Golßen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Golßen
Golßen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Golßen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 58′ N, 13° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Unterspreewald
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 63,68 km²
Einwohner: 2567 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15938
Vorwahl: 035452
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 164
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 41
15938 Golßen
Webpräsenz: www.amt-golssener-land.de
Bürgermeister: Hartmut Laubisch (SPD)
Lage der Stadt Golßen im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Schloss Golßen um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Schloss Golßen

Golßen (niedersorbisch Gólišyn[2]) ist eine amtsangehörige Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg (Deutschland) und Sitz des Amtes Unterspreewald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golßen liegt zwischen dem Glogau-Baruther Urstromtal, dem Niederen Fläming und dem Lausitzer Becken- und Heideland und wird von der Dahme durchflossen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Golßen umfasst laut ihrer Hauptsatzung[3] neben der Kernstadt folgende Orts- und Gemeindeteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung von Golßen geht auf die Zeit der deutschen Ostsiedlung im 12. Jahrhundert zurück. Die älteste noch erhaltene Urkunde der Stadt datiert erst auf den 21. Oktober 1276. Die Siedlungsstruktur von Golßen weist noch immer die typische zentrale um den Marktplatz gruppierte Form einer Angersiedlung auf.

1276 befand sich ein Rittergut Golssen im Besitz der Burggrafen aus dem Haus Wettin. 1346 findet sich als Besitzer des Gutes ein Heinrich de Damis. 1372 verpfändete Kaiser Karl IV. die „Veste Golssin“ an die Herren von Querfurt. 1395 wird der Markgraf Wilhelm „der Einäugige“ von Meißen, 1402 Wichard von Rochan und ab 1418 Caspar und Paul von Knobelsdorff als Eigentümer erwähnt. Nach den von Knobelsdorffs treten im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts die Familien von Polentz und schließlich von Stutterheim als Besitzer des Gutes Golßen auf.

Die Familie von Stutterheim vereinigte in der Zeit von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis in das 17. Jahrhundert die Güter Alt-Golssen, Sellendorf, Hohendorf, Schäcksdorf, Krossen, Drahnsdorf, Liedekahle, Jetzsch, Falkenhain, Zützen, Görsdorf, Landwehr, Priaro, Waldow, Rietzneuendorf, Briesen, Oderin, Sagritz, Pitschen, Krebitz und etliche weitere Güter in ihrer Hand und hielt damit ein Gebiet, welches weit über das Gebiet des heutigen Golßen hinausging. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges und in der Folge bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts ging der Familie nach und nach der Besitz verloren oder wurde verkauft.

Etwa 1647 erlangte die Familie von Bredow den teilweisen Besitz am Gut Golssen und hielt diesen bis 1718. 1718 wurde dieser Besitz der Familie an den preußischen Kammerrat Johann-Peter von Koehler verkauft, über den das Gut 1721 an seinen Schwiegersohn Johann Just Vieth (später als Vieth von Golssen(au) geadelt, vgl. Ludwig Renn) überging. Dieser errichtete den Mittelteil des heutigen Schlosses. Über verschiedene Besitzer gelangte das Gut schließlich an die Grafen zu Solms-Baruth. Nach 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet. Heute (2014) steht das Schloss leer.

Die Güter Zützen und Wendisch-Gersdorff gehörten im 17. Jahrhundert der Familie von Klitzing. 1651 erheiratete sie der kurfürstlich-sächsische Oberleutnant Herbert von Droste zu Möllenbeck (aus einer Seitenlinie der westfälischen Adelsfamilie Droste zu Hülshoff). Sein Sohn, der sächsische General Johann Eberhard von Droste-Zützen, erheiratete zusätzlich die Güter Reddern (wo er die Flachskirche erbaute) und Grebendorf. Sein überlieferter Besuch auf dem Familien-Stammgut Burg Hülshoff wurde literarisch durch die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff verarbeitet. Mitte des 18. Jahrhunderts verkaufte ein Nachfahr das Gut an die Familie Kleist, die durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff das prächtige Barockschloss Zützen errichten ließ, das im Mai 1945 – vermutlich infolge von Brandstiftung – bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbstständigen Orte Landwehr und Prierow gehören seit dem 1. Juli 1950 zur Stadt Golßen. Altgolßen folgte am 1. Januar 1973.[4]

Mahlsdorf wurde am 1. Mai 1998 eingemeindet.[5] Am 31. Dezember 2002 wurde der heutige Ortsteil Zützen eingegliedert.[6]

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 577
1890 1 762
1910 1 750
1925 1 762
1933 1 708
1939 1 688
1946 2 327
1950 2 673
1964 2 194
1971 2 219
Jahr Einwohner
1981 2 444
1985 2 445
1989 2 424
1990 2 453
1991 2 422
1992 2 375
1993 2 376
1994 2 354
1995 2 326
1996 2 335
Jahr Einwohner
1997 2 298
1998 2 379
1999 2 379
2000 2 322
2001 2 292
2002 2 923
2003 2 868
2004 2 852
2005 2 817
2006 2 746
Jahr Einwohner
2007 2 730
2008 2 661
2009 2 627
2010 2 616
2011 2 554
2012 2 532
2013 2 532
2014 2 505

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[9][10]
Wahlbeteiligung: 50,8 % (2008: 56,6 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,4 %
26,1 %
13,5 %
3,0 %
EB d
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,3 %p
-5,5 %p
+3,8 %p
+3,0 %p
EB d
Anmerkungen:
d Einzelbewerberin Menzel
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Rathaus der Stadt Golßen
Amt Golßener Land

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 16 Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sie sich folgendermaßen zusammen:[11]

SPD 9 Sitze (± 0)
CDU 4 Sitze (− 1)
LINKE 2 Sitze (± 0)
Einzelbewerberin Ivonne Menzel 1 Sitz (+ 1)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Kolan (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 67,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13] Einige Monate später bewarb er sich um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters von Lübben und wurde dort nach der Stichwahl am 15. Februar 2015 hauptamtlicher Bürgermeister.

Die Stadtverordnetenversammlung von Golßen wählte am 14. April 2015 Hartmut Laubisch (SPD) zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister bis zum Ende der Legislaturperiode.[14] Laubisch war bereits von 2003 bis 2008 Bürgermeister von Golßen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 12. Juni 1992 genehmigt.

Blasonierung: „Von Rot über Silber geteilt; oben eine durchgängige silberne Mauer mit drei Türmen bedeckt, die mit schwarzen Fenstern und blauen Spitzdächern versehen sind, sowie einem offenen roten Tor, unten ein auf grünem Boden linkshin schreitender schwarzer Eber.“[15]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Golßen sowie in der Liste der Bodendenkmale in Golßen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss, im Mittelteil ein 1723 von Johann Just Vieth erbauter zweistöckiger Putzbau, zu dem ein Landschaftspark mit seltenen Baumarten und einem künstlich angelegten Teich gehören. Die Parkanlage wurde um 1838–1840 vom neuen Besitzer des Schlosses Heinrich Ludwig zu Solms-Baruth in seiner heutigen Form angelegt. Der 1852 nach den Plänen von Eduard Knoblauch angebaute Flügel geht ebenfalls auf Friedrich Heinrich Ludwig zu Solms zurück. Im Inneren weist das Schloss Züge des Barock und des Klassizismus auf.
  • Bürgerhäuser aus der Zeit des Fin de siècle im Stadtkern
  • Rathaus, zwischen 1904 und 1906 nach Plänen des Baurates Tieffenbach im Stile der Neugotik erbaut, dreigeschossiges Gebäude mit einem 1992 bis 1995 restaurierten Turm, bestimmt bis heute die Silhouette der Stadt.
  • Klassizistische Kirche von 1845
  • Kirche in Altgolßen, gilt als eine der ältesten Kirchen der Niederlausitz
  • Kirche in Mahlsdorf, 1899 fertiggestellt
  • Kirche in Zützen aus dem Mittelalter
  • Wassermühle an der Dahme in Sagritz, 1815 von einem Mitglied der jetzigen Eigentümerfamilie erworben

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet von Golßen wurde mit Beschluss Nr. 75/81 des Bezirkstages von Cottbus vom 25. März 1981 zum 26. März 1981 das Naturschutzgebiet „Pierow bei Golßen“ eingerichtet. Ferner wurde durch die „Verordnung über das Naturschutzgebiet ‚Zützener Busch‘“ vom 17. März 2003 (Brandenburgisches GVBl. II/03, [Nr. 14], S. 290) ein 91 Hektar großes Naturschutzgebiet eingerichtet. Das Naturschutzgebiet umfasst ein grundwassergeprägtes Feuchtgebiet mit repräsentativen Waldgesellschaften mit Beständen von Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarzerle) und Fraxinus excelsior (Gemeine Esche).

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Sportvereinen bestehen die SG Eintracht Kasel-Golzig, der SV 1885 Golßen, die Schützengilde 1836 Golßen sowie die SG Einheit Drahnsdorf. Ferner gibt es den Golßener Carnevals Club (GCC) und den Verein der Freiwilligen Feuerwehr 1902 Golßen e. V.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Golßen ist für die Spreewälder Gurken bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Golßen werden als bekannteste Produkte Spreewälder Gurken und sonstige Konservenprodukte im „Spreewaldhof Golßen“ sowie die Erzeugnisse der örtlichen Fleisch- und Wurstwarenfabrik hergestellt. Der „Spreewaldhof Golßen“ bietet eine geführte Besichtigung an. Außerdem gibt es am Bahnhof Golßen eine Fabrik zur Stärke- und Fischfutterproduktion.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golßen liegt an der Bundesstraße 96 zwischen Baruth und Luckau. In der Stadt zweigt die Bundesstraße 115 nach der Kreisstadt Lübben ab. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Freiwalde an der A 13 Berlin–Dresden.

Der Bahnhof Golßen liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Er wird von der Regionalexpresslinie RE 5 (Rostock–Berlin–Elsterwerda) im Zwei-Stunden-Takt bedient.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[16] 1 563 1 559 1 556 1 557 1 569 1 581 1 581
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 573 586 592 595 614 624 624

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss steht seit 2005 leer.[17] Früher wurde es als Kindertagesstätte genutzt. Ebenfalls beheimatete das Schloss früher die Bibliothek und das Gartenbauamt. Daneben bestehen zwei weitere Kindergärten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golßen verfügt über eine Grundschule mit Schulhort und die Förderschule „Hans-Christian-Andersen“ in Altgolßen. Die Gesamtschule wurde 2006 geschlossen. Es gibt eine Stadtbibliothek und ein Schwimmbad. Für die Jugend gibt es einen Jugendklub, er wird vom DRK betrieben, und befindet sich in der Gartenstraße 17/18 in Nähe des Marktes.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte und Geschichten von Golßen, aus Anlaß des 700jährigen Bestehens. Hrsg.: Rat der Stadt Golßen. Golßen, 1976, 69 S.
  • Lars Rose und Michael Bock: Golßen in historischen Ansichten. Horb am Neckar: Geiger, 2001, 168 S., ISBN 3-89570-718-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Liste der niedersorbischen Ortsnamen Abschnitt E–G, → Golßen (niedersorbisch Gólišyn)
  3. Hauptsatzung der Stadt Golßen vom 15. Dezember 2008 PDF
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald. S. 14–17
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf
  10. Landeswahlleiter Brandenburg
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  12. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Hartmut Laubisch ist Golßens Bürgermeister. In: Lausitzer Rundschau, 16. April 2015
  15. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  16. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  17. http://www.lr-online.de/regionen/luckau/Im-Golssener-Schloss-stuerzen-Decken-ein;art1062,3066624

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Golßen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien