Godavari

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Godavari
Karte
Daten
Lage Indien
Flusssystem Godavari
Quelle in den Westghats
19° 55′ 48″ N, 73° 31′ 39″ O
Quellhöhe ca. 1067 m[1]
Mündung in den Golf von BengalenKoordinaten: 16° 44′ 24″ N, 82° 20′ 55″ O
16° 44′ 24″ N, 82° 20′ 55″ O
Mündungshöhe m
Höhenunterschied ca. 1067 m
Sohlgefälle ca. 0,73 ‰
Länge 1465 km[1]
Einzugsgebiet 312.812 km²[1]
Abfluss am Pegel Polavaram MQ
3038 m³/s
Linke Nebenflüsse Pranahita, Indravati, Sabari
Rechte Nebenflüsse Darna, Manjira
Durchflossene Stauseen Nath Sagar, Sriram Sagar, Dowleswaram-Damm
Großstädte Nashik, Nanded, Rajahmundry
Mittelstädte Paithan, Bhadrachalam, Kovvur
Kleinstädte Trimbak, Puntamba
Godavari bei Kovvur

Godavari bei Kovvur

Flüsse in Indien

Flüsse in Indien

Der ca. 1465 km lange Godavari (Marathi गोदावरी, Telugu గోదావరి) ist – nach dem Ganges und Indus – einer der Hauptwasserwege des Indischen Subkontinents und gilt vielen Hindus ebenfalls als heilig.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle, Einzugsgebiet und Klimazonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Godavari entspringt im Bramhagiri-Gebirge, einem Teil der Westghats, westlich von Nashik bei der Kleinstadt Trimbak im Bundesstaat Maharashtra. Die Quelle liegt in einer Höhe von 1067 m, etwa 80 Kilometer von der Küste des Arabischen Meeres entfernt.[1][2] In seinem etwa 1465 km langen Verlauf in Richtung Südwesten fließt er durch den Süden Zentralindiens und das Gebiet der Bundesstaaten Maharashtra, Telangana und Andhra Pradesh, bevor er in den Golf von Bengalen mündet. Die Mündung liegt bei dem Ort Narasapuram im Distrikt West Godavari von Andhra Pradesh. Das Einzugsgebiet des Godavari umfasst etwa 312.812 km², und verteilt sich auf die Bundesstaaten Maharashtra (48,6 %), Andhra Pradesh mit Telangana (23,4 %), Madhya Pradesh (10,0 %), Chhattisgarh (10,9 %), Orissa (5,7 %) und Karnataka (1,4 %). Das Stromgebiet liegt zum größten Teil auf der Dekkan-Hochebene und wird nördlich durch das Satmala-Bergland und das Mahadeo-Bergland (einen Ausläufer des Satpura-Gebirge), sowie südlich durch das Ajantha-Gebirge begrenzt.[1]

In seinem Verlauf durchfließt der Godavari mehrere agroklimatische Zonen. Im westlichen Quellgebiet, in den Westghats, herrscht ein feuchtes Klima mit hohem Niederschlag. Kurz danach beginnt die Klimazone des Dekkan, wo das Klima heiß und trocken ist. Am Ostrand des Dekkan wird mit den Ostghats wieder eine regenreiche Zone erreicht. Im Godavari-Einzugsgebiet leben mehr als 60 Millionen Menschen und dort liegen die größeren Städte Nashik, Nagpur, Wardha, Nanded und Chandrapur (in Maharashtra), Bhadrachalam, Nizamabad, Mancherial, Ramagundam (in Telangana), Rajahmundry, Narsapur (in Andhra Pradesh) sowie Seoni und Balaghat (in Madhya Pradesh).[2] Die größte Wassermenge führt der Godavari zur Zeit des Südwest-Monsuns, die von etwa Mitte Juni bis Mitte Oktober dauert und in der 84 % des Jahresniederschlags fallen.[1] Außerhalb der Monsunzeit führt der Godavari zum Teil nur sehr wenig Wasser, während es in der Monsunperiode zu ausgedehnten Überschwemmungen kommen kann.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Godavari erhält zahlreiche Zuflüsse. 64 km von seiner Quelle entfernt nimmt er den Dharna als rechtsseitigen und kurz danach den Kadana als linksseitigen Zufluss auf. Etwa bei Kilometer 217 fließen ihm Pravara und Mula, die beiden in den Akola-Bergen entspringen, rechtsseitig zu. Etwa 338 km weiter stromabwärts – immer noch in Maharashtra – erhält der Godavari von Norden die vereinigten Zuflüsse von Purna und Dudhna und weitere 138 km stromabwärts, an der Grenze von Maharashtra zu Telangana, folgt von Süden der Majira. An diesem Punkt hat der Godavari eine Höhe von etwa 329 m erreicht. Der größte Zufluss des Godavari ist der Pranhita, der etwa 35 % des Einzugsgebiet beiträgt und der sich seinerseits aus den drei Flüssen Penganga, Wardha und Wainganga speist. Der Pranhita entwässert die Region Nagpur und die südlichen Anteile des Satpura-Gebirges und mündet etwa 306 km flussabwärts des Majira in den Godavari. Weitere 48 km flussabwärts folgt der Indravathi – ebenfalls ein größerer Strom. Der letzte größere Zufluss ist der aus Odisha kommende Sabari, der etwa 100 km vor Rajahmundry in den Gadavari einmündet.[1] Bei Rajahmundry, ca. 80 km vor der Küste, spaltet sich der Fluss in zwei Arme (Gautami Godavari im Norden und Vasishta Godavari im Süden); hier beginnt sein letztlich vierarmiges Delta.[3]

Staudämme und Wasserkraftwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Godavari ist mehrfach gestaut; die Stauseen dienen zur Versorgung mit Trinkwasser, sind aber durch den Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln verseucht. In erster Linie dient das Wasser zur Feldbewässerung, aber auch mehrere Wasserkraftwerke werden betrieben.

Wichtigste Anliegerorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religiöse und spirituelle Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss gilt als Dakshina Ganga („Ganges des Südens“) oder Dakshin Vahini Ganga („südlich fließender Ganges“) und genießt große religiöse Verehrung im Hinduismus. An seiner Quelle wurde der Trimbakeshwar-Shiva-Tempel errichtet, der einer der zwölf Jyotirlingas, der größten Shiva-Heiligtümer ist. Am Mittellauf des Godavari in Nanded befindet sich der Hazur Sahib, ein spirituelles Zentrum des Sikhismus und einer der fünf Tachts in Indien. Hier verstarb im Jahr 1708 Gobind Singh, der zehnte Guru des Sikhismus.[2] Wie bei vielen anderen Flüssen Indiens, sind auch die Ufer des Godavari Ziel vieler Pilger. Die wichtigsten Pilgerorte sind Trimbak, Nashik und Bhadrachalam. In der Umgebung des Flusses finden sich zahlreiche Heiligtümer, Tempel und Moscheen.

Flussansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Godavari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Hydrological Data Directorate Information Systems Organisation Water Planning & Projects Wing, Central Water Commission (Hrsg.): Integrated Hydrological Data Book (Non-Classified River Basins). Neu-Delhi März 2012, Kap. 2: Description of different river basins, S. 9–11 (englisch).
  2. a b c Godavari’s Story. South Asia Network on Dams, Rivers and People, 24. November 2014, abgerufen am 17. Dezember 2020 (englisch).
  3. Godavari –Karte + Infos