Gothic (Computerspiel)

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Gothic
Gothic-Logo.jpg
StudioDeutschlandDeutschland Piranha Bytes
PublisherDeutschlandDeutschland Shoebox
Erstveröffent-
lichung
15. März 2001
PlattformWindows
Spiel-EngineZenGin
GenreAction-Rollenspiel
ThematikFantasy
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungTastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
MediumCD-ROM, DVD-ROM, Download
SpracheDeutsch
Aktuelle Versionv1.08k (2002)
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Gothic ist der erste Teil der Gothic-Computerspieleserie. Das Spiel wurde von Piranha Bytes entwickelt und von Shoebox 2001 für Windows veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel beginnt mit einer Videosequenz, in der die Vorgeschichte der Spielwelt erzählt wird. Das Königreich Myrtana befindet sich im Krieg mit den Orks, und Waffen aus magischem Erz haben kriegsentscheidende Bedeutung. Dieses Erz wird auf der Insel Khorinis abgebaut, auf welcher König Rhobar II. eine Gefängniskolonie um das Abbaugebiet errichten ließ. Der König veranlasste die Errichtung einer magischen Barriere um das Gebiet, die das Eindringen zuließ, jedoch das Ausbrechen unmöglich machte. Dabei ereignete sich ein ungeklärter Fehler, infolgedessen die Barriere sich ausdehnte und die Magier und das gesamte Tal einschloss. In der nun folgenden Revolte überwältigten die Gefangenen die Wachen und traten in Verhandlungen mit dem König. Sie bauten weiterhin Erz ab und wurden dafür vom König nach ihren Wünschen versorgt.

In diese Barriere wird der Spieler nun geworfen, und es ist seine erste Aufgabe, sich einen Platz in einem der drei Lager innerhalb der Barriere zu erkämpfen. Zur Auswahl stehen das Lager einer Sekte im Sumpf, das Alte Lager, welches für den König arbeitet, und das Neue Lager, wo an einem Ausbruch gearbeitet wird. Unabhängig davon, für welches Lager sich der Spieler entscheidet, führt ihn seine nächste Aufgabe in das Lager der Sekte, wo er bei den Vorbereitungen einer Anrufung des Schläfers, dem Gott der Bruderschaft, helfen soll. Im Zuge der Anrufung stirbt deren geistiger Führer, und es wird klar, dass der Schläfer ein böses Wesen ist. Einer der Gurus, Cor Kalom, findet sich jedoch nicht mit dieser Entwicklung ab und begibt sich selbst auf die Suche nach dem Schläfer. Die Sekte setzt ihre Hoffnung nun auf die Ausbruchspläne der Wassermagier des Neuen Lagers, und der Spieler unterstützt diese Fraktion von nun an.

Das Neue Lager hat eine gigantische Menge Erz angehäuft, mittels derer die Wassermagier die Barriere sprengen wollen. Um den Ausbruchsplan der Wassermagier realisieren zu können, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen und Dinge beschafft werden. Diese Aufgaben übernimmt wieder der Spieler. Die Handlung erhält eine entscheidende Wendung, als die Mine des Alten Lagers einstürzt. Gomez, der Anführer des Alten Lagers, lässt daraufhin die Mine des Neuen Lagers erobern, und ermordet die Feuermagier, die sich ihm in den Weg stellen wollen. Außerdem lernt der Held den Magier Xardas kennen, der zurückgezogen in einem Turm lebt, und vollkommen andere Pläne für den Ausbruch hat. Der Held entscheidet sich, von nun an für Xardas zu arbeiten, nachdem dieser ihm berichtet, der Schläfer sei ein böser Dämon und verantwortlich für die außer Kontrolle geratene Barriere. Um die Barriere zum Einsturz zu bringen, muss der Dämon getötet werden, der in einem Tempel unter der Stadt der Orks lebt.

Als der Held diesen Tempel erkundet, muss er feststellen, dass die Wächter des Schläfers mit seinen Waffen nicht zu verwunden sind. Allerdings findet er ein besonderes Schwert, genannt Uriziel, welches nach Aussage von Xardas wieder mit magischer Energie aufgeladen werden muss. Diese bietet der Erzhaufen des Neuen Lagers, welchen der Held aller Energie beraubt. Nach der Flucht vor den dadurch erzürnten Wassermagiern begibt sich der Spieler wieder in den Tempel, wo er sich den Weg zum Schläfer freikämpft und dabei auf Cor Kalom trifft. Nach dem Showdown wird der Schläfer aus der Welt verbannt, aber der Tempel über ihm stürzt ein und der Held wird von den Geröllmassen begraben.

Spielwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielwelt wird durch die Barriere und die das Tal umgebenden Berge begrenzt. Innerhalb der Barriere befinden sich verschiedene Gebiete, so etwa der Sumpf und die Küste im Süden, die Berge im Norden und im Osten, im Westen das verödete Orkgebiet und im Zentrum Wälder und Wiesen. Manche Bereiche sind dabei aufgrund der Gegner gefährlicher als andere, so dass der Spieler erst mit fortschreitendem Spielverlauf auch die gesamte Welt erkunden kann.

Zwischen den Lagern und anderen wichtigen Orten existieren Pfade, diese stellen in der Regel zwar nicht die kürzeste, jedoch die sicherste Verbindung dar. Da die Barriere von Gesetzlosen und wilden Tieren bevölkert wird, muss der Spieler sich vorsichtig bewegen. Außerdem gibt es eine Reihe von Dungeons, die besonders gefährliche Orte darstellen, jedoch im Rahmen gewisser Aufgaben erforscht werden müssen.

Die Bevölkerung ist vorwiegend männlich, Frauen stehen nur den Machthabern als Sklavinnen zur Verfügung. Das Szenario ist mittelalterlich und ärmlich, die meisten Gebäude sind entweder behelfsmäßig errichtet worden oder im Verfall begriffen. Die Götterwelt um Innos (Gott des Lichtes und der Rechtschaffenen), Adanos (Gott des Wassers und des Ausgleichs) und Beliar (Gott der Finsternis und des Bösen) wird in Gothic nur sehr spärlich beschrieben. Die Gottheiten werden genauer in Gothic 2 bzw. bei der Gothic-2-Erweiterung Die Nacht des Raben erklärt. Die Wassermagier verehren den Gott Adanos, hingegen die Feuermagier Innos. Beliar wird von den Schwarzmagiern angebetet, die vorwiegend erst im dritten Teil zu finden sind.

Die Lager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gothic haben sich die Gefangenen in insgesamt drei Lagern organisiert. Die Beziehungen zwischen den Lagern und das daraus resultierende Konfliktpotential bilden ein wichtiges Moment der Handlung im Spiel. In allen Lagern besteht eine feste Hierarchie, in der der Spieler aufsteigen kann.

  • Altes Lager: Das größte der Lager ist das Alte Lager, in der ursprünglichen Garnisonsburg gelegen, die sich im Zentrum des Minentals befindet. Befehlshaber sind die Erzbarone, allen voran Gomez. Unter ihnen dienen die Gardisten, die Kämpfer des Lagers, welche wiederum über den Schatten stehen, die sich als Händler, Diebe und Jäger betätigen. Die unterste Schicht bilden die Buddler, welche das Erz in den Minen abbauen. Eine Sonderstellung in diesem Lager nehmen die Magier vom Kreis des Feuers ein. Sie stehen außerhalb der Hierarchie, werden jedoch respektiert und arbeiten mit den Erzbaronen zusammen. Zum Alten Lager gehört außerdem noch die Alte Mine, welche von Gardisten und Schatten bewacht wird. Das Alte Lager tauscht Erz für Waren aller Art mit der Außenwelt.
  • Neues Lager: Das Neue Lager befindet sich in den Bergen im Norden der Barriere. Die Anhänger dieses Lagers arbeiten an einem Ausbruchsplan, sie lehnen den Handel mit der Außenwelt ab und sind daher mit dem Alten Lager verfeindet. In der Hierarchie des Neuen Lagers stehen die Magier vom Kreis des Wassers an erster Stelle, sie entwickeln den Ausbruchsplan. Für sie arbeiten die Söldner, sie beschützen die Magier und führen Aufträge für sie aus. An dritter Stelle stehen die Banditen, an unterster Stelle hier die Schürfer, die in der Mine des Neuen Lagers, der Freien Mine, das Erz für den Ausbruch fördern. Das Neue Lager versorgt sich durch den Anbau von Reis und durch Überfälle auf das Alte Lager.
  • Sumpflager: Das Sumpflager ist das Lager der Bruderschaft und liegt im Sumpf im Süden der Barriere. Die Sekte betet den Schläfer an in der Hoffnung, dieser würde ihnen zur Flucht verhelfen. Sie führen freundschaftliche Handelsbeziehungen mit den beiden anderen Lagern und versuchen, dort neue Anhänger für ihre Sache zu missionieren. Der geistige Führer der Bruderschaft ist Y'Berion, unter ihm stehen die Gurus. Die praktische Befehlsgewalt hat der Guru Cor Kalom. Des Weiteren gibt es die Templer, die Kämpferkaste des Lagers, die Novizen schließlich sind die Arbeiter. Die Befehlshaber des Sumpflagers leiten ihren Machtanspruch vom Willen des Schläfers ab, das Streben der Bruderschaft gilt primär der spirituellen Erleuchtung. Das Sumpflager versorgt sich durch den Handel mit Sumpfkraut, welches eine berauschende Wirkung ähnlich wie Marihuana hat.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angegeben sind die deutschen Synchronsprecher

  • Der namenlose Held (Christian Wewerka): Zu Beginn des Abenteuers wird die Spielfigur in die sogenannte „Strafkolonie“ verbannt. Über seine Vergangenheit und seinen Namen ist nichts bekannt, es ist eine Eigenheit der Gothic-Reihe, dass er seinen Namen nie nennen kann. Doch der Held kann sich nicht damit abfinden in der „Kolonie“ gefangen zu sein und legt alles daran, eines Tages die Barriere zu zerstören.
  • Diego (Uwe Koschel): Diego ist einer der führenden Schatten des Alten Lagers. Er ist der erste Charakter, den der Spieler kennenlernt, und er greift dem Helden immer wieder unter die Arme. Diego ist ein gerissener Dieb und wurde in die Barriere geworfen, weil ihn sein Auftraggeber verriet. Will sich der Spieler dem Alten Lager anschließen, ist Diego sein Mentor.
  • Gorn (Helge Heynold): Gorn ist ein Söldner im Neuen Lager, der wegen Ketzerei in die Barriere geworfen wurde. Er ist ein abenteuerlustiger Kämpfer, der dem Spieler immer wieder zur Seite steht. Er ist Lee, dem Anführer der Söldner, treu ergeben, und kannte ihn schon aus seiner Zeit außerhalb der Barriere, als beide noch Schulter an Schulter in der königlichen Armee kämpften.
  • Milten (Dieter Gring): Milten Plescott ist ein junger Feuermagier aus dem Alten Lager. Er wurde in jungen Jahren zwangsrekrutiert. Er war ein Deserteur, wurde aufgrund dessen und des Diebstahls eines Apfels in die Barriere geworfen, und ließ sich dort dann zum Magier ausbilden. Er ist sehr jung und vertraut dem Helden blind. Er überlebt durch Zufall den feigen Mord der Erzbarone an den Feuermagiern und unterstützt daraufhin den Helden in seinem Kampf gegen den Schläfer.
  • Lester (Peter Heusch): Lester ist ein Novize des Sumpflagers. Er ist unter den Novizen hoch angesehen und kümmert sich um Neulinge im Sumpflager. Dadurch lernt er den Helden kennen und unterstützt ihn im Spielverlauf mit allerlei Ratschlägen. Lester ist kein großer Kämpfer, trotzdem versucht er immer, den Helden zu unterstützen. Er wurde in die Barriere geworfen, weil er zwei Wachen tot schlug, die ihn wegen einer Nichtigkeit verhaftet hatten.
  • Xardas (Bodo Henkel): Xardas ist ein ehemaliger Feuermagier. Er war maßgeblich an der Erschaffung der Barriere beteiligt, indem er die Kräfte der anderen Magier lenkte. Bei der Erschaffung der Barriere wurde er wie alle anderen Magier von dieser eingeschlossen. Er studiert die Künste der Dämonen- und Totenbeschwörung. Als die anderen Feuermagier das herausfanden, wurde er verbannt. Seitdem lebt er zurückgezogen in einem Turm im Gebiet der Orks. Er klärt den Helden über den Schläfer auf und leitet ihn bei seinem Kampf gegen den Dämon an. Xardas Beweggründe bleiben ungewiss, der Held arbeitet jedoch notgedrungen mit ihm zusammen.
  • Der Schläfer: Der Schläfer ist ein Erzdämon, der von den Orks zur Unterstützung im Kampf gerufen wurde. Er geriet jedoch außer Kontrolle und machte die Priester der Orks zu Untoten. Die Orks bauten ihm einen gewaltigen Tempel, der gleichzeitig ein Gefängnis sein sollte. Durch die Erschaffung der Barriere wurde er aus seinem Schlaf geweckt, seitdem arbeitet er an einer Vergrößerung seiner Macht. Er bringt Y'Berion dazu die Bruderschaft des Sumpfes zu gründen. Der Held verbannt ihn schlussendlich wieder, indem er die Herzen der Priester durchstößt, aus denen der Schläfer seine Macht bezieht. Nachdem der Schläfer verbannt worden ist, bricht die Barriere zusammen.
  • Y'Berion (Aart Veder): Er ist der Anführer des Sumpflagers. Nach einer Vision des Schläfer hat er die Bruderschaft der Schläfers gegründet. Im Glauben, dass der Schläfer ihm einen Weg aus der Barriere weisen wird.
  • Cor Kalom (Michael Deckner): Cor Kalom ist der zweitmächtigste Mann im Sumpflager, nach Y'Berion, der aber durch eine starke Vision des Schläfers getötet wird. Cor Kalom ist einer der wenigen, die den Schläfer auch nach der großen Anrufung nicht als Dämon sehen wollen. Daraufhin leitet er eine eigene Expedition auf der Suche nach dem Schläfer und wird so zu einem Widersacher des Helden.
  • Lee (Hans-Jörg Karrenbrock): Lee ist der Anführer der Söldner des Neuen Lagers. Die Söldner wiederum unterstehen direkt den Wassermagiern. Lee war einst einer der höchsten Generäle der königlichen Armee und einer der engsten Vertrauten und Berater des Königs. Doch die anderen Adeligen sahen durch Lee Ihre Machtposition gefährdet und hängten ihm den Mord an König Rhobars Frau an. Durch seine enge Beziehung zum König und seine Verdienste zum Vaterland wurde er vor dem Galgen bewahrt. Aber der König hatte keine Wahl, als ihn zu verurteilen und die einzige alternative Möglichkeit war die Kolonie. Lee schwor sich: Sollte eines Tages die Barriere fallen würde er Rache an seinen Verrätern nehmen.
  • Lares (Uwe Koschel): Lares ist der Anführer der Banditen im Neuen Lager und Lees rechte Hand. Er organisiert Überfälle auf Konvois des Alten Lagers und verteilt die Beute unter seinen Männern.
  • Mud (Joachim Pütz): Mud kann man als ein Easter Egg sehen. Er befindet sich im Alten Lager. Kommt man in seine Nähe, so spricht er den Helden an und will Freundschaft schließen. Daraufhin folgt er dem Helden überall hin und spricht ihn immer wieder an. Mud hört dem Helden erst auf zu folgen, wenn man ihn niederschlägt.
  • Cor Angar (Hans-Jörg Karrenbrock): Cor Angar ist der Anführer der Templer im Sumpflager. Er erbaute es zusammen mit Cor Kalom und Y'Berion und ist Y'Berions Leibwächter.
  • Thorus (Helge Heynold): Thorus ist der Anführer der Gardisten im Alten Lager. Er rebellierte zusammen mit Gomez gegen die Wärter und führt ein hartes Regiment in der Burg.
  • Gomez (Uwe Koschel): Gomez ist der oberste Erzbaron und Herrscher über das Alte Lager. Er rebellierte mit Thorus und den meisten anderen Gardisten gegen die Wächter und hielt schon seit seiner Zeit als Gefangener eine Art Führungsposition inne.
  • Saturas (Bodo Henkel): Saturas ist der oberste Wassermagier und Anführer des Neuen Lagers. Er verfolgt den Plan, die Barriere mit einer großen Menge magischen Erzes zu sprengen. Dazu benötigt er einen Almanach sowie die fünf Fokussteine, die zur Erschaffung der Barriere verwendet wurden, um die magische Energie zu bündeln.
  • Ian: Ian ist der Chef der Alten Mine, die zum Alten Lager gehört, wo magisches Erz gefördert wird. Dies wird von den Erzbaronen zum Tausch mit der Außenwelt gegen Waren aller Art, wie auch Sklavinnen benötigt und von den Buddlern des Alten Lagers abgebaut. Der namenlose Held und Ian treffen in zwei Quests aufeinander (Bedarfsliste und Minecrawlerkönigin).

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel wird in der Third-Person-Ansicht (Verfolgerkamera) mit Maus und Tastatur oder alternativ nur mit der Tastatur gespielt. Eine Einstellung des Schwierigkeitsgrades ist nicht möglich.

Kampfsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nahkampf in Gothic wird mit der Tastatur gesteuert. Da das Kampfsystem ein Blocken und Unterbrechen von Angriffen ermöglicht, ist das Timing ein wichtiger Faktor um einen Treffer zu landen. Es gibt sowohl Einhand- als auch Zweihandwaffen für den Nahkampf.

Der Fernkampf ist mit dem Bogen oder der Armbrust möglich, die Zielerfassung erfolgt automatisch zum nächstgelegenen Gegner in der anvisierten Richtung. Die Schadensquote ist abhängig von den Attributen (Rüstung) des Kontrahenten.

Auch bei magischen Angriffen wird das Ziel automatisch erfasst. Eine Möglichkeit nicht getroffen zu werden besteht darin, den relativ langsamen Angriffen auszuweichen. Es gibt Zauber, die nicht dem Angriff dienen, sondern dem Spieler alternative Lösungsmöglichkeiten eröffnen. So kann er sich zum Beispiel in ein Tier verwandeln oder auch einen Gegner in den Schlaf versetzen.

Rüstungen erhöhen den Verteidigungswert des Spielers.

Bei einem erfolgreichen Kampf mit einer Nahkampfwaffe werden menschliche Gegner nicht getötet; sie werden bewusstlos. Um den Gegner zu töten, ist eine weitere gezielte Aktion erforderlich (Finishing Move). Magie- und Fernangriffe töten Gegner sofort.

Charakterentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Erstellung des Charakters vor Spielbeginn ist bei Gothic nicht möglich. Außerdem ist der Name des Helden nicht bekannt, jedes Mal, wenn der Held seinen Namen nennen möchte, wird er unterbrochen. Das hat sich auch in folgenden Gothic-Teilen nicht geändert. Durch das Erledigen von Aufgaben, das Niederschlagen von Gegnern und das Erlegen von wilden Tieren erhält der Held Erfahrungspunkte. Sobald der Spieler einen gewissen Punktestand erreicht, steigt er ein Level auf und erhält dabei Lernpunkte. Diese können bei geeigneten Lehrern in Fähigkeiten und Attribute oder Steigerungen derselben umgewandelt werden.

Man kann seinen Charakter in vier verschiedenen Nah- und Fernkampf-Techniken ausbilden, die jeweils in zwei Stufen unterteilt sind. Zu diesen Techniken gehört der Nahkampf mit Einhand- sowie Zweihandwaffen sowie der Fernkampf mit Bogen oder Armbrust. Durch Ausbildung dieser Fertigkeiten erhält der Spieler eine höhere Chance einen Volltreffer zu erzielen, wobei der Waffenschaden doppelt zählt. Zudem sieht man beim Charakter verbesserte Waffenhaltung und schnellere Kombinationen von Attacken. Bei Nahkampfangriffen wird zusätzlich zum Waffenschaden außerdem das Stärkeattribut des Charakters zur Schadensberechnung hinzugezogen. Beim Fernkampf zählt nur der Waffenschaden, der Geschicklichkeitswert hat hierbei allerdings einen Einfluss auf die grundsätzliche Trefferwahrscheinlichkeit.

Neben den Grundattributen Stärke und Geschick ist es außerdem möglich, das Mana des Helden zu steigern. Dieses stellt eine Grundvoraussetzung zum Wirken von Zaubern dar. Zudem gilt es als Magier, bis zu sechs aufeinander aufbauende Kreise der Magie zu erlernen, die Voraussetzung für immer stärke Runen-Zauber sind.

