Godesberg-Villenviertel

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Godesberg-Villenviertel
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 41′ 34″ N, 7° 9′ 36″ O
Höhe: 62 m ü. NHN
Einwohner: 4653 (31. Dez. 2018)[1]
Vorwahl: 0228
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Lage des Ortsteils Godesberg-Villenviertel im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg
Die durch das Villenviertel verlaufende Rheinallee

Godesberg-Villenviertel ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg. Das Villenviertel ist Teil des sogenannten Rheinviertels.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des – nach dem bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Süden des Ortskerns entstandenen Quartier mit repräsentativen Villen – zweiten Godesberger Villenviertels zwischen Rüngsdorf, Plittersdorf, der linksrheinischen Eisenbahnstrecke und dem Rhein wurde größtenteils ab 1888 erschlossen und bebaut. Bereits vorhandene bauliche Anknüpfungspunkte in dem Gebiet waren die Villa des Bürgermeisters Carl August von Groote (erbaut 1862/63) und die evangelische Erlöserkirche (erbaut 1878–80), beide am südlichen Rand des heutigen Villenviertels gerade noch auf dem Gebiet des Ortsteils Rüngsdorf gelegen. Die Erarbeitung von Fluchtlinienplänen erfolgte anfangs gemeinsam mit den erst 1899 in die Gemeinde Godesberg eingegliederten Gemeinden Plittersdorf und Rüngsdorf, ab 1903 auf der Grundlage einer Gesamtkonzeption des Kölner Städteplaners Josef Stübben. Vor allem wohlhabende Pensionäre aus dem Kölner Raum errichteten hier repräsentative Stadthäuser, zunächst vor allem Villen und Doppelvillen im Stil des Historismus, später auch im Jugendstil. In den 1920er-Jahren kamen Objekte hinzu, die sich dem Art déco sowie vereinzelt der Neuen Sachlichkeit zurechnen lassen. Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1906 errichtet und 1936 erweitert.

Den Namen Villenviertel erhielt es zunächst im Volksmund, wurde aber später auch von der Stadtverwaltung so genannt. Nachdem Bonn 1949 zum Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland geworden war, wurden viele der Häuser als Botschaftsgebäude oder von Organisationen und Interessenverbänden genutzt. Zu den bedeutendsten Botschaftskanzleien im Villenviertel gehörten die von Griechenland/Kamerun (Rheinallee 76), Pakistan (Rheinallee 24) und des Irak (Dürenstraße 33). Zum Teil wurden bzw. werden die Liegenschaften seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin (1999) als Außenstellen oder Konsulate (darunter eine Außenstelle der libyschen Botschaft) weitergenutzt. Die gut erhaltenen Gründerzeithäuser gelten weiterhin als Vorzeige-Adresse.

„Trotz der stellenweisen Beseitigung von Alleebäumen und Vorgärten sowie einer bis heute fortschreitenden Verdichtung vermittelt das Villenviertel in weiten Teilen den einzigartigen Eindruck eines großbürgerlichen Quartiers der Jahrhundertwende.“

Andreas Denk (1997)[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Villenviertel befindet sich das Friedrich-List-Berufskolleg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein prominenter Bewohner des Villenviertels ist der frühere Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V. (Hrsg.); Martin Ammermüller: Spaziergang durch das Villenviertel. Bad Godesberg 2016.
  • Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 121/122.
  • Anne Biesenbaum, Michael Weisser: Jugendstilfenster in Godesberger Bürgerhäusern. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V., ISSN 0436-1024, Heft 13, 1975, S. 68–84.
  • Walfried Pohl: Die Architektur des Godesberger Villenviertels am Anfang des Jahrhunderts. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V., ISSN 0436-1024, Heft 12, 1974, S. 35–47.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Godesberg-Villenviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in Bonn nach Ortsteilen (lt. Hauptsatzung) am 31.12.2018, Bundesstadt Bonn – Statistikstelle, Februar 2019
  2. Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn.