Goethe-Gymnasium (Berlin-Wilmersdorf)

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Goethe-Gymnasium
Goethe-Gymnasium B-Wilmersdorf 02-2014.jpg
Schulform Altsprachliches, humanistisches Gymnasium
Schulnummer 04Y11
Gründung 1954
Adresse

Gasteiner Straße 23

Ort Berlin-Wilmersdorf
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 14″ N, 13° 19′ 18″ OKoordinaten: 52° 29′ 14″ N, 13° 19′ 18″ O
Träger Land Berlin
Schüler 595 (2015/2016)[1]
Lehrkräfte 56 + 11 Referendare (2015/2016)[1]
Leitung Jörg Freese [2]
Website [1]

Das Goethe-Gymnasium ist ein grundständiges humanistisches Gymnasium im Ortsteil Wilmersdorf des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin.

Prägend für die Schule ist die Konzentration auf die alten Sprachen Latein und Altgriechisch. Die Schüler beginnen in der 5. Klasse mit dem Lateinunterricht, in der 8. Klasse mit dem Griechischunterricht. Als eine der letzten Schulen Deutschlands musste eine der beiden Sprachen als Leistungskurs gewählt werden. Diese Pflicht wurde 2011 aufgrund der Vorgaben der Senatsverwaltung abgeschafft.[3] Die Schulleitung wird durch einen gemeinnützigen „Verein der Freunde des Goethe-Gymnasiums Berlin e.V.“ unterstützt.

Zusammen mit anderen traditionsreichen grundständigen Gymnasien wie dem Gymnasium Steglitz, dem Französischen Gymnasium, dem Canisius-Kolleg und dem Grauen Kloster gehört das Goethe-Gymnasium zu den bekannteren Schulen Berlins.

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goethe Gymnasium Berlin Wilmersdorf: Fassade mit Eingangsportal von der Gasteiner Str. aus fotografiert im Licht der Abendsonne. Die Fassade wurde vor kurzem gereinigt.

Das heutige Goethe-Gymnasium kann sich auf drei Schulen als Vorläufer berufen. Den Namen erhielt es von der früheren Goethe-Schule, den Schultypus vom früheren Bismarck-Gymnasium, das Gebäude von der Victoria-Luisen-Schule. Im Folgenden wird es einen historischen Abriss der Vorgängerschulen sowie der Einrichtung des Goethe-Gymnasiums geben.

Bismarck-Gymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goethe-Gymnasium Wilmersdorf: Detail der Aussenfassade an der Uhlandstr. Kapitel, symbolisierend das Element "Luft", teilweise ausgebessert nach Kriegsbeschädigung und vor kurzem gereinigt.

Das Bismarck-Gymnasium wurde 1895 gegründet, erhielt seinen Namen aufgrund des 80. Geburtstages des ehemaligen Reichskanzlers und Reichsgründers Fürst Otto von Bismarck und befand sich in der Pfalzburger Straße 30 in Wilmersdorf.

Das Bismarck-Gymnasium war eine altsprachliche Schule, die sich gegen das vom Kaiser bildungspolitisch favorisierte Realgymnasium behauptete. So wurde das Gymnasium nicht auf staatliches Betreiben gegründet, sondern von Privatleuten. Einer der ersten Oberlehrer war Walter Henze. In der Zeit des Nationalsozialismus konnte das Bismarck-Gymnasium als Wahlfach Hebräisch erhalten. Da die Räumlichkeiten in der Pfalzburger Straße im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, suchte man nach neuen Räumlichkeiten. Nachdem das Gymnasium kurzzeitig in der Cäcilienschule am Nikolsburger Platz untergekommen war, wechselte es in das Gebäude der früheren Victoria-Luisen-Schule in der Gasteiner Straße. Nach Kriegsende mussten die Berliner Schulen ihre Namen ablegen und erhielten von den Besatzungsbehörden Nummern. Das Bismarck-Gymnasium erhielt die Nummer 15 in Wilmersdorf. Letzter Schulleiter war Dr. Bleckmann. Ihm gelang es nach Kriegsende, einen spärlichen Lateinunterricht gegen die Besatzungsmacht durchzusetzen.

Victoria-Luisen-Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einer privaten Schule wurde eine öffentliche höhere Mädchenschule etabliert. Für die Benennung erhielt man von Kaiser Wilhelm II. die Erlaubnis, diese Institution mit dem Namen seiner einzigen Tochter, Prinzessin Viktoria Luise von Preußen zu versehen. Am 13. September 1903 wurde der Grundstein gelegt. Die Schule wurde auf der Ecke Uhlandstraße Ecke Gasteiner Straße nach Plänen von Otto Herrnring errichtet. Im Oktober 1904 wurde das Gebäude fertiggestellt und fand aufgrund seiner Verzierungen selbst in der Presse seinen Niederschlag. Erhalten sind aus der Anfangszeit des Gebäudes – das 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde – Foyer, Treppenhaus, die verzierte Decke der Aula und die Orgel, die vom Kaiserlichen Hoforgelbaumeister Wilhelm Sauer stammte. 1907 wurde die Schule von Ihrer Kaiserlichen Majestät Auguste Viktoria besichtigt. 1939 wurde die Schule geschlossen, das Gebäude fiel an das Konservatorium der Reichshauptstadt. Die Kriegsschäden am Gebäude hielten sich in Grenzen und am 21. Mai 1945 probten die Berliner Philharmoniker bereits in der Aula der Schule für ein Konzert im Titania-Palast. Das Gebäude wurde von den beiden ehemaligen Schulen Bismarck-Gymnasium und Goethe-Schule genutzt. Die Viktoria-Luise-Schule fand als Institution keine Fortsetzung.

Goethe-Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Goethe-Schule war ein Reformrealgymnasium in der Münsterschen Straße. Das 1905 bis 1907 durch Otto Herrnring errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird heute von der Katharina-Heinroth-Grundschule genutzt.

Goethe-Gymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Mai 1954 beschloss der West-Berliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Walther Schreiber und Bildungssenator Joachim Tiburtius die Goethe-Schule im Haus der früheren Victoria-Luisen-Schule und das Gymnasium Steglitz in der Heesestraße als „Schulen besonderer pädagogischer Prägung“ einzurichten. Sie zählten somit nicht mehr zu den sonst in West-Berlin üblichen „Oberschulen Wissenschaftlichen Zweiges“ (OWZ), an denen die Hochschulreife erworben wurde. Die Schulen erhielten die Prädikate grundständig (also abweichend von der Berliner Regel des Oberschulbeginns nach der 6. Klasse bereits nach der 4. Klasse) und humanistisch (also mit Latein als erster Fremdsprache). Im Gegensatz zu den OWZs durften sie sich „Gymnasien“ nennen. Die Schule wurde als Nachfolger des zerstörten Bismarck-Gymnasiums eingerichtet.

Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– alphabetisch –

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahresbericht über das Schuljahr ... Berlin, 1897 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Goethe-Gymnasium. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 19. September 2008, abgerufen am 6. April 2016.
  2. Schulleitung, Website des Goethe-Gymnasiums; abgerufen am 1. Februar 2018
  3. „Das Goethe-Gymnasium stellt sich neu auf“ (Memento des Originals vom 15. Mai 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.goethe-gymnasium-berlin.cidsnet.de, Website des Goethe-Gymnasiums
  4. Homepage Goethe Gymnasium

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großteil der Daten, vor allem der historischen Daten, stammt aus der Festschrift zum 50. Jubiläum des Goethe-Gymnasiums zur Feier am 10. Mai 2004.