Goldener Fallschirm

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Der Goldene Fallschirm (englisch golden parachute) ist eine Klausel in Arbeitsverträgen von Führungskräften, der zufolge im Falle einer Übernahme oder einer Fusion des Arbeitgebers und des daraus möglicherweise folgenden Wegfalls des Arbeitsplatzes beziehungsweise im Falle einer vorzeitigen Vertragsauflösung die Führungskraft beträchtliche Zahlungen erhält, beispielsweise in Form von Boni, Aktienoptionen oder Kombinationen verschiedener Arbeitsentgelte. Auch in den Fällen, in denen die Führungskraft ohne Firmenübernahme nicht mehr das Vertrauen der Firmenleitung bzw. des Aufsichtsrates genießt, kann ein goldener Fallschirm zum Einsatz kommen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine solche Klausel ermöglicht es dem Arbeitgeber, sich von nicht mehr erwünschten Mitarbeitern zu trennen, obwohl die Vertragslaufzeit noch nicht beendet ist und obwohl dem Mitarbeiter kein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann, das zu einer vorzeitigen Kündigung des Arbeitsvertrages berechtigen würde. Andererseits bietet diese Klausel dem Mitarbeiter eine finanzielle Absicherung für den Fall, dass seine Arbeitsleistung in dem Unternehmen nicht mehr erwünscht ist.

In der Schweiz wurde als Folge der erfolgreichen Eidgenössische Volksinitiative «gegen die Abzockerei» die Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften geschaffen, um allzu ausufernde Abfindungen von Vorständen und Aufsichtsräten zu unterbinden.

Beispiele für goldene Fallschirme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Person Land Firma Gezahlte Summe
1989 F. Ross Johnson Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten R. J. Reynolds Tobacco Company 58 Mio. Dollar[1]
2002 Jean-Marie Messier Frankreich Frankreich Vivendi Universal 20,5 Mio. Euro[2]
2003 Philippe Jaffré Frankreich Frankreich Elf 19 Mio. Euro[3]
2003 Pierre Bilger Frankreich Frankreich Alstom 4,1 Mio. Euro[2]
2005 Carly Fiorina Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Hewlett-Packard 42 Mio. Dollar[4]
2005 Daniel Bernard Frankreich Frankreich Carrefour 38 Mio. Euro[2]
2006 Noël Forgeard Frankreich Frankreich EADS 8,5 Mio. Euro[5]
2007 Stan O'Neal Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Merrill Lynch 175 Mio. USD[6]
2007 Serge Tchuruk Frankreich Frankreich Alcatel 5,7 Mio. Euro[5]
2007 Antoine Zacharias Frankreich Frankreich Vinci 13 Mio. Euro[5]
2008 Patricia Russo Frankreich Frankreich Alcatel 6 Mio. Euro[7]
2009 Thierry Morin Frankreich Frankreich Valeo 3,2 Mio. Euro[8]
2010 Sadeq Sayeed Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Nomura Holdings 27 Mio. Euro[9]
2011 Léo Apotheker Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Hewlett-Packard 7,2 Mio. Dollar[10]
2011 Jean Azéma Frankreich Frankreich Groupama 2,94 Mio. Euro[11]
2012 Frank Esser Frankreich Frankreich SFR 3,9 Mio. Euro[12]
2015 Vincent Volpe Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Dresser-Rand 20 Mio. Euro[13]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les plus gros parachutes dorés
  2. a b c Ces gros salaires qui poussent à légiférer
  3. Le salaire des patrons sous pression
  4. HP sued over Fiorina's $42 million in exit pay
  5. a b c Les parachutes en or sous le feu de la critique
  6. 8,4 Milliarden Verlust - 175 Millionen Abfindung
  7. Patricia Russo et Serge Tchuruk quittent la direction d'Alcatel-Lucent (Memento vom 28. März 2009 im Internet Archive)
  8. L'ex-PDG de Valeo justifie ses indemnités de départ
  9. Parachute doré record dans la city pour le banquier Sadeq Sayeed (Memento des Originals vom 5. September 2012 im Webarchiv archive.today)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.liberation.fr
  10. New Hewlett-Packard chief Meg Whitman gets $1 salary, Leo Apotheker gets $13m
  11. Groupama a versé à son ex-DG un parachute de 3 millions d'euros
  12. L'ex-PDG de SFR a reçu un golden parachute de 3,9 millions d'euros (Memento des Originals vom 27. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.01net.com
  13. 113 Millionen Dollar fürs Aufhören