Gosiute

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Die Gosiute waren ein indianischer Stamm der Westlichen Shoshone aus der uto-aztekischen Sprachfamilie. Sie lebten im Gebiet des heutigen Utah und nördlichen Nevadas.

Die Gosiute sprachen Shoshone, das zur uto-aztekischen Sprachfamilie gehört. Da die benachbarten Stämme nur leichte Varianten der gleichen Sprache sprachen, konnten sie sich leicht mit den Bannock, den Paiute, den Ute sowie den anderen Shoshone verständigen. Später während der Reservationszeit vermischten sich die Gosiute mit den verschiedenen Nachbarstämmen.

Sie wohnten in einfachen Wickiups und ernährten sich von Kleinwild und Wildpflanzen, wie wilden Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln.

Sie selbst bezeichneten sich als Toi Ticutta (Cattail Eaters – „Esser des Breitblättrigen Rohrkolbens“, dessen Wurzelstöcke stärkereich und nach dem Abkochen essbar sind).

Zum Ausgraben der Wurzeln verwendeten sie spezielle Grabstöcke, die einfachsten Werkzeuge der Gesellschaft, die nur für diesen Zweck vorgesehen waren. Für andere Zwecke, beispielsweise das Ausgraben von Steinen, wurden andere Stöcke verwendet.

Von den Weißen wurden sie, wie viele andere shoshonesprechenden Stämme ebenfalls, verächtlich „Diggerindianer“ genannt.

Der Forscher Jedediah Smith meinte 1827 sie seien „die elendsten Kreaturen der Schöpfung“.[1] Mark Twain, der 1861 das Gebiet der Gosiute westlich des Großen Salzsees bereiste, berichtet, er sei „den elendsten Menschen begegnet, die er jemals gesehen“ habe. „Sie erzeugen nichts. Sie kennen keine Dörfer und keine Zusammenkünfte in Stammesgemeinden, ihr einziger Schutz vor dem Schnee besteht aus einem über einen Strauch geworfenen Fetzen, obwohl sie eine der unwirtlichsten Einöden bewohnen, die man auf dieser Erde finden kann. Die Buschmänner und unsere Gosiute stammen ohne Zweifel von demselben Gorilla oder Känguruh oder von derselben norwegischen Ratte ab, oder auf welches Tier auch immer die Darwinanhänger sie zurück führen mögen.“[2]

Der Historiker Hubert Howie Bancroft vermutete sogar, dass sie einen Winterschlaf hielten: „Während des Winters liegen sie halb schlafend in Erdlöchern, kriechen im Frühling heraus und essen Gras, bis sie wieder die Kraft haben, auf ihren Füßen zu stehen. Sie kennen keine Kleider, kaum etwas gekochte Nahrung, oft keine Waffen. Ihre religiösen Vorstellungen sind überaus vage, sie leben in unvorstellbarem Schmutz und lassen ihren Leidenschaften freien Lauf. Zwischen ihnen und den Tieren ist zweifellos kein Platz für ein ‚Missing Link‘.“[3]

Ohne das Wissen der Indianer über essbare Wildpflanzen hätten jedoch vermutlich viele der ersten europäischen Siedler auf ihren Wagenzügen Hunger gelitten. Nachdem sie die Great Plains überquert hatten, gingen die mitgeführten Vorräte oft zur Neige. Die Frauen der Pioniere lernten von den Indianerinnen, wie man essbare Knollen ausgräbt und kocht und konnten so die dürftige Ernährung verbessern.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Farb: Die Indianer Entwicklung und Vernichtung eines Volkes. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1988, ISBN 3-485-00565-7, S. 39.
  2. ebd.
  3. ebd. S. 40.
  4. Elias Yanovsky: Food Plants of the North American Indians. United States Department of Agriculture, Washington, D. C., July 1936.