Goltz-Gorlin-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
Q82.8 Sonstige Phakomatosen, anderenorts nicht klassifiziert
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Fokale dermale Hypoplasie, auch als „Goltz-Gorlin-Syndrom“ bezeichnet, ist eine seltene Erbkrankheit aus der Gruppe der Phakomatosen.

Hiervon muss das Gorlin-Goltz-Syndrom oder Basalzellnaevus-Syndrom unterschieden werden, welches wesentlich häufiger ist und bei welchem gehäuft Basaliome auftreten.

Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Syndrom wird gonosomal-dominant vererbt. Die wenigen hundert bis zweihundert weltweit bekannten Betroffenen sind nahezu alle Frauen, da männliche Embryonen überwiegend absterben.

Es finden sich streifige Areale, in denen die Haut nicht komplett angelegt ist, sondern die Epidermis direkt dem subkutanen Fettgewebe auflagert.

Van Allen-Myhre-Syndrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sogenannte Van Allen-Myhre-Syndrom[1] bezeichnet entweder eine schwere Verlaufsform der fokalen dermalen Hypoplasie oder eine allele Erkrankungsform.[2]

Therapie-Möglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kausale Therapie ist nicht möglich.

Name des Syndroms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während im anglo-amerikanischen Raum die Namensgebung an dem US-Mediziner Gorlin orientiert ist, benennt man im deutschsprachigen Raum das Krankheitsbild häufig allein nach dem Straßburger Physiologie-Professor Friedrich Goltz, also als Goltz-Syndrom. Eine weitere Benennung als „fokale dermale Hypoplasie“ (FDH) kommt sogar ohne zu ehrende Forschernamen aus.[3]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 konnte man die Lokalisierung und genaue Bestimmung der Mutationen im PORCN-Gen nachweisen. Diese finden sich auf dem X-Chromosom.[4] am Genort Xp11.23.

Praktischer Nutzen der wissenschaftlichen Entdeckung ist die nunmehr gegebene Möglichkeit der vorgeburtlichen Diagnostik für jene, die dies wünschen. Aus der Analyse der genetischen Fehlfunktion lassen sich Rückschlüsse auf regulatorische Prozesse erschließen, die bei der Embryonalentwicklung eine große Rolle spielen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. I. Van Allen, S. Myhre: New multiple congenital anomalies syndrome in a stillborn infant of consanguinous parents and a prediabetic pregnancy. In: American journal of medical genetics. Band 38, Nr. 4, März 1991, S. 523–528, doi:10.1002/ajmg.1320380404, PMID 2063890.
  2. S. Hancock, P. Pryde, C. Fong, J. E. Brazy, K. Stewart, A. Favour, R. M. Pauli: Probable identity of Goltz syndrome and Van Allen-Myhre syndrome: evidence from phenotypic evolution. In: American journal of medical genetics. Band 110, Nr. 4, Juli 2002, S. 370–379, doi:10.1002/ajmg.10456, PMID 12116212 (Review).
  3. uni-marburg.de: Kausalität des Goltz-Syndroms.
  4. Karl-Heinz Grzeschik u. a.: Deficiency of PORCN, a regulator of Wnt signaling, is associated with focal dermal hypoplasia. In: Nature Genetics. 39, 2007, S. 833–835. doi:10.1038/ng2052.
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