Goldene Kamera

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Film- und Fernsehpreis. Für den Filmpreis in Cannes siehe Caméra d’Or.
Die Goldene Kamera

Die Goldene Kamera ist ein deutscher Film- und Fernsehpreis, der seit der 51. Verleihung von der Funke Mediengruppe ausgerichtet wird. Deutsche Schauspieler und internationale Hollywood-Stars werden einmal im Jahr mit der goldenen Trophäe für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Die Preisvergabe ist nicht nur auf Fernseh- und Filmschaffende begrenzt, auch wenn diese den Schwerpunkt der Ausgezeichneten bilden. Auch Musik-Acts zählen regelmäßig zu den Preisträgern.

Viele der Preisträger werden von einer Jury gewählt, der der Chefredakteur von "Hörzu", "TV Digital", "Gong" sowie "Bild + Funk" vorsitzt. Zudem zählen zu der Jury Mitglieder der Hörzu-Redaktion (die Zeitschrift richtete den Preis bis zur 50. Preisverleihung aus) und Vertreter aus Film und Fernsehen.

Die Verleihung der Goldenen Kamera 2016, also die 51. Verleihung dieser Auszeichnung, fand am 6. Februar 2016 statt.

Trophäe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Goldene Kamera wurde von dem Berliner Künstler Wolfram Beck geschaffen. Beck orientierte sich bei der Erschaffung an einer Farnsworth-Kamera – der ersten elektronischen Kamera der Welt. Hergestellt wurde die Goldene Kamera – die es zeitweise auch als Silberne und Bronze-Kamera gab – in den meisten Jahren in der Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld in Bremen. Das Kameramodell besteht aus 18 Karat vergoldetem Sterlingsilber, ist 25 cm hoch und wiegt etwa 900 g. Abhängig vom aktuellen Silberpreis hat die Trophäe somit Stand Februar 2013 einen Materialwert von rund 625 Euro. Mit Ausnahme der Schauspieler-Nachwuchspreise ist die Auszeichnung ansonsten undotiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Verleihung anfänglich nur im kleinen Rahmen mit einigen hundert Gästen stattfand, wird die Goldene Kamera mittlerweile in einer großen Fernseh-Gala mit bis zu 1200 Gästen vergeben. Ein fester Bestandteil seit der ersten Verleihung im Jahr 1966 ist die Hörzu-Leserwahl, die im Jahr 2016 ausgeweitet wurde. Seit der 51. Verleihung können die Leser aller Programmzeitschriften und die der Tageszeitungen der Funke Mediengruppe ihre Favoriten in vorgegebenen Kategorien wählen.

Im Jahr 2003 erfolgte die Wahl der nationalen Preisträger durch die Goldene-Kamera-Academy. Hierbei handelt es sich um ein Experten-Gremium von Preisträgern der vergangenen Jahre. Die Runde wurde von Hörzu-Chefredakteur Jörg Walberer ins Leben gerufen.[1] Seit der Goldenen Kamera 2008 wird der Preis in festgelegten Kategorien verliehen. Die Jury wird dabei im jährlichen Wechsel von namhaften Vertretern aus Film und Fernsehen unterstützt.

2009 fand keine Verleihung im Rahmen einer Gala statt. Die Preisträger wurden hingegen in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Vorausgegangen war eine Pressemitteilung der Axel Springer AG vom 8. Dezember 2008. Springer meldete, dass alle Veranstaltungen im Jahr 2009, darunter auch die Verleihung der Goldenen Kamera, abgesagt werden. Begründet wurde die Absage mit der internationalen Finanzkrise. Der Verlag wollte mit der Sparmaßnahme Entlassungen verhindern.[2] Im Jahr darauf wurde die Auszeichnung wie gewohnt im Gala-Rahmen vergeben.

Die Verleihung der Goldenen Kamera war früher stark an die Fernsehzeitschrift "Hörzu" gebunden. Als die Zeitschrift noch zu der Axel Springer SE gehörte, war die TV-Zeitschrift es auch, die als Ausrichter fungierte. 2014 übernahm die Funke Mediengruppe die Tageszeitungen "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt" und "Bergedorfer Zeitung" und einige Zeitschriften von der Axel Springer SE, darunter auch die "Hörzu".[3] Damit wurde die Verleihung nicht mehr unter dem Dach der Axel Springer SE veranstaltet. Mit der 51. Verleihung ist die Funke Mediengruppe Ausrichter der Gala.

Schauspieler-Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Auswahl der mit der Goldenen Kamera ausgezeichneten Schauspieler seit Einführung der regulären Kategorien „Schauspieler/-in – National“ und „Schauspieler/-in – International“ im Jahr 2002 sowie eine Auswahl der mit dem Lebenswerk ausgezeichneten Darsteller (National/International).

