Goltoft

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Goltoft
Wappen von Goltoft
Koordinaten: 54° 32′ 50″ N, 9° 43′ 22″ O
Höhe: 17 m
Fläche: 3,09 km²
Einwohner: 214 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 2018
Postleitzahl: 24864
Vorwahl: 04622
Goltoft (Schleswig-Holstein)
Goltoft

Lage von Goltoft in Schleswig-Holstein

Goltoft ist ein Ortsteil der Gemeinde Brodersby-Goltoft im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Zum Ort gehören Hellör und Norderfeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goltoft liegt an der Schlei und ist anerkannter Erholungsort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des 1386 erstmals erwähnten Orts kommt aus dem Dänischen und bedeutet Siedlungsplatz (toft) in unfruchtbarem Gelände (gold)[1].

In früheren Zeiten gab es in Goltoft eine Kapelle, welche sich auf dem sogenannten Karkbarg befand, welcher östlich des Dorfes liegt. Da bereits 1463 erwähnt wurde, dass in der Kapelle keine Gottesdienste mehr stattfanden, ist davon auszugehen, dass die Kapelle in der Zeit danach eingegangen ist. Das Pastorat blieb jedoch bis 1765 in Goltoft bis es nach Brodersby verlegt wurde, welches bis dahin keins hatte.[2] Heute bleibt als einzige Hinterlassenschaft der Flurname Kirchenberg und der Straßenname Zum Kirchberg. In der Karte „Herzogtum Schleswig“ (erschienen 1756–1777) ist Goltoft auch als „Capelberg“, gelegen zwischen „Hessttofft“ und „Brodersbuy“, bezeichnet.[3]

Karte „Herzogtum Schleswig“

Zum 1. März 2018 wurde die Gemeinde Goltoft in die Nachbargemeinde Brodersby eingemeindet, die daraufhin ihren heutigen Namen erhielt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle neun Sitze in der letzten Gemeindevertretung hatte seit der Kommunalwahl 2013 die Wählergemeinschaft GWG.

Ehemalige Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carmen Marxsen (GWG) war letzte Bürgermeisterin der aufgelösten Gemeinde Goltoft.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau im Wellenschnitt gesenkt geteilt. Oben zwei fächerförmig gestellte grüne Eichenblätter, deren Stiele durch ein verknotetes grünes Band zusammengehalten werden, unten ein silberner Fisch.“[4]

Die beiden Figuren des Goltofter Wappens knüpfen an historische Gegebenheiten an. Die durch ein verknotetes Band zusammengehaltenen Eichen­blätter verstehen sich als die stilisierte Form einer Doppeleiche, das Erinnerungszeichen an die schleswig-holsteinische Erhebung von 1848. Wie in vielen Gemeinden wurde auch in Goltoft, wohl zur Fünfzigjahrfeier 1898, eine solche Eiche gepflanzt. Die alte Eiche, 1978 durch Straßenbau beseitigt, wurde im Jahre darauf durch eine junge ersetzt. Der Knoten der Wappenfigur ist Zeichen unverbrüchlicher Verbundenheit Schleswigs und Holsteins, die Eiche Garant für Unabhängigkeit und Beständigkeit der Bürger der Gemeinde. Goltoft war Bestandteil der Schliesharde oder Schleiharde. Als Verwaltungs und Gerichtsbezirk führte die Schliesharde ein Siegel. Das Siegelbild war ein Fisch, der die Lage an der fischreichen Schlei versinnbildlicht. Aus diesem Hardessiegel hat Goltoft den Fisch übernommen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goltoft verfügt über einen Campingplatz. Der seit 1964 existierende Campingplatz Hellör, ist direkt an der Schlei in einem Landschaftsschutzgebiet gelegen. Außerdem sind ein Kanuverleih, eine Handweberei, ein Fahrradverleih sowie mietbare Ferienwohnungen vorhanden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Goltoft lebt Wilfried Erdmann, der einzige Einhandsegler, der die Erde in beide Richtungen nonstop und mit derselben Segelyacht Kathena Nui umsegelt hat (1984–1985 in West-Ost-Richtung, 2000–2001 in Ost-West-Richtung).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Goltoft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, Neumünster 1992.
  2. Jensen, H N: Angeln. Geschichtlich und topographisch beschrieben. Schramm, B, 1922, ISBN 3-921361-00-1, S. 743.
  3. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/receive/HisBest_imgitem_00000025
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein