Gollenberg (Havelland)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gollenberg führt kein Wappen
Gollenberg (Havelland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gollenberg hervorgehoben
52.73583333333312.39277777777843Koordinaten: 52° 44′ N, 12° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 30,51 km²
Einwohner: 417 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14728
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 094
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Webpräsenz: www.rhinow.de
Bürgermeisterin: Iris Hoffmann (FDP)
Lage der Gemeinde Gollenberg im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
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Gollenberg ist eine amtsangehörige Gemeinde ohne namengebenden Hauptort im Nordwesten des Landkreises Havelland. Sie gehört zum Amt Rhinow. Seit September 2013 führt die Gemeinde auf Beschluss des Gemeinderates die Zusatzbezeichnung Lilienthal-Gemeinde, für die am 21. Oktober 2013 die offizielle Genehmigung durch das Innenministerium Brandenburg erfolgte[2] und die damit auch auf Ortseingangsschildern angebracht werden darf.

Geografie[Bearbeiten]

Gollenberg liegt zwischen Friesack und Rhinow, 35 km nördlich von Brandenburg an der Havel und 45 km westlich von Berlin.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Neuwerder
  • Ohnewitz
  • Schönholz
  • Stölln

Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Horst

Geschichte[Bearbeiten]

Seit Ostern 1894 nutzte der Segelflugpionier Otto Lilienthal den Gollenberg regelmäßig als Ausgangspunkt für seine Erprobungsflüge. Auch nach seinem Absturz am 9. August 1896 blieb der Gollenberg stets beliebter Ausgangspunkt für Segel- und Motorflieger. 1936 wurde zu Füßen des Gollenbergs eine Segelflugschule errichtet, die u. a. auch von Charles Lindbergh besichtigt wurde. Bereits 1940 brannte das Gebäude der Segelflugschule nieder. Der Segelflugbetrieb und die Ausbildung von Segelfliegern wurde jedoch bis 1945 fortgesetzt.

Die Gemeinde Gollenberg entstand im Zuge der Brandenburger Gemeindegebietsreform am 31. Dezember 2002 aus einer Fusion der Gemeinden Schönholz-Neuwerder und Stölln.[3] Namengebend war der zwischen den Ortsteilen Stölln und Neuwerder liegende Gollenberg. Er ist mit 109,2 Metern die höchste Erhebung im westlichen Havelland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Gollenberg Schönholz-
Neuwerder
Stölln
1875 - 169 413
1910 - 126 434
1939 - 106 272
1946 - 381 575
1950 - 360 544
1971 - 242 414
1990 - 202 325
1995 - 185 318
2000 - 210 295
2001 - 209 290
2002 481
2005 472
2010 429
2011 432
2012 433
2013 429
2014 417

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Gollenberg besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

Ortsbeiräte sind in Schönholz-Neuwerder und Stölln gewählt worden.

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Iris Hoffmann (FDP). Sie übt dieses Amt seit 2008 aus. Am 25. Mai 2014 wurde sie mit 59,9 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von acht Jahren wiedergewählt.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Gollenberg (Havelland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Stölln ist mit dem Fliegerpark und dem Lilienthal-Centrum einer von fünf Standorten der Bundesgartenschau 2015.

Museum[Bearbeiten]

Flugplatz Stölln/Rhinow, Iljuschin Il-62

Im Ortskern von Stölln wurde am 1. April 2011 in der renovierten Alten Brennerei das neue Lilienthal-Centrum eingeweiht und einen Tag später eröffnet. In diesem Centrum wird mit einer bühnenhaften Ausstellung auf einer Fläche von fast 500 m² über das Leben und Wirken Otto Lilienthals und über die Anfänge der Fliegerei berichtet. Die Finanzierung des Projekts erfolgte unter anderem über das EU-Förderinstrument „Integrierte ländliche Entwicklung (IlE)“. Als besondere Attraktion befindet sich auf dem Stöllner Flugplatz eine nach Lilienthals Ehefrau „Lady Agnes“ getaufte IL 62 der Interflug. Der Pilot Heinz-Dieter Kallbach landete die Maschine, gemeinsam mit dem Copiloten Peter Bley, dem Bordingenieur Ulli Müller und dem Navigator Rudolf Döge dort zu Ehren Otto Lilienthals im Oktober 1989. Diese erste geplante Landung eines Langstreckenjets auf einer nur 900 m langen Graspiste ging ins Guinnessbuch der Rekorde ein.

