Goethe-Schiller-Denkmal

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Das Goethe-und-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz in Weimar, 2013
Das Goethe-und-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater in Weimar, 2006
Das Goethe-und-Schiller-Denkmal vor dem Hoftheater in Weimar, um 1900
Tortenheber mit Goethe-und-Schiller-Denkmal, um 1860

Das Goethe-Schiller-Denkmal ist ein bronzenes Doppelstandbild der deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller. Das 1857 eingeweihte Denkmal steht vor dem Deutschen Nationaltheater auf dem Theaterplatz in Weimar. Es wurde vom Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel geschaffen.

Standbild[Bearbeiten]

Das Denkmal stellt das Dichterpaar nebeneinander stehend dar: Goethe, der ältere der Beiden, von kräftiger Gestalt und im Hoffrack, ruhig vor sich hinblickend, lehnt an einem Eichenstamm; seine linke Hand erfasst die Schulter Schillers, während er ihm mit der Rechten den Lorbeerkranz reicht. Schiller, jugendlich, von schlanker Gestalt und im langen Gehrock mit teils übergeschlagenem Hemdkragen und offener Weste, hält in der Linken eine Schriftrolle, während die Rechte, halb ablehnend, nach dem Kranz greift.

Bemerkenswert ist, dass die „Dichterfürsten“ in gleicher Körpergröße dargestellt sind – obwohl Schiller mit 1,90 m erheblich größer war als Goethe mit nur 1,69 m.[1]

Sockel und Widmung[Bearbeiten]

Die Widmung an der Sockel-Vorderseite des Goethe-Schiller-Denkmals

Die Vorderseite des von Großherzog Friedrich I. von Baden gestifteten Sockels aus poliertem badischen Granit trägt die Widmungsinschrift

Dem Dichterpaar
Goethe und Schiller

das Vaterland

Künstler und Signatur[Bearbeiten]

Den Entwurf des Standbildes schuf der Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel. Bei der Erstellung des Modells der Figurengruppe wurde er von seinem Gehilfen Gustav Kietz unterstützt. 1857 vollendete der Gießer Ferdinand von Miller in der Königlichen Erzgießerei in München den Bronzeguss.

Auf der Rückseite des Baumstammes findet sich als Urheberangabe die gravierte Signatur der Künstler:

„Ernst Rietschel inv. et fec. Dresden 1856, Ferd. v. Miller fudit München 1857“

Aufstellung und Enthüllung[Bearbeiten]

Das Denkmal wurde am 4. September 1857 anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach – zusammen mit dem Denkmal für Christoph Martin Wieland – feierlich enthüllt. Anlässlich dieses Festaktes gelangte in Weimar tags darauf, am 5. September 1857, Franz Liszts Faust-Sinfonie zur Uraufführung.

Von Mai 1942 bis 1945 war das Denkmal - als einziges in der Stadt - als Schutz vor Luftangriffen eingemauert[2], im Sommer 1945 wurde es aus dieser Einhausung quasi ein zweites Mal "enthüllt". Es gibt ein bekanntes Propaganda-Foto, auf dem sich Soldaten der Roten Armee (symbolisch?) dabei betätigen.

Bedeutung und Rezeption[Bearbeiten]

Neben dem Kyffhäuserdenkmal ist das Goethe-und-Schiller-Denkmal das bekannteste Denkmal Thüringens; es dient unter anderem einer Werbekampagne der regionalen Tageszeitung Thüringer Allgemeine.

Kopien des Standbildes stehen in Anting, San Francisco, Milwaukee, Cleveland, und Syracuse.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goethe- und Schiller-Denkmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachtaktion an Goethes Grab. In: Berliner Zeitung, 19. März 1999
  2. Bilder der Zerstörung. Weimar 1945. Fotos von Günther Beyer. Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum Weimar 2015
  3.  Hans A. Pohlsander: National Monuments and Nationalism in 19th Century Germany. Peter Lang, 2008, ISBN 978-3-03911-352-1, S. 119 (books.google.com).

50.97972222222211.325555555556Koordinaten: 50° 58′ 47″ N, 11° 19′ 32″ O