Google AdSense

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Google AdSense
Logo
www.google.de
Beschreibung Online-Werbung
Registrierung Google-Konto
Eigentümer Google
Erschienen 18. Juni 2003

Google AdSense ist ein Onlinedienst von Google Inc., der Werbung auf Websites außerhalb des Google-Netzwerks darstellt. Zunächst wurden Anzeigen nur in Textform unterstützt, erst seit dem Jahr 2009 werden auch Werbebanner über das System ausgeliefert. Kern von AdSense ist ein Algorithmus, der bei der Auswahl von Werbung das Thema der Zielseite berücksichtigt. Google AdSense wurde am 18. Juni 2003 gestartet und verfügte zehn Jahre später über zwei Millionen Publisher, weltweit wurden bis dahin 5,2 Milliarden Euro an Einnahmen ausgeschüttet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im August 2009 öffnete sich Google für externe Angebote, zunächst allerdings nur in den Vereinigten Staaten. Erst seit Frühjahr 2010 können auch in anderen Ländern mehrere Websites als sogenanntes Netzwerk hinzugefügt werden, dessen Werbeplätze sich zentral verkaufen lassen. Interessenten müssen allerdings ein Mindestmaß an Sicherheit, inhaltlicher Qualität und Geschwindigkeit erfüllen, das von Google nach eigenen Angaben auch tatsächlich überprüft wird.[2] Der Schritt stand im Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Ad Exchange: Einer Plattform, auf der Werbeplätze im Rahmen einer Auktion vergeben werden.[3] Beide Neuerungen wurde nach Übernahme von DoubleClick durch Google ein Bestandteil von AdWords.

Ebenfalls 2010 war AdSense Gegenstand einer Kontroverse zwischen den IT-Konzernen Google und Apple. Nach einem Software-Update häuften sich Berichte, Anzeigen aus dem AdSense-Netzwerk würden im Safari unter Mac OS X 10.6 nicht mehr dargestellt, während sie in anderen Browsern wie beispielsweise Firefox oder Chrome auf denselben Computern weiterhin sichtbar seien.[4] Die Ursache für das Problem konnte nicht abschließend geklärt werden, jedoch wurden Anzeigen auf betroffenen Systemen später wieder fehlerfrei angezeigt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Funktionsweise (vereinfacht)

Google AdSense wählt Anzeigen passend zum Inhalt der Webseite aus, auf der sie dargestellt werden sollen. Zu diesem Zweck untersucht ein Webcrawler das entsprechende Angebot, wie es auch bei der Indexierung einer Website für die Suchmaschine Google der Fall ist. So ist es zum Beispiel wahrscheinlich, dass auf einer Website über Fotografie auch Anzeigen aus diesem Themenbereich dargestellt werden. Neben dem inhaltlichen Kontext unterstützt AdSense auch das interessenbezogene Targeting anhand des individuellen Profils eines Besuchers der Webseite beziehungsweise Anzeige. Seit 2010 unterstützt Google das sogenannte Remarketing oder Retargeting als Alternative zu inhaltsbezogenen Anzeigen.[5] Kommen für einen Platz mehrere Anzeigen zur gleichen Zeit infrage, so wird in einer Auktion entschieden, welche Anzeige den Vorzug erhält. Dabei gewinnt stets die Anzeige mit den höchsten Umsätzen pro Einblendung, das heißt auch den höchsten Einnahmen für den AdSense-Partner.

Integration[Bearbeiten]

Technisch erfolgt die Integration von Anzeigen in eine Website über JavaScript. Google nennt dem AdSense-Partner einen individuellen Code, der in die Kopfzeile des Angebots übernommen werden muss – die Skripte selbst verbleiben auf den Servern von Google. Anzeigen können sowohl in ihrem Format, als auch der Darstellung über sogenannte Templates gestaltet werden. Sie dienen in der Regel vor allem dazu, Anzeigen farblich an das Aussehen einer Website anzupassen. Farben und weitere Parameter können sowohl über Kontrollzentrum von AdSense, als auch die Google AdSense API geändert werden.[6] Seit August 2013 unterstützt Google die Verwendung von Anzeigen, deren Darstellung sich automatisch je nach eingesetztem Gerät verändert. Dadurch lassen sich mehrere Größen für Anzeigen definieren, um eine optimale Darstellung beispielsweise auf Smartphones und Tablet-Computer zu erreichen.[7]

Richtlinien[Bearbeiten]

Für die Aufnahme einer Website in Google AdSense muss diese die Richtlinien des Programms akzeptieren.[8] Diese beinhalten beispielsweise das Verbot, Besucher gezielt zum Klick auf bestimmte Anzeigen aufzufordern, um künstlich höhere Einnahmen zu generieren. Außerdem ist die Integration von AdSense auf Seiten verboten, welche bestimmte Inhalte anbieten, die beispielsweise pornografischer Natur sind oder mit dem Verkauf alkoholischer Getränke in Verbindung stehen. Die Schaltung von AdSense in Internetforen ist gestattet, solange die Anzeigen nicht mit regulären Beiträgen verwechselt werden können. Insgesamt dürfen auf einer Website nicht mehr als drei Anzeigen- und drei Linkblöcke eingebaut werden.

Google überprüft die Einhaltung der Richtlinien nach eigenen Angaben sowohl automatisiert als auch durch personenbezogene Zugriffe. Im Falle eines Verstoßes kann das AdSense-Konto ganz oder teilweise gesperrt werden, eine Reaktivierung ist nach Beseitigung der Probleme nur in Form eines erneuten Antrags auf Zulassung zu AdSense möglich.[9]

Bezahlung[Bearbeiten]

Die Werbetreibenden gewinnt Google über AdWords. Von den Einnahmen, die ein Werbetreibender dort für eine Anzeige entrichtet, wird nur ein Teil an den Betreiber der Website ausgezahlt, auf der AdSense eingebunden wurde. Die Differenz wird durch Google als Provision für die Vermittlung der Anzeige und den Betrieb des Netzwerks einbehalten. Die Einnahmen einer Einblendung beziehungsweise eines Klicks über AdSense können aufgrund der Auktion von Anzeigen in AdWords nur schwer abgeschätzt werden, weshalb das gesamte Modell immer wieder als intransparent bewertet wurde. Erst im Mai 2010 veröffentlichte Google offizielle Angaben, wonach für Werbung in Suchergebnissen 51 Prozent des Umsatzes und für andere Anzeigen, die über die Werbeplattform ausgeliefert werden, 68 Prozent des Umsatzes an die AdSense-Partner ausgeschüttet werden.[10]

Kritik[Bearbeiten]

Insbesondere im Jahr 2006 haben sich AdSense-Teilnehmer darüber beschwert, dass ihnen fälschlicherweise Missbrauch vorgeworfen und deswegen die Partnerschaft gekündigt wurde.[11] Das kann vorkommen, wenn eine dritte Website automatisiert den Inhalt einer anderen Seite inklusive AdSense-Werbung „stiehlt“ (das heißt kopiert) und so automatisiert Klicks generiert werden. Dafür hat Google zuletzt einen Punkt zugelassene Websites eingeführt, auf dem man seine Seiten explizit eintragen kann. Kritisiert wird auch die mangelnde Transparenz bei der Begründung der Kündigung. Google behält sich vor, Details zu einzelnen Fällen nicht weiterzugeben. Die Verweigerung der Auszahlung von Einnahmen, die der Teilnehmer am AdSense-Programm bis zur Kündigung erwirtschaftet hat, wird im Zuge dessen ebenfalls kritisiert.

Experten sehen AdSense grundsätzlich kritisch, da über das Netzwerk unter Umständen Anzeigen unmittelbarer Wettbewerber dargestellt würden. Insgesamt sei Google AdSense durch ein stetiges Misstrauen sämtlicher Parteien geprägt, das heißt Werbetreibender, Anzeigenkunden und Google, und sei daher nicht für die nachhaltige Finanzierung einer Website geeignet.[12] Unter Umständen birgt die Integration von Google AdSense in eine Website auch Probleme im Bezug auf den Datenschutz, insbesondere wenn von einer deutschen oder europäischen Website eine AdSense-Skript auf Servern in den Vereinigten Staaten eingebunden wird. Die Problematik ist mit Google Analytics vergleichbar.[13]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jerri L. Ledford, Meinhard Schmidt: AdSense für Dummies. Googeln Sie sich reich. Wiley-VCH, Weinheim Juli 2009, ISBN 978-3527705351.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Budde: 10 Jahre Google AdSense: 2 Millionen Publisher, 5,2 Milliarden Euro. In: t3n Magazin. 19. Juni 2013, abgerufen am 25. August 2013.
  2. Falk Hedemann: Google Adsense Öffnung: Zertifizierte Werbenetzwerke stehen jetzt allen Adsense-Kunden offen. In: t3n Magazin. 17. März 2010, abgerufen am 25. August 2013.
  3. Falk Hedemann: Online-Werbung: Google Ad Exchange kommt – das AdSense für Bannerwerbung? In: t3n Magazin. 15. September 2009, abgerufen am 25. August 2013.
  4. Sebastian Bertram: Google Adsense Anzeigen geblockt nach Safari-Update? In: t3n Magazin. 23. November 2010, abgerufen am 25. August 2013.
  5. Aitan Weinberg: Now available: Reach the right audience through remarketing. In: Inside AdWords. Google, 25. März 2010, abgerufen am 23. September 2013 (englisch).
  6. Template Ads. In: AdWords API. Google, abgerufen am 23. September 2013 (englisch).
  7. Lars Budde: Beta-Test: Google startet reponsive AdSense-Anzeigen. In: t3n Magazin. 5. August 2013, abgerufen am 23. September 2013.
  8. AdSense-Programmrichtlinien. In: AdSense Hilfe. Google, abgerufen am 23. September 2013.
  9. Peer Wandiger: Bei AdSense gesperrt! Was nun? In: Selbstständig im Netz. 5. Juni 2012, abgerufen am 23. September 2013.
  10. Neal Mohan: Die AdSense-Umsatzbeteiligung. In: Inside AdSense Blog. Google, 24. Mai 2010, abgerufen am 23. September 2013.
  11. The nonsense about AdSense. In: The Times. 7. April 2006, abgerufen am 23. September 2013 (englisch).
  12. Karl-Heinz Wenzlaff: Finger weg von Google Adsense! In: Blog Trainer. 23. April 2009, abgerufen am 23. September 2013.
  13. Sören Siebert: Datenschutz: Rechtliche Risiken bei der Nutzung von Google Analytics und GoogleAdSense? In: eRecht24. Abgerufen am 23. September 2013.