In dem Flugzeug wird ein etwa 20-minütiger Film über die spektakuläre Landung gezeigt, ferner dient das Flugzeug auch als Standesamt. Auf der Spitze des Gollenbergs befindet sich seit dem 14. September 2007 eine über vier Meter hohe Skulptur des Flugpioniers (Windharfe), die der Künstler Ernst Baumeister (* 1956) geschaffen hat. Weitere Denkmäler erinnern an die Absturzstelle des Flugpioniers Lilienthal und an seinen Segelflugmechaniker Paul Beylich.

Das Lilienthal-Centrum und die Lady Agnes auf dem Gollenberg sind für Besucher vom 1. April bis 31. Oktober jeweils Dienstags bis Sonntags geöffnet. Zu den anderen Zeiten besteht Sonntags die Möglichkeit zum Besuch.

Sport[Bearbeiten]

Der Flugsportverein „Otto Lilienthal“ Stölln/Rhinow e.V. setzt die Tradition der Sportfliegerei auf dem Flugplatz am Gollenberg fort. Der Luftsportlandesverband Brandenburg veranstaltet hier von 1997 bis 2006 jährlich das Jugendvergleichsfliegen, das als Qualifikation für den Bundesausscheid nötig ist. 2007 fand dieser Bundesausscheid, das Bundesjugendvergleichsfliegen, auf dem Stöllner Flugplatz statt. 2009 wurde die Brandenburgische Landesmeisterschaft, 2011 ein Qualifikationswettbewerb für die Deutsche Juniorenmeisterschaft und 2012, das Highlight der Vereinsgeschichte, die Deutsche Juniorenmeisterschaft im Streckensegelflug vom FSV Stölln/Rhinow ausgetragen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Auf dem Flugplatz findet seit 2005 jedes Jahr im Juli das Goa-Festival Antaris statt.[8] 2015 nahmen 14.000 Besucher daran teil.[9] Bereits vor 2005 existierte dort das ähnliche Shiva-Moon-Festival.[10]

Im Ortsteil Gollenberg-Stölln findet jedes Jahr am ersten Augustwochenende das Lilienthalfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In jeweils 15 km Entfernung liegen die Bahnhöfe Neustadt (Dosse) bzw Friesack(Mark). Die nächste Autobahnauffahrt, die Anschlussstelle Neuruppin der A 24 Hamburg–Berlin, ist etwa 40 km entfernt. Der Linienbus 687 der Havelbus-Verkehrsgesellschaft verkehrt zwischen Friesack (Mark) und Rathenow. Der Flugplatz Stölln/Rhinow hat regelmäßigen Flugbetrieb am Wochenende von Anfang April bis Ende Oktober. Als Sonderlandeplatz ist ein Anfliegen des Platzes auf Anfrage auch unter der Woche möglich.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[11] 251 259 260 258 264 261 261
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 562 582 586 601 611 603 608

Naturschutz[Bearbeiten]

Der im Naturpark Westhavelland gelegene Gollenberg steht mit einer Fläche von 58,14 Hektar seit 1996 unter Naturschutz. Als Schutzzweck wird insbesondere der Standort seltener und bedrohter Pflanzengesellschaften, Nachtfalter, Kleinvögel und Reptilien genannt. Eine weitere besondere Eigenart ist die eiszeitlich geprägte Moränenabbruchkante.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gollenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  8. Webpräsenz des Antaris-Projects
  9. Christin Schmidt: Todesfall überschattet Hippie-Festival. Märkische Allgemeine, abgerufen am 9. Juli 2015.
  10. Christin Schmidt: Hippie-Festival: Todesursache noch unklar. Märkische Allgemeine, abgerufen am 9. Juli 2015.
  11. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  12. Verordnung über das Naturschutzgebiet Gollenberg des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung Brandenburg vom 1. Dezember 1995