Goodharts Gesetz

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Goodharts Gesetz ist ein Prinzip zur Verwendung von Zielen. Seine bekannteste Formulierung lautet "Wenn eine Maßnahme zum Ziel wird, ist es keine gute Maßnahme mehr".

Das Prinzip ist benannt nach Charles Goodhart, einem Berater der Bank of England und Professor der London School of Economics and Political Science. Seine Formulierung des Prinzips lautete:

“As soon as the government attempts to regulate any particular set of financial assets, these become unreliable as indicators of economic trends.”

„Sobald eine Regierung versucht, bestimmte finanzielle Aktivposten zu regulieren, werden diese als Indikatoren für ökonomische Trends unbrauchbar.“

Charles Goodhart: Problems of Monetary Management: The U.K. Experience[1]

Investoren versuchen derart zu investieren, dass sie von den möglichen Effekten einer Regulation finanzieller Aktivposten profitieren. Damit können die durch diese Regulation beeinflussten Aktivposten nicht mehr als Indikator für ökonomische Trends verwendet werden. Goodhart beschrieb dieses Prinzip erstmals in dem Paper von 1975, das Prinzip wurde aber erst später breit verwendet um die auf Zielen beruhende Geldpolitik von Margaret Thatcher zu kritisieren.

Das Prinzip ist allerdings schon länger bekannt, ähnliche Prinzipien sind unter anderen Namen bekannt, beispielsweise das Gesetz von Campbell (1976) oder die Lucas-Kritik (1976). Das Prinzip spiegelt sich auch implizit in der makroökonomischen Theorie der rationalen Erwartung wider.

Obwohl das Prinzip im Kontext des Marktes entstanden ist, lässt es sich auch sehr gut auf die Auswahl von Zielen in Organisationen umlegen.[1]

Weitere Formulierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

“Any observed statistical regularity will tend to collapse once pressure is placed upon it for control purposes.”

„Jede beobachtete statistische Kennzahl ist nur zu gebrauchen, solange auf sie kein Druck ausgeübt wird.“

Charles Goodhart: Problems of Monetary Management: The U.K. Experience, Seite 116[2]

“A risk model breaks down when used for regulatory purposes.”

„Jedes Risikomodell verliert seine Gültigkeit, sobald es für regulative Zwecke gebraucht wird.“

Daníelsson: Jon Daníelsson, 2002[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Charles A. E. Goodhart: Problems of Monetary Management: The U.K. Experience. In: Reserve Bank of Australia (Hrsg.): Papers in Monetary Economics. Band 1, 1975 (englisch).
  2. Charles Goodhart: Problems of Monetary Management: The U.K. Experience. In: Anthony S. Courakis (Hrsg.): Inflation, Depression, and Economic Policy in the West. Rowman & Littlefield, 1981, S. 111–146 (englisch).
  3. Jon Daníelsson: The emperor has no clothes: Limits to risk modelling. In: Elsevier Science B.V (Hrsg.): Journal of Banking and Finance. 2002, S. 1273–1296 (englisch, qed.econ.queensu.ca [PDF; abgerufen am 19. Juni 2015]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Alec Chrystal, Paul D. Mizen: Goodhart’s Law: Its Origins, Meaning and Implications for Monetary Policy. 12. November 2001 (englisch, cyberlibris.typepad.com [PDF; abgerufen am 19. Juni 2015]).