Gong (Zeitschrift)

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Gong
Gong Logo 300dpi.jpg
Beschreibung Deutsche Programmzeitschrift
Verlag Gong Verlag GmbH, Ismaning
Erstausgabe 10. Oktober 1948
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2017)
199.342 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 3/2017) 201.155 Exemplare
Chefredakteur Christian Hellmann
Weblink www.gong.de
ZDB 2200046-X

Gong ist eine wöchentlich erscheinende deutsche Fernsehzeitschrift. Sie erschien erstmals 1948 als Radio-Programmzeitschrift und wird vom Gong Verlag GmbH, der zur Funke Mediengruppe, ehemals WAZ-Mediengruppe, gehört, herausgegeben. Im Gong werden neben redaktionellen Beiträgen Programmübersichten von Fernseh- und Radiosendern publiziert. Seit 1979 verleiht die Zeitschrift den Fernsehpreis Goldener Gong.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite der Erstausgabe (1948)

Die Zeitschrift wurde am 10. Oktober 1948 als reines Hörfunkmagazin gegründet (Untertitel: „Das Funk-Magazin“). Der erste Gong hatte 20 Seiten und kostete 25 Pfennige. Pate für den Namen stand der Gongschlag, der zu jeder vollen Stunde im Radio ertönte. Die erste Redaktion arbeitete seinerzeit in Nürnberg; die Zeitschrift erschien im Nürnberger Sebaldus-Verlag unter der amerikanischen Zulassungs-Nummer US-E-112. Das erste Titelbild zeigte Hans Moser (1880–1964) mit einer Laute. Gong druckte als ersten Roman Conan Doyles Der Hund von Baskerville. Die Eigenwerbung lautete: „Das neue Funk-Magazin bietet Ihnen und Ihren Familien-Angehörigen neben auserlesenen Romanen reichhaltige, übersichtlich gegliederte Sendeprogramme, gediegene Unterhaltung, anregende Belehrung, köstliche Witze und ganz neuartige, hochinteressante Preisausschreiben mit Preisen bis zu 1000 DM“.

Am Sebaldus Verlag mit seinen 200 Einzelgesellschaftern und Prälat Balthasar Moeckel als Geschäftsführer und Generaldirektor war die katholische Kirche mit 24 Prozent beteiligt. Moeckel expandierte. Er übernahm Publikationen wie die Radiowelt und die Illustrierte Funkwelt, die er dem Gong einverleibte. Im August 1997 übernahm die DBAG, die Deutsche Beteiligungs AG, die Investorengruppe Alpha und der Stuttgarter Wirtschaftsprüfer Erwin Kiefer den Sebaldus Verlag. Seit 1. Dezember 2000 gehört der Gong zur WAZ-Mediengruppe, jetzt Funke Mediengruppe.[1]

Das erste Fernsehprogramm wurde 1953 abgedruckt. 1979 lag die Druckauflage bei 1.204.800 Exemplaren.

Bekanntester Chefredakteur des Gong war Helmut Markwort (bis September 2010 Chefredakteur des Magazins Focus). Er wirkte von 1970 bis 1991. Die weiteren ehemaligen Chefredakteure der Zeitschrift waren Conrad Schmitt (1948–1963), Wilhelm Mogge (1963), Theo Reubel-Ciani (1964–1970), Bob Borrink (1991–1995), Dirk Altemann (1995), Rainer Stiller (1995–2001), Katrin Kaiser (2001–2002) und Carsten Pfefferkorn (2002–2014). Seit August 2014 leitet Christian Hellmann den Gong. [2]

Der Gong erfuhr in den letzten Jahren weitreichende Neuerungen und Modernisierungen. Er ist bis auf den Umschlag und das Impressum identisch mit der Zeitschrift Bild+Funk. Er verfügt über einen täglichen Doku-Planer, der in einer eigenen Sparte die Leser über die täglich nach Redaktionsmeinung besten Wissens-, Reise- und Natur-Sendungen informiert. Zudem war der Gong die erste wöchentliche Programmzeitschrift, die im Herbst 2013 die Trennung zwischen Bezahlfernsehen und frei empfangbaren Sendern aufhob und neben Sky (das in vielen Zeitschriften des Segments gelistet ist) auch andere, hochwertige Bezahlsender wie National Geographic in sein Programm-Listing aufnahm.[3]

Von 2004 bis 2006 vergab Gong zusammen mit der Fernseharbeit der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der christlichen Hilfsorganisation World Vision Deutschland einen Gospel-Award im deutschen Fernsehen. Nach drei Jahren wurde dieser Preis eingestellt.[4][5][6][7][8]

2008 rügte der Deutsche Presserat die Zeitschrift wegen Verstoßes gegen den Pressekodex. Sie hatte in mehreren Berichten über Medizinthemen ein Präparat genannt, das kein Alleinstellungsmerkmal aufwies. Dieses wertete der Presserat als Schleichwerbung.[9] 2010 erfolgte erneut eine Rüge des Deutschen Presserates wegen Ziffer 7 des Pressekodexes. Die Zeitschrift hatte in einem Kochrezept für ein Weihnachtsmenü mehrfach Produktnamen genannt, die für das Rezept als solches nicht erforderlich gewesen wären.[10]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb des Programms, im vorderen und hinteren redaktionellen Teil der Zeitschrift, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung heute auf den Themengebieten Wissen, Reise, Medien, Kino, Gesundheit, Verbraucher. In seiner Sendungsauswahl und seiner Berichterstattung richtet sich der Gong heute an Zuschauer, die neben Spielfilmen und Serien ein starkes Interesse an Dokumentationen, Reportagen und nutzwertigen Magazin-Sendungen haben.[11]

In einem besonderen Teil (Name: Unsere Zeit) fasst das Magazin besondere, nutzenorientierte Beiträge aus den Bereichen Gesundheit, Reise, Küche und Psychologie/Familie zusammen.

Mit fast 55 Sendern und zwölf Seiten pro Programmtag bietet der Gong einen der umfangreichsten Programmteile aller wöchentlichen Programmzeitschriften. Die größten sieben deutschen Sender (von Das Erste bis VOX) werden auf zwei Doppelseiten pro Tag dargestellt. Dadurch kann der Leser auf einer kompletten Doppelseite das Tagesprogramm und auf einer weiteren das komplette Abendprogramm dieser Sender dargestellt finden. Auch Sparten- und Regionalsender, alle Dritten Programme sowie Kinder- und Jugendsender werden dargestellt. Zudem hat der Gong seit 2013 neben Sky weitere Bezahlsender in sein Listing aufgenommen. Der Gong bewertet alle ausgestrahlten Filme und testet sie auf Familientauglichkeit.[12]

In seiner Heftmitte befindet sich eine herausnehmbare Radio-Zeitung mit einem ausführlichen Überblick über das tägliche Rundfunkprogramm. Außerdem hat der Gong einen großen Rätselteil.

Seit Anfang 2010 gehört der Internet-Fernsehprogrammdienst Klack.de zum Gong-Verlag.

Auflagenstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im vierten Quartal 2014 lag die durchschnittliche monatlich verbreiteten Auflage nach IVW bei 240.705 Exemplaren. Das sind 5,09 Prozent (12.904 Hefte) weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Abonnentenzahl fiel innerhalb eines Jahres um 6,48 Prozent auf jetzt 162.871 Abonnenten. Derzeit beziehen 67,67 Prozent der Leser die Zeitschrift im Abonnement.

Anzahl der monatlich verbreiteten Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl der monatlich verkauften Abonnements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben der Gong-Redaktion, Juni 2014
  2. Artikel: "Betr.:Auf Wiedersehen", in: Gong Nr.33/2014, Seite 3; erschienen am 15. August 2014
  3. Angaben der Gong-Redaktion, Juni 2014
  4. Gospelmusik will Impulse für Leben geben: Finale des größten deutschen Wettbewerbs am 16. Dezember in München. epd Landesdienst Bayern, 4. Dezember 2006, archiviert vom Original am 14. Juli 2010, abgerufen am 14. Juli 2010.
  5. Mitreißende Botschaft: "Gospel sind wie Gebete". Medienmagazin pro, archiviert vom Original am 14. Juli 2010, abgerufen am 14. Juli 2010.
  6. Gospel-Award: Drei Finalisten aus Berlin nominiert. Archiviert vom Original am 14. Juli 2010, abgerufen am 14. Juli 2010.
  7. "Songs von Himmel und Erde": Wettbewerb für junge christliche Interpreten und Bands. Jesus.ch, archiviert vom Original am 14. Juli 2010, abgerufen am 14. Juli 2010.
  8. Der Gospel-Award geht in die Dritte Runde. 2006, archiviert vom Original am 8. Juli 2010, abgerufen am 8. Juli 2010.
  9. Mitteilung des Deutschen Presserats vom 14. März 2008
  10. Mitteilung des Deutschen Presserates vom 5. März 2010
  11. Angaben der Gong-Redaktion, Juni 2014
  12. Angaben der Gong-Redaktion, Juni 2014