Godesberg-Villenviertel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 50° 41′ 34″ N, 7° 9′ 36″ O

Godesberg-Villenviertel
Bundesstadt Bonn
Einwohner: 4748 (31. Dez. 2014)[1]
Vorwahl: 0228
Alt-Godesberg Auerberg Beuel-Mitte Beuel-Ost Brüser Berg Buschdorf Bonn-Castell Dottendorf Dransdorf Duisdorf Endenich Friesdorf Geislar Godesberg-Nord Godesberg-Villenviertel Graurheindorf Gronau Hardthöhe Heiderhof Hochkreuz Hoholz Holtorf Holzlar Ippendorf Kessenich Küdinghoven Lannesdorf Lengsdorf Lessenich/Meßdorf Limperich Mehlem Muffendorf Nordstadt Oberkassel Pennenfeld Plittersdorf Poppelsdorf Pützchen/Bechlinghoven Ramersdorf Röttgen Rüngsdorf Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf Schweinheim Südstadt Tannenbusch Ückesdorf Venusberg Vilich Vilich-Müldorf Weststadt Bonn-ZentrumKarte
Über dieses Bild

Lage des Ortsteils Godesberg-Villenviertel im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg

Die durch das Villenviertel verlaufende Rheinallee

Godesberg-Villenviertel ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg. Das Villenviertel ist Teil des sogenannten Rheinviertels.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des – nach dem bereits ab 1870 im Süden des Ortskerns entstandenen Quartier mit repräsentativen Villen – „zweiten“ Godesberger Villenviertels wurde ab 1888 erschlossen, aber zunächst noch nicht bebaut. Die Erarbeitung von Fluchtlinienplänen erfolgte anfangs gemeinsam mit den erst 1899 in die Stadt Godesberg eingegliederten Gemeinden Plittersdorf und Rüngsdorf, ab 1903 auf der Grundlage einer Gesamtkonzeption des Kölner Städteplaners Josef Stübben. Aufgrund des Widerstands lokaler Grundbesitzer konnte erst danach das Villenviertel zwischen Rüngsdorf, Plittersdorf, der linksrheinischen Eisenbahnstrecke und dem Rhein entstehen. Vor allem wohlhabende Pensionäre aus dem Kölner Raum errichteten hier repräsentative Stadthäuser, zunächst vor allem Villen und Doppelvillen im Stil des Historismus, später auch im Jugendstil. In den 1920er-Jahren kamen Objekte hinzu, die sich dem Art déco sowie vereinzelt der Neuen Sachlichkeit zurechnen lassen. Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1906 errichtet und 1936 erweitert.

Den Namen „Villen“-Viertel erhielt es zunächst im Volksmund, wurde aber später auch von der Stadtverwaltung so genannt. Nachdem Bonn 1949 zum Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland geworden war, wurden viele der Häuser als Botschaftsgebäude oder von Organisationen und Interessenverbänden genutzt. Zu den bedeutendsten Botschaftskanzleien im Villenviertel gehörten die von Griechenland/Kamerun (Rheinallee 76), Pakistan (Rheinallee 24) und des Irak (Dürenstraße 33). Zum Teil wurden bzw. werden die Liegenschaften seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin (1999) als Außenstellen oder Konsulate (darunter eine Außenstelle der libyschen Botschaft) weitergenutzt. Heute gelten die gut erhaltenen Gründerzeithäuser weiterhin als Vorzeige-Adresse.

„Trotz der stellenweisen Beseitigung von Alleebäumen und Vorgärten sowie einer bis heute fortschreitenden Verdichtung vermittelt das Villenviertel in weiten Teilen den einzigartigen Eindruck eines großbürgerlichen Quartiers der Jahrhundertwende.“

Andreas Denk (1997)[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Villenviertel befindet sich das Friedrich-List-Berufskolleg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein prominenter Bewohner des Villenviertels ist der frühere Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Godesberg-Villenviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015
  2. Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn.