Goldegg im Pongau

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Goldegg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Goldegg
Goldegg im Pongau (Österreich)
Goldegg im Pongau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Hauptort: Hofmark
Fläche: 33,07 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 13° 6′ OKoordinaten: 47° 19′ 8″ N, 13° 5′ 59″ O
Höhe: 825 m ü. A.
Einwohner: 2.533 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 77 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5622
Vorwahl: 06415
Gemeindekennziffer: 5 04 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofmark 18
5622 Goldegg
Website: www.goldegg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hans Fleißner (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(17 Mitglieder)
8
4
3
2
Insgesamt 17 Sitze
Lage der Gemeinde Goldegg im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad GasteinAltenmarkt im PongauBad HofgasteinBischofshofenDorfgasteinEben im PongauFilzmoosFlachau (Salzburg)ForstauGoldegg im PongauGroßarlHüttauHüttschlagKleinarlMühlbach am HochkönigPfarrwerfenRadstadtSt. Johann im PongauSt. Martin am TennengebirgeSankt Veit im PongauSchwarzach im PongauUntertauernWagrain (Pongau)WerfenWerfenwengSalzburgLage der Gemeinde Goldegg im Pongau im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Goldegg im Pongau mit dem Goldegger See

Goldegg, auch Goldegg im Pongau, ist eine Gemeinde mit 2533 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk St. Johann im Pongau im Salzburger Land in Österreich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldegg liegt über der Salzach im Salzburger Land. Es ist die westlichste und damit oberste der zum Bezirk Pongau gehörenden Gemeinden im Salzachtal. Flussaufwärts liegt Lend (Salzburg) im Pinzgau, flussabwärts Schwarzach im Pongau. Goldegg liegt auf der Nordseite der Salzach vor allem in zwei Seitentälern, deren Bäche östlich des Gemeindegebietes in die Salzach münden: Der Seebach entfließt dem nur 5 ha großen Goldegger See beim Zentralort Goldegg. Nördlich und parallel dazu fließt der längere Wenger Bach. Auf dem Höhenrücken zwischen beiden Tälern liegen verstreut die Höfe von Hasling und Schattau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Altenhof (425)
  • Boden (97)
  • Buchberg (56)
  • Enkerbichl (71)
  • Hasling (117)
  • Hofmark (489)
  • Maierhof (144)
  • March (308)
  • Mitterstein (49)
  • Oberhof (136)
  • Schattau (189)
  • Weng (452)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Buchberg, Goldegg und Weng.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Hangterrasse über der Salzach zwischen Schwarzach und Taxenbach wurde eine keltisch-römische Höhensiedlung der Ambisonten aus der Latènezeit gefunden. Von hier führte eine Passstraße durch das Gasteinertal bis nach Teurnia in Kärnten. An zwei Seiten wird die Siedlung durch Felsabbrüche geschützt, die beiden anderen Seiten besitzen eine Trockensteinmauer mit einer Toranlage zur Verteidigung. Die Siedlung wurde auch noch in der Römerzeit bis mindestens 200 n. Chr. benutzt. Zahlreiche durch Aufprall verformte keltische Eisen-Pfeilspitzen und Schildbuckel mit Hiebbeschädigungen weisen auf kriegerische Ereignisse in und um die Anlage hin. Eine zeitliche Verbindung zur römischen Eroberung des Gebietes kann auf Grund der Funddatierung als gesichert angenommen werden. Die Fundobjekte befinden sich heute im Salzburger Museum Carolino Augusteum.[2]

Das Schloss wird 1821 in ein K.u.K-Rentamts-Gebäude umgebaut, die wohl ehemalige Schlosskapelle wird zum Gerichtsdienerhaus umgebaut. Bis 1854 ist das Schloss Sitz des Salzburgerischen Pflegegerichtsbeamten. Kaiser Franz Josef schenkte 1856 die Innenausstattung des Rittersaals dem Museum Carolino Augusteum.

1850 kam es zur Gründung der Gemeinden Goldegg und Weng. Weng wurde 1938 nach Goldegg eingemeindet.

Die Goldegger Deserteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs schlossen sich einige einheimische Regimegegner und Deserteure, mehr oder minder geführt durch Karl Rupitsch, zusammen und versteckten sich in den nahegelegenen Bergen vor den Nationalsozialisten. Sie verband die Überzeugung, nichts mit den Nationalsozialisten gemein zu haben und nicht an ihren Grausamkeiten beteiligt sein zu wollen. Die örtlichen Gestapo-Schergen suchten mehrmals vergeblich nach den "Goldegger Deserteuren". Erst als sie einen Halleiner SS-Bataillon zur Hilfe riefen, um die Deserteure zu finden, waren sie schlussendlich erfolgreich. Daraufhin wurden die meisten von ihnen in Konzentrationslager deportiert, während zwei weitere, die Hochleitner-Brüder, von zwei berüchtigt grausamen SS-Männern nahe dem Böndlsee rücklinks ermordet wurden.

Damals waren die Goldegger geteilter Meinung was die Deserteure betrifft, was auch heute teilweise noch der Fall ist. In Goldegg sprach sich die Mehrheit gegen sie aus, im jetzigen Ortsteil Weng die Mehrheit für die Deserteure. Erst vor kurzem entfernte man unter anderem die Bezeichnung "Landplage" für die Deserteure aus der Ortschronik. 2014 wurde, nach einer langen Diskussion zwischen noch lebenden Angehörigen und Opfern und der weiteren Bevölkerung, am Ortseingang ein Denkmal für die Deserteure und weitere Regimeopfer errichtet.[3] Im September 2018 wurde dieses Denkmal das erste Mal geschändet.[4]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schloss Goldegg, das seit 1973 der Gemeinde gehört, werden unterschiedliche Kulturveranstaltungen angeboten. Das Schloss beherbergt das Pongauer Heimatmuseum. Seit 2012 wird regelmäßig im September ein Thomas Bernhard Festival durchgeführt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Goldegg im Pongau

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „Im roten Felde eine goldene Ecke (Spitze), belegt mit einem roten Lindwurmkopf und beiderseits begleitet von je einer goldenen Krone.“ Ursprünglich bestand das Wappen nur aus den roten Segmenten und dem goldfarbenen Stück, Lindwurm und Kronen stammen vom Wappen der ausgestorbenen Familie Schernberg, die Teile wurden erst durch die Grafs in das Wappen integriert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister war von Mai 2008 bis Juni 2013 Hans Mayr. Er trat im Frühjahr 2013 aus der ÖVP aus und zum Team Stronach über, dessen Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Salzburg 2013 er war. Nach seiner erfolgreichen Wahl legte er das Amt des Bürgermeisters zurück.[7] Am 29. Juli 2013 wurde Mayrs früherer innerparteilicher Konkurrent Hans Fleißner (ÖVP) zum neuen Bürgermeister gewählt.[8]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skigebiet Goldegger Buchberg[9][10] gehört zur Salzburger Sportwelt im Schiverbund Ski amadé, und hat etwa 10 km Piste, mit 4 Schleppliften.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 658.
  3. http://salzburg.orf.at/news/stories/2632341/ Goldegg: Weiter Diskussion um NS-Gedenken, ORF.at vom 22. Februar 2014
  4. https://www.sn.at/salzburg/chronik/goldegg-unbekannte-schaenden-gedenkstein-fuer-deserteure-39576484
  5. Verstörungen. Ein Fest für Thomas Bernhard
  6. Dehio Salzburg 1986
  7. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130620_OTS0310/landesrat-hans-mayr-legt-amt-des-goldegger-buergermeisters-zurueck
  8. http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/politik/sn/artikel/fleissner-neuer-buergermeister-in-goldegg-68786/
  9. Skiregionen: Filzmoos – Salzburger Sportwelt. Ski amadé
  10. Skiregionen: Goldegg. bergfex.at – mit Pistenkarte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldegg im Pongau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien