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Golub-Dobrzyń

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Golub-Dobrzyń
Wappen von Golub-Dobrzyń
Golub-Dobrzyń (Polen)
Golub-Dobrzyń (Polen)
Golub-Dobrzyń
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Golub-Dobrzyń
Fläche: 7,50 km²
Geographische Lage: 53° 7′ N, 19° 3′ OKoordinaten: 53° 7′ 0″ N, 19° 3′ 0″ O

Höhe: 51 m n.p.m.
Einwohner: 11.261
(1. Jan. 2024)[1]
Postleitzahl: 87-400 bis 87-401
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CGD
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 7,50 km²
Einwohner: 11.261
(1. Jan. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 1501 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0405011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Mariusz Piątkowski
Adresse: Plac Tysiąclecia 25
87-400 Golub-Dobrzyń
Webpräsenz: www.golub-dobrzyn.pl

Golub-Dobrzyń ['gɔlub 'dɔbʒɨɲ] (deutsch Gollub, nördlich der Drewenz gelegen; Dobrzyn (1939–1945 Dobrin an der Drewenz), südlich des Flusses gelegen) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage

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Die Kleinstadt liegt im ehemaligen Westpreußen an der Drwęca (Drewenz), etwa 30 Kilometer (Luftlinie) nordöstlich von Toruń (Thorn) und 45 Kilometer südsüdöstlich von Grudziądz (Graudenz).

Burg Gollub
Altes Wappen der Stadt Gollub

Die älteste schriftliche Erwähnung von Gollub (villa golube) findet sich in einer Urkunde von 1258. Der Fluss Drewenz bildete seit der Inbesitznahme des Kulmer Landes durch den Deutschen Orden 1230 mit Unterbrechungen bis 1920 die Grenze zwischen preußischen bzw. deutschen und polnischen Gebieten. Teilweise gehörte auch das südlich gelegene Dobrin zum Ordensgebiet.

Zur Sicherung der Flussquerung errichtete von 1296 bis 1306 der Deutsche Orden die Burg Gollub.

Die daneben liegende Siedlung erhielt vom Landmeister Konrad Sack das Kulmer Stadtrecht. Das genaue Datum der Stadterhebung ist nicht bekannt, da die originale Urkunde verloren ging. 1421 wurde das Stadtrecht durch den Großmeister des Deutschen Ordens bestätigt.

Die Stadt hatte sich bereits gut entwickelt, geriet 1414 jedoch in die Streitigkeiten zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschen Orden, was 1422 zum sogenannten „Gollubischen Krieg“ führte. Nach dem Zweiten Thorner Frieden wurde Gollub 1466 Teil des autonomen, unter der Schirmherrschaft der Krone Polens stehenden Königlichen Preußens. Die Stadt begann wieder zu florieren, vor allem als König Sigismund III. Wasa 1623 zeitweilig in Gollub residierte. Schwere Rückschläge erlitt die Stadt während der Kriege mit Schweden 1626–1629 und 1655–1660 sowie während des Siebenjährigen Krieges 1756–1763.

Kirchengebäude im Stil der Backsteingotik
Teilansicht der Stadt von der Burg aus
St. Katharina
Fragmente der alten Stadtmauer
Altes Arkadenhaus

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 kam Gollub unter Friedrich II. zu Preußen. Im 17. und 18. Jahrhundert war der am gegenüberliegenden Ufer der Drewenz gelegenen Ort Dobrin (polnisch Dobrzyń) gewachsen, der schon im Mittelalter genannt wurde, jedoch bis dahin nur ein kleines Dorf blieb. 1684 erhielt der Ort wichtige Privilegien, obwohl er als „Vorort“ von Gollub bezeichnet wurde. 1721 und 1740 wurden diese Privilegien bestätigt. 1769 wurden dem Ort das Stadtrecht und ein eigenes Wappen verliehen. Durch die Zweite Teilung Polen-Litauens 1793 fiel auch Dobrzyń, das früher zum Deutschordensstaat gehört hatte, an Preußen.

Während der Franzosenzeit wurden beide Städte 1807 Teil des Herzogtums Warschau, das in Personalunion vom König von Sachsen regiert wurde, jedoch von Napoleon abhängig war. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde die Drewenz zur Grenze zwischen Preußen und dem neuen Königreich Polen, das in Personalunion mit Russland verbunden war. Gollub wurde damit wieder preußisch, während Dobrin polnisch blieb. 1870 verlor Dobrin seinen Status als Stadt und konnte diesen erst nach Ende des Ersten Weltkrieges 1919 wiedererlangen. 1900 erhielt Gollub einen Bahnhof an der Strecke von Strasburg nach Schönsee, 1999 wurde der Personenverkehr eingestellt und die Strecke später stillgelegt.

