Chilly Gonzales

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gonzales (Musiker))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gonzales auf dem Moers Festival 2006
Chilly Gonzales 2005 im Théatre National in Montreal an einem Konzert mit Socalled
Gonzales mit Socalled

Chilly Gonzales (bürgerlich Jason Charles Beck, zeitweise auch einfach Gonzales; * 20. März 1972) ist ein kanadischer Musiker, der zeitweise in Berlin und Paris lebte und sich zurzeit in Köln niedergelassen hat.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chilly Gonzales studierte zunächst Jazz-Piano an der Concordia University in Montreal, wandte sich dann aber der Popmusik zu und arbeitete mit den kanadischen Musikern Feist, Peaches und Mocky zusammen. Außerdem wirkte er an den Alben Multiply von Jamie Lidell und Secret House Against the World von Buck 65 mit.

Seine Bekanntheit erlangte Gonzales durch Electro-Tracks mit satirisch angehauchtem Rapgesang, für die er sich selbst den Titel „The Worst MC“ („der schlechteste MC“) verlieh. Ein 2004 erschienenes Album Solo Piano mit ernsthaften, zwischen Klassik und Jazz angesiedelten Klavierstücken wurde von der Musikkritik mit großem Lob aufgenommen. Mit diesen Stücken trat er 2007 auch auf dem nach dem legendären Bach-Interpreten Glenn Gould benannten Glenn-Gould-Festival in Berlin auf. 2007 arbeitete er auch mit dem kanadischen Hip-Hop-Produzenten und Rapper Socalled zusammen, an dessen Album Ghettoblaster er mitwirkte und den er auch in Konzerten begleitet.

2010 wurde Gonzales’ Titel Never Stop für die Fernsehwerbung des Apple iPads der ersten Generation verwendet. Das Stück basiert auf der andauernden Wiederholung derselben drei Noten (Fis-A-H) auf dem Klavier, deren Rhythmus leicht variiert wird.

Weiters veröffentlichte er im Jahr 2010 das Album Ivory Tower. Dieses produzierte er zusammen mit dem deutschen DJ und Produzenten Boys Noize. Die beiden teilten sich auch am Berlin Festival 2010 für ein kurzes Intermezzo die Bühne.

2010 trat er vereinzelt mit Helge Schneider auf. Gonzales gilt selbst als einer der humorvollsten Entertainer im Jazz der Gegenwart. Musiker, die angeben, vornehmlich für sich selbst zu spielen, nannte Gonzales gelegentlich „Onanisten“.[2]

Mit einem mehr als 27 Stunden langen Dauerkonzert stellte Gonzales vom 16. bis zum 18. Mai 2009 einen Weltrekord auf.[3]

Chilly Gonzales ist der Bruder des Filmkomponisten Christophe Beck.[4]

Auf seinem Album Solo Piano II stellte Gonzales 2012 vierzehn eigene Songs vor.

Chilly Gonzales ist einer der Gastmusiker auf dem am 17. Mai 2013 veröffentlichten Album Random Access Memories von Daft Punk.[5]

Nach dem Kinofilm The Ivory Tower hat Gonzales zusammen mit dem Regisseur Adam Traynor 2014 mit The Shadow eine musikalische Adaption von Hans Christian Andersens Märchen Der Schatten auf die Bühne gebracht.[6][7]

Im Jahr 2014 schloss sich Gonzales abermals mit Boys Noize zusammen, um unter dem Projektnamen Octave Minds ein gleichnamiges Album zu produzieren. Dieses wurde 2015 unter dem Label Boysnoize Records veröffentlicht. Als Octave Minds spielten die beiden am 3. September 2015 ihr erstes gemeinsames Live-Konzert am Berliner Teufelsberg, bei dem sie auch von Stella Le Page und dem Kaiser Quartett musikalisch begleitet wurden.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: O.P. Original Prankster (EP, Kitty-Yo)
  • 2000: Let's Groove Again (Single, Kitty-Yo)
  • 2000: Gonzales Über Alles (Kitty-Yo)
  • 2000: The Entertainist (Kitty-Yo)
  • 2002: Presidential Suite (Kitty-Yo)
  • 2003: Z (Kitty-Yo)
  • 2004: Solo Piano (Album, No Format!)
  • 2006: From Major to Minor (DVD, No Format!)
  • 2008: Soft Power (Universal Music)
  • 2010: Ivory Tower (Wagram)
  • 2011: The Unspeakable Chilly Gonzales (Gentle Threat)
  • 2012: Solo Piano II (Album, Gentle Threat)
  • 2015: Chambers (featuring Kaiser Quartett)
  • 2015: Octave Minds (Boysnoize Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gonzales – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gonzales spielt im Morgenrock Piano, Kölner Stadt-Anzeiger, 10. Oktober 2012
  2. Jazz und Humor - Bebop bittersüß, Hans Hielscher im Spiegel online vom 13. Oktober 2012, abgerufen 17. Oktober 2012
  3. Musiker gab 27 Stunden langes Rekord-Konzert, Kleine Zeitung, 18. Mai 2009
  4. Popgenie mit Kammerorchester, Die Zeit, 17. Juni 2011
  5. Daft Punk Random Access Memories The Collaborators Series
  6. Märchen von Chilly Gonzales vertont, Rezension von Dirk Schneider im Deutschlandfunk vom 7. August 2014, abgerufen 13. August 2014
  7. Ein musikalisches Schattenspiel, Rezension von Alexander Kohlmann im Deutschlandradio Kultur vom 7. August 2014, abgerufen 13. August 2014