Jahr Schauspieler/-in – National Lebenswerk – National Schauspieler/-in – International Lebenswerk – International
2016 Jörg Hartmann und Maria Simon Gerard Butler und Julianne Moore Helen Mirren
2015 Ulrich Matthes und Martina Gedeck Kevin Spacey Arnold Schwarzenegger und Susan Sarandon
2014 Nadja Uhl und Thomas Thieme Bruno Ganz Gwyneth Paltrow und Matthew McConaughey Diane Keaton
2013 Claudia Michelsen und Charly Hübner Dieter Hallervorden Sigourney Weaver und Clive Owen Al Pacino
2012 Nina Kunzendorf und Dietmar Bär Mario Adorf Scarlett Johansson und Denzel Washington Morgan Freeman
2011 Anna Loos und Ulrich Tukur Armin Mueller-Stahl Renée Zellweger und John Travolta Michael J. Fox
2010 Senta Berger und Matthias Schweighöfer Joachim Fuchsberger Diane Kruger und Richard Gere Danny DeVito
2009 Anja Kling und Christian Berkel Meryl Streep und Daniel Craig Clint Eastwood
2008 Ulrike Krumbiegel und Matthias Brandt Alfred Biolek Hilary Swank Robert De Niro
2007 Corinna Harfouch und Edgar Selge Liselotte Pulver Nicolas Cage
2006 Barbara Rudnik und Ulrich Noethen Rudi Carrell Charlize Theron
2005 Alexandra Maria Lara und Herbert Knaup Bruce Willis Jerry Lewis und Goldie Hawn
2004 Nicolette Krebitz und Michael Mendl Jack Nicholson und Sylvester Stallone Tony Curtis
2003 Martina Gedeck und Jürgen Vogel Vicco von Bülow („Loriot“) Salma Hayek und Hugh Grant Dustin Hoffman
2002 Heike Makatsch und Heino Ferch Johannes Heesters Cate Blanchett

Für Nachwuchsdarsteller wird separat die mit 20.000 Euro dotierte Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera vergeben.

Preise für den Bereich des österreichischen Fernsehens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1961 bis 1986 erschien Hörzu auch in einer Österreich-Ausgabe.[4] Demgemäß gab es (zusätzliche) Nominierungen sowie Prämierungen für den Bereich des österreichischen Fernsehens. 1970 wurde erstmals (möglicherweise ausschließlich) für die Domäne des österreichischen Fernsehens die Publikumskamera ausgeschrieben, deren erster Preisträger Heinz Conrads war.[5] Preisträger waren auch Hugo Portisch und Sepp Riff für die Serie Österreich II im Jahr 1983.

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Jahre wurde die Goldene Kamera in verschiedenen Örtlichkeiten vergeben:
(In Klammern steht das Jahr der Goldenen Kamera, nicht das Jahr der Verleihungsgala, die bis 1996 immer im Folgejahr stattfand. Zum Beispiel fand die Verleihung der Goldenen Kamera 1996 im Februar 1997 statt.)

Moderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Moderationen übernahm bisher Thomas Gottschalk (13-mal), gefolgt von Hans Bluhm (9-mal) und Werner Veigel (7-mal).
Im Laufe der Jahre wurde die Verleihung der Goldenen Kamera von den folgenden Personen moderiert:
(In Klammern steht das Jahr der Goldenen Kamera, nicht das Jahr der Verleihungsgala, die bis 1996 immer im Folgejahr stattfand. Zum Beispiel fand die Verleihung der Goldenen Kamera 1996 im Februar 1997 statt.)

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Goldenen Kameras wurden bisher an Rudi Carrell, Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Loriot verliehen. Sie nahmen die Auszeichnung je vier Mal entgegen – Carell in den Jahren 1974, 1982, 1991 und 2006, Gottschalk in den Jahren 1983, 1985, 1994 und 2002, Jauch in den Jahren 1988, 2001, 2011 und 2016 sowie Loriot in den Jahren 1969, 1977, 2003 und 2015 (posthum). Immerhin drei Mal ging der Preis an Peter Alexander (1969, 1979, 1983), Frank Elstner (1976, 1983, 1999), Uschi Glas (1983, 1989, 1994), Harald Juhnke (1980, 1995, 2000), Hape Kerkeling (1990, 2005, 2015), Witta Pohl (1985, 1987, 1993), Hans Rosenthal (1974, 1979, 1984) und Harry Valérien (1965, 1976, 1988).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nominierungen für die Goldene Kamera. In: Stern.de, 9. Januar 2003. Abgerufen am 2. Februar 2010.
  2. Pressemitteilung: Axel Springer AG beschließt Veranstaltungspause für 2009. In: Website der Axel Springer AG. Abgerufen am 2. Februar 2010.
  3. Meldung der FAZ vom 30. April 2014 (Memento vom 12. Mai 2014 im Internet Archive)
  4. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
    Permalink Deutsche Nationalbibliothek.
  5. Gold für Vivi und Dietmar. In: Arbeiter-Zeitung, 9. Jänner 1971, S. 9, Mitte rechts.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldene Kamera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien