Godshorn

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Godshorn
Wappen von Godshorn
Koordinaten: 52° 26′ 19″ N, 9° 42′ 30″ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 8,28 km²
Einwohner: 6392 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 772 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30855
Vorwahl: 0511
Godshorn (Niedersachsen)
Godshorn

Lage von Godshorn in Niedersachsen

Fachwerkkapelle der Gemeinde „Zum Guten Hirten“
Fachwerkkapelle der Gemeinde „Zum Guten Hirten“

Godshorn ist ein Dorf und westlicher Ortsteil der Stadt Langenhagen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godshorn liegt südlich des Flughafens Hannover und in dessen unmittelbarer Nähe. Östlich liegt das Stadtzentrum von Langenhagen, im Süden liegt das Hannoversche Vinnhorst und westlich Schulenburg und Engelbostel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godshorn feierte im Jahr 2000 sein 800-jähriges Bestehen, jedoch wird vermutet, dass der Ort bereits um das Jahr 900 gegründet wurde.

Alte Bezeichnungen des Ortes sind vor 1225 Baldewinus de Gutereshorn, um 1360 Gottershorne, 1366 Gotershorne, um 1430 Gottershorne, 1588 Gittershorn, 1594 Gottershorn, 1634 Goddershorn, 1791 Gotteshorn und 1823 Godshorn.

Der Hexenprozess gegen Alheit Snur aus Godshorn endete mit ihrer Verurteilung zum Tod. Am 8. Januar 1648 wurde sie auf der Hinrichtungsstätte des Amtes Langenhagen zwischen Langenhagen und Vahrenwald durch den hannoverschen Scharfrichter Martin Vogt zunächst erwürgt, ihre Leiche danach verbrannt.

Am 1. März 1974 wurde Godshorn in die Stadt Langenhagen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Godshorn setzt sich aus einer Ratsfrau und zehn Ratsherren folgender Parteien zusammen:[3]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Godshorn ist Ute Biehlmann-Sprung (CDU). Ihr Stellvertreter ist Bernd Juhrig (BBL).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Godshorn stammt von dem in Gadenstedt geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der schon die Wappen von Bantorf, Barrigsen, Egestorf und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 18. Juni 1958 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.[4]

Wappen von Godshorn
Blasonierung: „In Rot ein silbernes, goldbeschlagenes Jagdhorn mit Tragriemen.“[4]
Wappenbegründung: Godshorn hat keine besonderen Vorgänge in seiner Geschichte zu verzeichnen. Die Geschichtsforscher haben den Ortsnamen als „Siedlung bei einer heiligen Stätte oder Opferstätte“ gedeutet. In ihrer Ansicht sind sie bestärkt worden durch einen noch 1740 bezeugten heiligen Baum, der in der Flurbezeichnung „bei dem heiligen Baum“ fortlebt. Bedeutsam aber ist es bei der Deutung Godshorns, dass das anlautende „G“ eigentlich ein lateinisches „W“ ist, dass also Godshorn soviel wie Wodes- oder Wodanshorn ist. Aus diesen Grundlagen lies sich ein Gemeindewappen gestalten, in dem die Landesfarben wiederkehren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kulturring Godshorn organisiert ein jährliches Kabarett- und Comedyprogramm. Das DRK und die AWO haben aktive Ortsvereine in der Ortschaft. Der TSV Godshorn ist ein Sportverein mit verschiedenen Sparten des Breitensportes.

Die alte Godshorner Fachwerkkapelle von 1746 ersetzte eine ältere Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Sie steht neben der 1959 errichteten Kirche „Zum Guten Hirten“. Ein typisches Vierständerhaus von 1759 befindet sich in derselben Straße.

Baudenkmäler

Siehe Liste der Baudenkmale in Godshorn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der sechs Gewerbegebiete Langenhagens, und zugleich die flächenhaft größten der Stadt, liegen in der Gemarkung Godshorn. Die Gewerbegebiete Frankenring, Münchner Straße und Bayernstraße liegen im Süden des Flughafens. Den Gebietscharakter prägen Zulieferer für den Flughafen, Logistikdienstleister für Luft- und Bodenfracht sowie Großhandel und Lagerflächen. Darunter die deutsche expert AG mit ihrem Hauptsitz und Lager, ebenso die Lager- und Auslieferungslogistik der Bofrost GmbH & Co.KG, wie auch ein großes Nutzfahrzeugzentrum mit Werkstätten für LKW und PKW der Marke Mercedes-Benz. Die Repha GmbH ist im Ort ansässig und produziert biologische Arzneimittel gegen Infekte und biologische Antibiotika.

Seit der Eingemeindung 1974 trägt diese Industrie- und Gewerbestruktur maßgeblich dazu bei, dass Langenhagen zu den gewerbesteuerstärksten Kommunen Niedersachsens zählt. Godshorn trägt deshalb innerhalb Langenhagens den Spitznamen „Perle von Langenhagen“.[5]

In Godshorn befinden sich eine Grundschule mit einem Förderschulzweig der Gutzmannschule mit Schwerpunkt Lernen, zwei Kindertagesstätten, ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Jugendtreff.

Im Ort wurde ein Hallenfreibad mit 25 - Meterbahn (Halle) und 50 - Meterbahn (Freibad) betrieben. Das Freibad war Austragungsort jährlicher Qualifikationswettkämpfe der niedersächsischen Schwimmmeisterschaften sowie Trainingsort für Kabinenpersonal von Fluglinien, das für Rettungseinsätze nach einer Notwasserung geschult wird. Hier trainierten auch Kräfte von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr Einsatzsituationen. Die Betreibergesellschaft bestand aus acht Sportvereinen aus Langenhagen und den Ortsteilen Godshorn, Engelbostel, Schulenburg sowie Hannover – Vinnhorst. Das Bad wurde in den 1970er Jahren gegründet und erhielt einen jährlichen Zuschuss der Stadt. Dieses Bad ist seit September 2017 endgültig geschlossen.[6]

Der Tennisverein Godshorn betreibt eine Tennisanlage. Ebenso aktiv sind die Judoka Godshorn, wie auch die Schützengesellschaft Godshorn und die Freiwillige Feuerwehr, besonders in der Jugendvereinsarbeit und Nachwuchsqualifizierung.

Die Nahversorgung ist mit zwei Supermärkten, Apotheke, Schreibwarenladen, Bäcker, Fleischer und mehreren Restaurants als gut zu bezeichnen, allerdings insgesamt mit einem negativen Trend, da sich zum Beispiel die Banken schon auf Schließungstermine geeinigt haben.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst-August Wiedemann: Chronik Godshorn: vom Dorf zum Stadtteil. Langenhagen 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Godshorn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten, Fakten – Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. Auf: Internetseite der Stadt Langenhagen, abgerufen am 22. August 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  3. a b Ortsrat von Godshorn. Auf: Internetseite Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen, abgerufen am 22. August 2017.
  4. a b Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  5. a b In der „Perle“ schwindet die Infrastruktur. In: Hannoversche Allgemeine, vom 26. April 2017, abgerufen am 22. August 2017.
  6. So hat Langenhagen sein Freibad verabschiedet. Auf: Hannoversche Allgemeine, vom 31. August 2017, abgerufen am 29. September 2017.