Gornergratbahn

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Gornergratbahn
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Strecke der Gornergratbahn
Fahrplanfeld: 139
Streckenlänge: 9,34 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 750 V 50 Hz 
Maximale Neigung: 200 
Minimaler Radius: 80 m
Zahnstangensystem: Abt
Zermatt–Gornergrat
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0.00 Zermatt 1'604 m ü. M.
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Verbindungsgleis zur MGB
Brücke (groß)
0.36 Getwingbrücke 24 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
0.38 Abzweig zum Depot-Stollen
Brücke (groß)
Findelenbachviadukt 93 m
Haltepunkt, Haltestelle
1.75 Findelbach 1'770 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Gsässtunnel 40 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Bränfluhtunnel 58 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Kühlerbrunnentunnel 19 m
Tunnel
Landtunnel 179 m
Bahnhof, Station
4.03 Riffelalp 2'210 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Anschluss an Riffelalptram
Bahnhof ohne Personenverkehr
5.10 Riffelboden 2'348 m ü. M.
Tunnel
Riffelbordgallerie 770 m
Bahnhof, Station
6.47 Riffelberg 2'582 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
7.91 Rotenboden 2'819 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenende
9.34 Gornergrat 3'089 m ü. M.

Die Gornergratbahn (GGB) in Zermatt ist eine elektrisch betriebene Zahnradbahn auf den Gornergrat in der Monte-Rosa-Region in der Schweiz und ist hinter der Jungfraubahn die zweithöchste Bergbahn in Europa. Der Gornergrat ist ein Ausflugsziel, das eine Rundumsicht auf Monte Rosa und Matterhorn bietet und zudem ein beliebtes Wintersportgebiet ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Gornergratbahn mit Matterhorn um 1900

Nach der Eröffnung der Visp-Zermatt-Bahn (VZ) im Jahre 1891 gab es Bestrebungen, eine Ausflugsbahn von Zermatt hinauf in das Monte-Rosa-Massiv zu errichten. Ursprünglich war geplant, die Visp-Zermatt-Bahn bis zum Weiler Zum See weiterzuführen und von dort eine Standseilbahn zum Schafberg und eine Zahnradbahn zur Whymperhütte am Fusse des Matterhorns zu führen.[1] Nach Erteilung der Konzession 1892 begannen 1896 die Bauarbeiten und am 24. November 1897 wurden erste Lokomotivfahrten durchgeführt. Die offizielle Eröffnung der GGB Gornergrat-Bahn erfolgte am 20. August 1898.

Die Gornergrat-Bahn wurde als Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 1000 mm mit dem Zahnradsystem Abt erstellt und war von Beginn an mit Drehstrom elektrifiziert. Jedes Gleis hat deshalb zwei Fahrleitungen und die Triebfahrzeuge zwei nebeneinanderliegende Stromabnehmer. Dies ermöglichte aber einen einfachen elektrischen Aufbau im Fahrzeug, was sie zur ersten elektrisch betriebenen Zahnradbahn der Schweiz machte. Der Betriebsstrom mit einer Frequenz von 40 Hz wurde von einem Wasserkraftwerk geliefert und von 5400 V auf 550 V heruntertransformiert. 1930 wurden die Fahrzeuge auf das heute noch verwendete Drehstromsystem mit 750 V Spannung und einer Frequenz von 50 Hz umgerüstet, um den Strom direkt aus dem Landesnetz beziehen zu können.[2]

1909 wurde die Strecke auf dem Gornergrat um 310 m verlängert, um die Endstation näher an den Gipfel zu verlegen. Bis 1928 verkehrte die Gornergrat-Bahn nur im Sommer, nun fuhren erstmals auch im Winter Züge, je nach Schneeverhältnissen bis zu den Stationen Riffelalp oder Riffelboden. Das besonders lawinengefährdete Teilstück am Riffelbord verhinderte die Fahrt bis zum Gipfel. 1939 begannen dort die Bauarbeiten für eine 770 Meter lange Lawinengalerie, die sich wegen des Zweiten Weltkriegs jedoch bis 1941 verzögerten. Seit 1942 ist der Winterbetrieb bei guten Witterungsverhältnissen nun auch bis zur Endstation Gornergrat möglich. Da die Höchstgeschwindigkeit der bisherigen Lokomotiven von 7 km/h[1] dem steigenden Wintersportverkehr nicht mehr gerecht wurde, wurde 1947 der erste einer neuen Reihe von Triebwagen beschafft, die die Fahrzeit um die Hälfte verkürzten.[2]

1997 wurde die Société de chemin de fer du Gornergrat (Gornergrat-Bahn-Gesellschaft) in Gornergrat-Monte Rosa-Bahnen umbenannt, um auf die auf dem Gornergrat ebenfalls vorhandenen Seilbahnen hinzuweisen. Nachdem die Seilbahnen in die Zermatt Bergbahnen AG eingebracht wurden, beschloss die Generalversammlung vom 1. April 2005 wieder den Namen Gornergrat Bahn AG anzunehmen. Im Mai 2005 erwarb die BVZ Holding – Mehrheitsaktionärin der Matterhorn-Gotthard-Bahn – 44.3 Prozent des Aktienkapitals und unterbreitete den Aktionären ein Übernahmeangebot. Daraufhin wurde im September 2005 ein Fusionsvertrag abgeschlossen und die GGB im Oktober auf eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der BVZ Holding übertragen. Die bisherige Gornergrat Bahn AG wurde liquidiert und am 20. Oktober 2005 aus dem Handelsregister gelöscht, dafür nahm die erwähnte Tochtergesellschaft der BVZ Holding (die frühere Furka-Oberalp-Tours AG) den Namen Gornergrat Bahn AG (Gornergrat chemin de fer SA) (Gornergrat railways Ltd) an.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Bahnhof der Gornergratbahn (Hintergrund) um 1900
Gornergratbahn
Gornergratbahn mit Matterhorn (März 2003)
Gornergratbahn oberhalb von Riffelberg
Riffelberg

Die Strecke beginnt in Zermatt neben dem Bahnhof der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf 1604 m über Meer und führt mit einer maximalen Steigung von 20 % auf einer Länge von etwa 9 km hinauf auf den Gornergrat auf 3089 m über Meer.

Betriebsstellen[Bearbeiten]

Riffelalp

Die Riffelalp ist die erste Zwischenstation der Gornergratbahn. Sie liegt auf 2211 Meter Höhe knapp oberhalb der Waldgrenze und hat viele Merkmale einer Alp. Die Riffelalp ist der Ausgangspunkt vieler Wanderungen nach Findeln, Gant, Grünsee bei Zermatt, Riffelberg oder Gornergrat. Nahe der Station Riffelalp befindet sich das Hotel Riffelalp, das aufgrund der gewählten Linienführung nicht direkt an die Strecke angeschlossen werden konnte. Das Hotel wurde 1899 über das knapp 500 m lange Riffelalptram (RiT) angeschlossen, eine elektrisch betriebene Trambahn. Nachdem das Hotel 1961 niederbrannte, wurde das Riffelalptram stillgelegt. Nach der Eröffnung des neuen Hotels im Jahr 2000 wurde die RiT wieder aufgebaut und 2001 wiedereröffnet.

Riffelberg

Riffelberg ist eine weitere Zwischenstation der Gornergratbahn, auf 2582 Meter über Meer. Vom Riffelberg hat man gute Sicht auf das 4478 Meter hohe Matterhorn. Seit Dezember 2006 ist der Riffelberg mit dem Furi (1850 m) über eine Gondelbahn verbunden, die über Schweigmatten führt. Auch die Sesselbahn "Gifthittli" befindet sich auf dem Riffelberg, der zudem das untere Ende des Zermatter Schlittelparadieses ist.

Rotenboden

Rotenboden ist die letzte Station vor dem Gornergrat. Vor Ort befindet sich im Winter eines der fünf Igludörfer der Schweiz. Nahe Rotenboden liegt die Sesselbahn "Gifthittli", deren Bergstation beinahe bis nach Gornergrat reicht. Auch befindet sich hier der Start des Zermatter Schlittelparadieses. Zudem ist Rotenboden der Ausgangspunkt des Weges zur Monte-Rosa-Hütte.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Die eingesetzten Fahrzeuge bieten insgesamt 3634 Sitz- und Stehplätze bei einer Transportkapazität von 2400 Personen pro Stunde.

Lokomotiven
  • He 2/2 3001–3003 (1898)
    3002 ausrangiert im Jahr 2007
    seit 23. Mai 2007 im Verkehrskreisel bei Stalden VS (Killerhofbrücke) aufgestellt
Personentriebwagen
  • Bhe 2/4 3011–3022 (1947,1952,1954,1959,1961)
    3011 ausrangiert im Jahr 2009
    3012 ausrangiert im Jahr 2007
    3013 ausrangiert im Jahr 2007
    3014 ausrangiert im Jahr 2007
    3015 umgebaut im Jahr 2004 in Dhe 2/4 3015
    3016 ausrangiert im Jahr 2008
    3017 umgebaut zum Dienstwagen mit Material zum Aufgleisen und Vorrichtung zum Besprühen der Fahrleitung (Glycerin zur Vermeidung von Eisbildung am Fahrdraht)
    3018 ausrangiert im Jahr 2006
  • Bhe 4/8 3041–3044 (1965,1975) 2001-2003 modernisiert und mit Vielfachsteuerung versehen
  • Bhe 4/4 3061–3062 (1981)
    zugehörige Steuerwagen Bt 3071–3072
    im Sommerhalbjahr meist ohne Steuerwagen für die Beförderung von Güterwagen im Einsatz
  • Bhe 4/8 3051–3054 (1993)
  • Bhe 4/6 3081–3084 (2006)
Steuerwagen
  • Bt 3071–3072 (1981)
    passend zu Bhe 4/4 3061–3062
Güter- und Dienstfahrzeuge
  • Dhe 2/4 3015 (Umbau 2004), ex Bhe 2/4 3015 (1954)
  • Xhe 2/4 3017 (Umbau 2008), ex Bhe 2/4 3017 (1959)
  • Kklm 3601, Kkl 3611 (Niederbordwagen)
  • (die Kippwagen Fd 3784-85 gingen 2004 an die MGB, neu 2784-85)
  • Hk-v 3801 (gedeckter Güterwagen, remisiert)
  • Uh-v 3891 (Wassertankwagen)
  • X 3911 (Fahrleitungsmontagewagen)
  • X 3912 (Kranwagen)
  • Xrote 3931 (Schneeschleuder)
  • Xrote 3932 (Schneeschleuder)

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gornergratbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ronald Gohl: Auf steilen Schienen in die Berge. Alle Zahnradbahnen in den Alpen. Mit Wander- und Tourenvorschlägen. Bechtermünz Verlag, 1996, ISBN 3-86047-303-4, S. 90–101.
  2. a b  Brian Hollingsworth, Arthur Cook: Das Handbuch der Lokomotiven. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-138-4, Kap. Moderne Lokomotiven, HGe 2/2 Nr. 1–4, S. 220–221.

46.0236111111117.7497222222222Koordinaten: 46° 1′ 25″ N, 7° 44′ 59″ O; CH1903: 624090 / 96944