Godshorn

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Godshorn
Wappen von Godshorn
Koordinaten: 52° 26′ 17″ N, 9° 42′ 26″ O
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 8,28 km²
Einwohner: 6778 (31. Jan. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 819 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30855
Vorwahl: 0511
Godshorn (Niedersachsen)
Godshorn

Lage von Godshorn in Niedersachsen

Fachwerkkapelle der Gemeinde „Zum Guten Hirten“
Fachwerkkapelle der Gemeinde „Zum Guten Hirten“

Godshorn ist ein Dorf und westlicher Ortsteil der Stadt Langenhagen in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godshorn liegt südlich des Flughafens Hannover und in dessen unmittelbarer Nähe. Östlich liegt das Stadtzentrum von Langenhagen, im Süden liegt das Hannoversche Vinnhorst und westlich Schulenburg und Engelbostel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godshorn feierte im Jahr 2000 sein 800-jähriges Bestehen, jedoch wird vermutet, dass der Ort bereits um das Jahr 900 gegründet wurde.

Alte Bezeichnungen des Ortes sind vor 1225 Baldewinus de Gutereshorn, um 1360 Gottershorne, 1366 Gotershorne, um 1430 Gottershorne, 1588 Gittershorn, 1594 Gottershorn, 1634 Goddershorn, 1791 Gotteshorn und 1823 Godshorn.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde Godshorn am 1. März 1974 in die Stadt Langenhagen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1885 0607 [3]
1910 0980 [4]
1933 1255 [3]
1939 1900 [3]
1950 2760 [5]
1956 2531 [5]
1973 5351 [6]
2016 6392 [7]
2020 6778 [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Godshorn setzt sich aus einer Ratsfrau und zehn Ratsherren folgender Parteien zusammen:[8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Godshorn ist Ute Biehlmann-Sprung (CDU). Ihr Stellvertreter ist Bernd Juhrig (BBL).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Godshorn stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 18. Juni 1958 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.[9]

Wappen von Godshorn
Blasonierung: „In Rot ein silbernes, goldbeschlagenes Jagdhorn mit Tragriemen.“[9]
Wappenbegründung: Godshorn hat keine besonderen Vorgänge in seiner Geschichte zu verzeichnen. Die Geschichtsforscher haben den Ortsnamen als „Siedlung bei einer heiligen Stätte oder Opferstätte“ gedeutet. In ihrer Ansicht sind sie bestärkt worden durch einen noch 1740 bezeugten heiligen Baum, der in der Flurbezeichnung „bei dem heiligen Baum“ fortlebt. Bedeutsam aber ist es bei der Deutung Godshorns, dass das anlautende „G“ eigentlich ein lateinisches „W“ ist, dass also Godshorn soviel wie Wodes- oder Wodanshorn ist. Aus diesen Grundlagen ließ sich ein Gemeindewappen gestalten, in dem die Landesfarben wiederkehren.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die alte Godshorner Fachwerkkapelle von 1746[11] ersetzte eine ältere Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Sie steht neben der 1959 errichteten Kirche „Zum Guten Hirten“.
  • Niedersachsenhaus (Vierständerhaus) von 1759[12]
  • Vierständerhaus Hof Nr. 6 Gehle Hahne[13]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Rotes Kreuz[14]
  • Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e. V. – Ortsverein Godshorn[15]
  • TSV Godshorn mit verschiedenen Sparten des Breitensportes[16]
  • Tennis-Club Godshorn e. V.[17]
  • Judo Club Godshorn[18]
  • Schützenverein Godshorn[19]
  • Freiwillige Feuerwehr, besonders in der Jugendvereinsarbeit und Nachwuchsqualifizierung[20]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kulturring Godshorn organisiert ein jährliches Kabarett- und Comedyprogramm[21]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der sechs Gewerbegebiete Langenhagens, und zugleich die flächenhaft größten der Stadt, liegen in der Gemarkung Godshorn. Die Gewerbegebiete Frankenring, Münchner Straße und Bayernstraße liegen im Süden des Flughafens. Den Gebietscharakter prägen Zulieferer für den Flughafen, Logistikdienstleister für Luft- und Bodenfracht sowie Großhandel und Lagerflächen. Darunter die deutsche expert AG mit ihrem Hauptsitz und Lager, ebenso die Lager- und Auslieferungslogistik der Bofrost GmbH & Co. KG, wie auch ein großes Nutzfahrzeugzentrum mit Werkstätten für LKW und PKW der Marke Mercedes-Benz. Die Repha GmbH ist im Ort ansässig und produziert biologische Arzneimittel gegen Infekte und biologische Antibiotika.

Seit der Eingemeindung 1974 trägt diese Industrie- und Gewerbestruktur maßgeblich dazu bei, dass Langenhagen zu den gewerbesteuerstärksten Kommunen Niedersachsens zählt. Godshorn trägt deshalb innerhalb Langenhagens den Spitznamen „Perle von Langenhagen“.[22]

Die Nahversorgung ist mit zwei Supermärkten, Apotheke, Schreibwarenladen, Bäcker, Fleischer und mehreren Restaurants als gut zu bezeichnen, allerdings insgesamt mit einem negativen Trend, da sich zum Beispiel die Banken schon auf Schließungstermine geeinigt haben.[22]

Bildung und soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Godshorn befinden sich eine Grundschule mit einem Förderschulzweig der Gutzmannschule mit Schwerpunkt Lernen, zwei Kindertagesstätten, ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Jugendtreff.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort wurde ein Hallenfreibad mit 25 Meterbahn (Halle) und 50 Meterbahn (Freibad) betrieben. Das Freibad war Austragungsort jährlicher Qualifikationswettkämpfe der niedersächsischen Schwimmmeisterschaften sowie Trainingsort für Kabinenpersonal von Fluglinien, das für Rettungseinsätze nach einer Notwasserung geschult wird. Hier trainierten auch Kräfte von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr Einsatzsituationen. Die Betreibergesellschaft bestand aus acht Sportvereinen aus Langenhagen und den Ortsteilen Godshorn, Engelbostel, Schulenburg sowie Hannover – Vinnhorst. Das Bad wurde in den 1970er Jahren gegründet und erhielt einen jährlichen Zuschuss der Stadt. Dieses Bad ist seit September 2017 endgültig geschlossen.[23]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godshorn wird von drei Buslinien des GVH bedient. Sie bieten Fahrmöglichkeiten nach Engelbostel bzw. Garbsen, sowie zum Flughafen Hannover, in die Kernstadt von Langenhagen, sowie nach Hannover/Stöcken. Auch der Bahnhof Langenhagen-Mitte wird bedient. Eine Besonderheit stellt die Linie 253 dar. Sie verbindet ausschließlich das Gewerbegebiet am Flughafen mit der Kernstadt und dem Bahnhof Langenhagen.[24]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alheit Snur (um 1588–1648), ein gegen sie geführter Hexenprozess endete mit der Verurteilung zum Tod, am 8. Januar 1648 wurde sie auf der Hinrichtungsstätte des Amtes Langenhagen zwischen Langenhagen und Vahrenwald durch den hannoverschen Scharfrichter Martin Vogt erwürgt und ihre Leiche danach verbrannt
  • Jens Hardeland (* 1973), Hörfunkmoderator, der zurzeit bei der NDR-Jugendwelle N-Joy als Morgenmoderator tätig ist

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Eikemeier (1943–2017), Kartonage- und Verpackungs-Unternehmer, produziert seit 1976 in Godshorn
  • Wolfgang Supper (* 1953), Bildhauer, Werke von ihm befinden sich u. a. im Godshorner Kindergarten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst-August Wiedemann: Chronik Godshorn. Vom Dorf zum Stadtteil. Hrsg.: Kulturring Godshorn von 1963 e. V. Im Eigenverlag veröffentlicht, Langenhagen/Godshorn 2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Godshorn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen, Daten, Fakten – Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. In: Webseite Stadt Langenhagen. 31. Januar 2020, abgerufen am 12. Februar 2020.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  3. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Hannover (Siehe unter: Nr. 23). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hannover. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 17. Februar 2020.
  5. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 159 (Digitalisat).
  6. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 23, Landkreis Hannover (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 17. Februar 2020]).
  7. Zahlen, Daten, Fakten – Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. In: Webseite Stadt Langenhagen. 31. Januar 2020, archiviert vom Original am 22. August 2017; abgerufen am 17. Februar 2020.
  8. a b Der Ortsrat von Godshorn. In: Bürgerinformationssystem Stadt Langenhagen. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  9. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 226–227.
  10. Eintrag über die Partnerstädte. In: Webseite Stadt Langenhagen. Abgerufen am 23. April 2019.
  11. Godshorn – Alte Kapelle. In: Webseite Stadt Langenhagen. 2013, abgerufen am 19. Februar 2018.
  12. Godshorn – Das Niedersachsenhaus. In: Webseite Stadt Langenhagen. 2012, abgerufen am 19. Februar 2018.
  13. Hof Nr. 6 Gehle Hahne. In: Webseite Stadt Langenhagen. 2014, abgerufen am 19. Februar 2018.
  14. DRK Ortsverein Godshorn. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite DRK Godshorn. Archiviert vom Original am 19. Februar 2018; abgerufen am 19. Februar 2018.
  15. Arbeiterwohlfahrt – Ortsverein Godshorn. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite AWO Godshorn. Archiviert vom Original am 19. Februar 2018; abgerufen am 19. Februar 2018.
  16. Turn- und Sportverein Godshorn von 1926 e. V. In: Webseite TSV Godshorn. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  17. Tennis-Club Godshorn e. V. In: Webseite TC Godshorn. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  18. Judo Club Godshorn. In: Webseite JC Godshorn. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  19. Schützenverein Godshorn von 1907 e. V. In: webseite Schützenverein Godshorn. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  20. Sven Warnecke: Die Feuerwehr feiert 125-jähriges Bestehen. In: Webseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 3. August 2017, abgerufen am 19. Februar 2018.
  21. Kulturring Godshorn. In: Webseite Kulturring Godshorn. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  22. a b In der „Perle“ schwindet die Infrastruktur. In: Webseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 26. April 2017, abgerufen am 19. Februar 2018.
  23. So hat Langenhagen sein Freibad verabschiedet. In: Webseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 31. August 2017, abgerufen am 19. Februar 2018.
  24. Antje Bismark: Region baut Buslinie 253 aus. In: Webseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 28. Januar 2014, abgerufen am 19. Februar 2018.