Go 2 – Das war der wilde Osten kam 1992 in die Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1990, dem Jahr der „Wiedervereinigung[1], macht sich Familienvater und Deutschlehrer Udo Struutz mit seiner Frau Rita und der siebzehnjährigen Tochter Jacqueline auf, um mit seinem himmelblauen Trabant „Schorsch“ auf den Spuren Goethes nach Neapel zu reisen. Goethes Italienische Reise dient Udo dabei als Wegbeschreibung.

Die Fahrt wird jedoch zu einem turbulenten Abenteuer. Nach dem Start in Bitterfeld und einem Zwischenstopp bei den Westverwandten in Regensburg, zahlreichen Autopannen, Übernachtungen an zwielichtigen Plätzen und einer Mitfahrt auf dem Laster eines Fernfahrers (der 118 Trabi-Witze erzählt) über den Brenner, kommen sie Italien näher. In Rom wird Udo der geliehene Fotoapparat („Opas neuer Japaner“) gestohlen, woraufhin Rita und Jacqueline die Verfolgung des Diebes aufnehmen. Mit Erfolg nehmen sie dem Dieb nicht nur die Kamera, sondern dessen weitere Geldbeute ab. Da sie sich bei der Polizei nicht verständlich machen können und Udo nicht mehr aufzufinden ist, quartieren sich beide mit dem gestohlenen Geld in einem luxuriösen Hotel ein.

Währenddessen irrt Udo mit dem Trabi in der Stadt umher und schläft schließlich hinter dem Steuer auf einem Parkplatz ein. Junge Italienerinnen wecken ihn schließlich auf, um mit ihm zu feiern. Im überladenen Trabi fahren sie versehentlich eine Treppe hinunter, wobei die Duroplast-Beplankungsteile abhandenkommen. Auf einem italienischen Schrottplatz wird der Trabi kurzerhand mit Blech- und Karosserieteilen westlicher Autotypen komplettiert.

Am nächsten Morgen um 11 Uhr treffen sich Udo, Rita und Jacqueline an der Spanischen Treppe, wo Udo noch am Vortag beiläufig erwähnt hatte, dass man am nächsten Morgen dort „bei Espresso und Hörnchen“ sitzen werde. Die Familie fährt zusammen weiter nach Neapel. Als sie von sich und dem nunmehr bunten Schorsch mit dem Vesuv im Hintergrund ein Foto machen wollen, rollt der Trabi eine Klippe hinab und verliert sein Dach. Familie Struutz begibt sich schließlich mit Schorsch als Cabrio auf die Rückreise. Vater Struutz erfährt, dass seine Frau wieder schwanger ist.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Trabant 601

Der bis dahin relativ unbekannte Dresdner Kabarettist Wolfgang Stumph wurde von Regisseur Peter Timm während eines Gastspiels in München entdeckt.[2] Die Dreharbeiten fanden von August bis Oktober 1990 in den Bavaria Filmstudios sowie an Originalschauplätzen in Bitterfeld, München, im Golf von Salerno, am Gardasee und in Rom statt. In Rom wurden viele Szenen rund um die Piazza del Popolo gedreht; am Pinciohügel oberhalb der Piazza del Popolo entstand beispielsweise die Hotelbalkonszene. Udos Monolog im Morgengrauen wurde am Piazzale Giuseppe Garibaldi auf dem Gianicolo gedreht. Sein vorangegangener Schlafplatz befindet sich in der Realität nicht in Rom, sondern an der Piazzetta Santa Maria Calchera in Brescia.

Claudia Schmutzler spielt im Film die siebzehnjährige Tochter, obwohl sie während der Dreharbeiten 24 Jahre alt wurde.

Für den Film wurden bis zu 13 Trabant-Fahrzeuge eingesetzt. Der Monteur Hans-Jürgen Kuhn kaufte die Fahrzeuge auf und präparierte sie für die Erfordernisse des Films. Für einige Stuntszenen wurde statt des Trabant 601 das erst 1990 auf den Markt gekommene Viertaktmodell Trabant 1.1 verwendet; dieses Fahrzeug befindet sich heute in Kuhns Privatbesitz.[3][4][5] Ein weiterer Trabant, der im Film zum Einsatz gekommen sein soll, steht heute im Automuseum Nordsee in Norddeich.[6]

Go Trabi Go kam am 17. Januar 1991 als einer der ersten Filme über die Wendezeit in die deutschen Kinos. Erfolgreich lief die Filmkomödie in den neuen und alten Bundesländern als Publikumserfolg. Kabarettist Wolfgang Stumph wurde durch den Film über Nacht deutschlandweit bekannt. Am 23. Juli 1994 wurde die Filmkomödie von der ARD erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Dreharbeiten entstand für den MDR die Dokumentation Go Trabi Go Forever, die am 28. September 2015 erstmals ausgestrahlt wurde. An Originalschauplätzen des Films trifft Wolfgang Stumph seine Schauspielkollegen Claudia Schmutzler, Ottfried Fischer, Billie Zöckler und Konstantin Wecker sowie Regisseur Peter Timm und Produzent Reinhard Klooss.[3] Zudem besuchte er am 16. Mai 2015 seinen alten Kollegen André Eisermann während Festspielproben in Bad Hersfeld.[7]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Komödie, die sich allzu bald in einem uneinheitlichen Potpourri aus kabarettistischen Sketchen und stereotypen Handlungsfäden verliert.“

Lexikon des internationalen Films[8]

„Kann ein Roadmovie deutscher sein?“

Cinema[9]

„[S]tets tapfer tuckert denn auch diese arg sanfte Komödie dahin.“

Der Spiegel[10]

„Die drei Hauptdarsteller liefern muntere Vorstellungen, doch der eigentliche Star ist der Trabant.“

Stephen Kinzer, The New York Times[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 war Go Trabi Go für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm nominiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. als Deutsche Wiedervereinigung wird nicht nur das Ereignis des Beitritts nach Artikel 23, sondern auch der Prozeß der „Wendezeit“ betrachtet, mit der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“, der Einführung der D-Mark in der DDR und des deutschen Sieges bei der Fußball-WM in Italien (sic!, siehe auch Un’estate italiana (Ein italienischer Sommer))
  2. Torsten Wahl: Stumph und Schorsch sind wieder da. Mitteldeutsche Zeitung, 28. September 2015, abgerufen am 21. Januar 2016.
  3. a b Fernsehdokumentation Go Trabi Go Forever, MDR 2015, Regie: Jana von Rautenberg
  4. Ulrike Merkel: Zwei Thüringer leihen Go-Trabi-Go-“Stumphi“ ihren Trabi für eine neue Dokumentation über den Kultfilm. In: otz.de. 17. Juni 2015. Abgerufen am 20. Juni 2015.
  5. Petra Steps: Stumpi besucht original Film-Trabi in Kunos Garage. In: freiepresse.de. 16. Juni 2015. Abgerufen am 20. Juni 2015.
  6. vgl. automuseum-nordsee.de
  7. Bilder. In: facebook.com/badhersfelderfestspiele. Abgerufen am 20. Juni 2015.
  8. Go Trabi Go. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  9. vgl. cinema.de
  10. vgl. spiegel.de
  11. “All three leading actors turn in lively performances, but the real star is the Trabant.” vgl. nytimes.com