Goldener Turm

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Goldener Turm
Renaissancearkaden zum Innenhof

Der Goldene Turm in der Wahlenstraße 16, in der Altstadt von Regensburg ist einer der sogenannten Geschlechtertürme, die von reichen Patrizierfamilien im Mittelalter als Statussymbole erbaut wurden. Der Goldene Turm ist der höchste Wohnturm nördlich der Alpen und wurde zu einem der Wahrzeichen von Regensburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neunstöckige, 50 Meter hohe Goldene Turm, gehört zu einer vierflügeligen ehemaligen Stadtburg, die nach den Besitzern, einem Regensburger Patriziergeschlecht, Haymo- oder Wallerhaus genannt wurde.

Die unteren vier Geschosse des frühgotischen Goldenen Turms wurden um 1250 in Bruchsteinmauerwerk mit Eckverquaderung errichtet. Gleichzeitig entstand der südliche Wohntrakt als viergeschossiger und traufständiger Satteldachbau mit Erker. In einer zweiten Bauphase um 1300 wurden beim Turm die restlichen Obergeschosse mit Zinnenabschluss ergänzt. Nur die nach Osten zur Wahlenstraße gerichtete Prunkfassade des Turms ist mit mehrgestaltigen Fensterformen geschmückt. Der Wohntrakt wurde nach 1400 westlich erweitert. Dabei entstand ein Innenhof, der um 1600 mit dreiseitig umlaufenden Renaissancearkaden eingefasst wurde. Im 16. Jahrhundert wurde diese Fassade ebenso wie die Gebäude des Rathauses und der nördlich benachbarte Marktturm mit Fresken bemalt, die Landsknechtfiguren und das Stadtwappen zeigten. Reste der Fresken waren noch 1950 nachweisbar.Das heutige Pyramidendach stammt aus der Zeit um 1600. Die Arkaden wurden ebenfalls um 1600 mit barocken Loggien versehen, die im 19. Jahrhundert geschlossen wurden.

Im 17. Jahrhundert war im Gebäude eine Gaststätte ansässig, die dem Gebäude den Namen gab. Nachdem 1706 der Marktturm abgebrannt war und abgebrochen wurde, übernahm der Goldene Turm dessen Funktion als Wachtturm der Stadt. Für diese Zwecke wurde der Turm als einer der wenigen Türme der Altstadt auch in den oberen Geschossen ausgebaut.

Im Erdgeschoss des südlichen angebauten Wohnhauses findet sich die profanierte Hauskapelle, die Wahlenkapelle genannt wurde und 1287 in ein päpstliches Register als Wallersche Kapelle aufgenommen wurde. Seit 1978 ist der südlich benachbarte Raum der ehemaligen Kapelle, überspannt von einem barocken Kreuzgratgewölbe, als Durchgang für Fußgänger zum Innenhof geöffnet. Vom Innenhof mit seiner stimmungsvollen Atmosphäre gelangt man weiter zur Unteren Bachgasse. Das Gebäude wird seit der Sanierung 1985 als Studentenheim genutzt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Bauer: Regensburg Kunst- Kultur- und Alltagsgeschichte. 6. Auflage. MZ-Buchverlag in H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-300-4, S. 261−267, 134–136.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldener Turm (Regensburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 1′ 7,9″ N, 12° 5′ 42,9″ O