Gold(I)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Strukturformel von Gold(I)-chlorid
__ Au+     __ Cl
Allgemeines
Name Gold(I)-chlorid
Andere Namen

Goldmonochlorid

Verhältnisformel AuCl
CAS-Nummer 10294-29-8
PubChem 27366
Kurzbeschreibung

hellgelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 232,42 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

7,57 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

289 °C (Zersetzung)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​317
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34​‐​43
S: 26​‐​27​‐​36/37/39​‐​45
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−34,7 kJ/mol[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Gold(I)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gold(I)-chlorid kann durch thermischen Abbau eines aus Tetrachlorogold(III)-säure erhaltenen Gold(III)-chlorids[1]

oder durch Reaktion von reinstem, trockenen Chlor mit fein verteiltem Gold bei 250 °C gewonnen werden.[1]

Ebenfalls möglich ist die Herstellung durch thermische Zersetzung von Gold(III)-chlorid.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gold(I)-chlorid ist ein hellgelber Feststoff. Er ist löslich in Alkalichloridlösungen und zersetzt sich beim Lösen in Wasser in Gold und Trichlorhydroxogold(III)-säure.[5]

Dafür sind manche Gold(I)-chlorid-Komplexe sehr beständig.[5]

Die Verbindung hat eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Cmmm (Raumgruppen-Nr. 65)Vorlage:Raumgruppe/65, a = 6,41 Å, b = 3,36 Å, c = 9,48 Å (andere Quelle Raumgruppe I41/amd (Nr. 141)Vorlage:Raumgruppe/141[6]). Seine Bildungsenthalpie beträgt −34,7 kJ/mol.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gold(I)-chlorid kann als Katalysator für organischen Synthesen verwendet werden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band II, Seite 1012. 1978, ISBN 3-432-87813-3.
  2. a b c d e f Datenblatt Gold(I) chloride, 99.9% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 2. April 2013 (PDF).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-5.
  5. a b Gert Blumenthal, Dietmar Linke, Siegfried Vieth: Chemie: Grundwissen Für Ingenieure. Springer DE, 2006, ISBN 3-8351-9047-4, S. 352 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer, 1998, ISBN 3-642-58842-5, S. 310 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. G. Tozer-Hotchkiss: Theilheimer's Synthetic Methods of Organic Chemistry. Karger Publishers, 2008, ISBN 3-8055-8639-6, S. 200 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).