Gonen Segev

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Gonen Segev (hebräisch ‏גונן שגב‎‎; * 6. Januar 1956 in Kirjat Motzkin, Israel) ist ein israelischer Arzt und früherer Politiker. Er war von 1992 bis 1996 Mitglied der Knesset sowie von 1995 bis 1996 Minister für Energie und Infrastruktur Israels. Mitte der 2000er Jahre wurde er mehrerer Straftaten wie u. a. des Drogenschmuggels überführt und verbüßte daraufhin in Israel eine mehrjährige Haftstrafe.

Leben[Bearbeiten]

Gonen Segev machte eine Ausbildung als Landwirt. Er kam seiner Wehrpflicht in der Israelischen Armee nach und erreichte den Dienstgrad eines Captain. Segev studierte Medizin an der Ben-Gurion-Universität des Negev. Außerdem absolvierte er eine Spezialisierung in Verwaltungskunde an der Tel Aviv University. Er wurde als Kinderarzt tätig.[1][2]

Von Anfang bis Mitte der 1990er Jahre engagierte Segev sich in der Politik. Nach seinem Ausscheiden 1996 stieg er bei einer Firma ein, die Kraftwerke in China bauen wollte, und unternahm zahlreiche Auslandsreisen. Später betätigte er sich im internationalen Handel. 2004 wurde er in Israel verhaftet, nachdem er zuvor in den Niederlanden auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol u. a. in Verdacht geraten war, Drogen zu schmuggeln.[3] Nach knapp einem Jahr Untersuchungshaft legte er ein Teilgeständnis ab. 2005 wurde er wegen Drogenschmuggels und Fälschung von Dokumenten zu fünf Jahren Haft und anschließender zweieinhalbjähriger Bewährung verurteilt.[2][4]

Politik[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre wurde Segev von seinem Nachbarn Rafael Eitan, dem Gründer der ultra-nationalistischen Partei Tzomet, für die Politik gewonnen. 1992 zog er als Tzomet-Mitglied und „Eitans Kronprinz“ (Der Spiegel) in die Knesset ein. Segev gehörte der 13. Knesset an und war bis zu deren Ablauf im Juni 1996 Abgeordneter. Allerdings überwarf er sich mit Eitan, verließ Tzomet und gründete Anfang 1994 zusammen mit zwei weiteren Knessetabgeordneten und ehemaligen Tzomet-Mitgliedern, Alex Goldfarb und Esther Salmovitz, die Partei Ji'ud, die sich etwas weiter links orientierte. Als Ministerpräsident Jitzhak Rabin Mitte der 1990er Jahre eine Mehrheit für das Oslo-Abkommen suchte, trat die Ji'ud-Partei in die Regierung ein. Segev wurde am 9. Januar 1995 Minister für Energie und Infrastruktur. Die wenige Monate später erfolgte Zustimmung von ihm und seinem Parteifreund Goldfarb in der Knesset zum „Oslo-B“-Abkommen stieß in Medien und Öffentlichkeit auf Kritik: Seiner Partei wurde vorgeworfen, sie habe sich mit Ministerposten bestechen lassen, und Segev galt als „Wendehals“ (Spiegel). Nach Rabins Ermordung im November 1995 gehörte er der nachfolgenden Regierung von Shimon Peres an und übte sein Ministeramt bis zum 18. Juni 1996 aus.[1][2]

Nachdem Goldfarb und Salmovitz gegen Ende November 1995 Ji'ud verlassen hatten, um die Partei Atid zu bilden, war Segev das einzige Ji'ud-Parteimitglied in der Knesset. Bei der Wahl zur 14. Knesset im Mai 1996 trat er nicht mehr an und zog sich nach Ablauf der 13. Knesset aus der Politik zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Knesset Members → Gonen Segev. Angaben auf der Website der Knesset, Israel. Englisch; abgerufen am 9. April 2013.
  2. a b c Marian Blasberg: Pillen für die Kinder. Wie ein israelischer Minister zum Drogenschmuggler wurde. In: Der Spiegel Nr. 32/2005 vom 8. August 2005, S. 57. Abgerufen am 9. April 2013.
  3. Kriminalität: Ex-Minister schmuggelt Ecstasy-Pillen mit Schokohülle. Auf: Spiegel Online, Rubrik Panorama vom 22. April 2004. Abgerufen am 10. April 2013.
  4. Haftstrafe für Segev. Auf: Israel Heute (www.israelheute.com) vom 30. März 2005. Abgerufen am 10. April 2013.