Bis 1920 gehörte Gollub zum Kreis Briesen im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste Deutschland nach Ende des Ersten Weltkriegs zur Einrichtung des Polnischen Korridors 1919/20 Teile Westpreußen, darunter auch Gollub, ohne Volksabstimmung an Polen abtreten. Nach dem Überfall auf Polen 1939 wurde Gollub vom Deutschen Reich völkerrechtswidrig in das Reichsgebiet eingegliedert und nun dem Landkreis Briesen im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eroberte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region, womit sie wieder zu Polen gehörte. Deutsche Einwohner wurden folgenden Zeit vertrieben.

Im Jahr 1951 wurden die beiden Städte unter dem gemeinsamen Namen Golub-Dobrzyń vereint. 1956 wurde die Stadt Sitz eines eigenen Powiats. Dieser wurde 1975 aufgelöst und der neu eingerichteten Wojewodschaft Toruń zugeschlagen. In der Verwaltungsreform vom 1. Januar 1999 wurde der Powiat Golub-Dobrzyń (powiat golubsko-dobrzyński) wiederhergestellt.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 0766 königliche Immediatstadt; einschließlich 57 Husaren, größtenteils Polen und Katholiken[2]
1802 1138 Stadt[3]
1816 1049 davon 379 Evangelische, 562 Katholiken und 108 Juden; Stadt mit drei Gasthöfen für Fremde, 22 Schankwirten, sieben Bäckern, sechs Metzgern, sieben Gerbern, 90 Schuh- und Pantoffelmachern, 17 Schneidern, elf Tischlern, zwei Rad- und Stellmachern, sieben Schmieden, vier Böttchern, einem Seilmacher und vier Schullehrern und -lehrerinnen[3]
1818 1118 Stadt, mit zwei Mutterkirchen[4]
1821 1318 Stadt, mit Holz- und Kornhandel[3]
1831 1750 teils Deutsche, teils Polen[5]
1875 2701 [6]
1880 2893 [6]
1890 2738 davon 644 Evangelische, 1729 Katholiken und 354 Juden (1000 Polen)[6]
1895 2735 davon 673 Evangelische, 1747 Katholiken, neun sonstige Christen und 306 Juden[7]
1900 2868 Stadt, mit einer evangelischen Kirche, einer katholischen Kirche, einer Synagoge, einem Amtsgericht, einem Nebenzollamt, drei Sägewerken, einer Molkerei und meist katholischen Einwohnern[8]
1905 2945 darunter 666 Evangelische (davon 660 mit deutscher, drei mit polnischer Muttersprache), 1974 Katholiken (106 mit deutscher, 1843 mit polnischer Muttersprache), 13 andere Christen und 292 Juden[9]
1910 3063 am 1. Dezember[10]

Die Landgemeinde Golub-Dobrzyń, zu der die Stadt Golub-Dobrzyń selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 197,5 km², auf der (Stand: 1. Januar 2024) 8866 Menschen leben.

  • Gollub, Stadt, rechts der Drewenz, Kreis Briesen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Gollub (meyersgaz.org)
  • Hans Plehn: Ortsgeschichte des Kreises Strasburg in Westpreussen. Festschrift zum fünfundzwanzigsten Jubiläum des historischen Vereins für den Regierungsbezirk Marienwerder, in: Zeitschrift des historischen Vereins für den Regierungsbezirk Marienwerder, 39. Heft, Marienwerder 1900, insbesondere S. 27–34 (Google Books).
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 44, Nr. 2.).
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 438, Nr. 47; Textarchiv – Internet Archive.
  • Martin Zeiller: Golba. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 28 (Volltext [Wikisource]).
Commons: Golub-Dobrzyń – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. a b Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 44, Nr. 2; Textarchiv – Internet Archive.
  3. a b c Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 288–295, Ziffer 213 (Google Books).
  4. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 55, Ziffer 1983 (Google Books).
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 438, Nr. 47; Textarchiv – Internet Archive.
  6. a b c Michael Rademacher: Landkreis Briesen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  7. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, II. Provinz Westpreußen, Berlin 1889, 18. Kreis Briesen. S. 102–103, Ziffer 2 (Google Books).
  8. Lexikoneintrag zu Gollub, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 115 (Zeno.org).
  9. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen, 2. Kreis Briesen Berlin 1908, S. 8–9, Ziffer 2 (Google Books).
  10. Landkreis Briesen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Mai 2024; abgerufen am 19. Februar 2026.