Abseits der Kampffertigkeiten gibt es die Diebesfertigkeiten Schleichen, Schlösser öffnen und Taschendiebstahl, sowie die Möglichkeit Akrobatik oder das Ausweiden von verschiedenen Tiertrophäen zu erlernen.

Die Anzahl der Lebenspunkte erhöht sich beim Stufenaufstieg automatisch.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Piranha Bytes selbst entwickelte Grafik-Engine ZenGine ermöglichte eine für damalige Verhältnisse hohe Sichtweite. Sie kam im Nachfolgespiel Gothic 2 in modifizierter Form ebenfalls zum Einsatz.

Ein Mehrspielermodus war ursprünglich geplant, wurde von den Entwicklern jedoch nicht umgesetzt. Als Grund wurde der enorme Aufwand genannt. Einige von Fans erstellte Modifikationen erlauben allerdings inzwischen das gemeinsame Spielen in der Gothic-Engine.[1]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Nyul, Michael „Mike“ Hoge, Alex Brüggemann und Tom Putzki, die Gründer von Piranha Bytes welche zuvor bei Greenwood Entertainment tätig waren, begannen offiziell am 4. Oktober 1997 mit der Entwicklung von Gothic. Stefan Nyul agierte dabei anfangs als Geschäftsführer und kümmerte sich um die Zusammenarbeit mit den externen Programmierern. Mike Hoge war für Game-Design, Art-Design und Texturen zuständig. Alex Brügemann kümmerte sich um Charakterdesign und Animierung und Tom Putzki begann mit der Erstellung des 3D-Modells der Spielwelt. Nach ersten Presseberichten wurde im Februar 1999 ein Publishing-Deal mit dem noch neuen Unternehmen Egmont Interactive unterschrieben.[2] Nach mehreren Verschiebungen wurde Gothic schließlich am 15. März 2001 unter dem Label Shoebox von Egmont Interactive und dtp entertainment veröffentlicht.

Nach dem Erscheinen 2001 wurden vor allem das unübersichtliche Inventar und die umständliche Tastatursteuerung kritisiert. Die Steuerung wurde erst kurz vor Release um eine Maussteuerung erweitert, die jedoch einen unfertigen Eindruck machte.[3] Besonders störend waren zahlreiche Bugs, die zu Spielabstürzen führten oder das Lösen einiger Quests verhinderten. Lange Ladezeiten und hohe Hardware-Anforderungen an die Rechnergeneration des Erscheinungsjahres 2001 trübten ebenfalls das Spielvergnügen mancher Spieler. Der Großteil dieser Fehler konnte durch die nachfolgenden Patches beseitigt werden, verbliebene Probleme wurden teilweise durch von der Spielergemeinde erstellte inoffizielle Patches behoben.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem deutschen Fachmagazin GameStar zufolge blieb Gothic der internationale Durchbruch verwehrt.[10]

Der Spielentwickler Mike Hoge gab in einem Interview an, dass das Spiel mehrere Millionen in der Entwicklung gekostet, aber nur ein paar davon wieder eingespielt habe.[11]

Laut der deutschen Fanseite World of Gothic habe jeder Gothic-Teil Verkaufszahlen in sechsstelliger Höhe erreicht. Der Autor mutmaßt, dass durchaus Gewinne geflossen seien, wohl nur nicht für alle Beteiligten.[12]

In einem Forenpost vom Januar 2009 sprach Michael Rüve, der Geschäftsführer von Piranha Bytes, von Verkaufszahlen, die erheblich höher als 100.000 Stück lägen, selbst wenn man die CD-Beigaben in Computerspielmagazinen nicht mitzähle.[13]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Soundtrack des Spiels wurde von Kai Rosenkranz, damals Programmierer bei Piranha Bytes, komponiert.
  • Im Egmont Ehapa Verlag erschien ein 44-seitiger Comic, der eine Vorgeschichte zum ersten Teil der Gothic-Reihe erzählt. Sie handelt von Milten, der wegen Diebstahls zum lebenslangen Aufenthalt in der Barriere verurteilt wird und sich dort seinen Platz in der „Gesellschaft“ der Mitgefangenen erkämpft. Auch auf die zukünftigen Mitstreiter Gorn, Lester und Diego wird eingegangen, zudem erfährt man, warum der zweite Turm des Alten Lagers eingestürzt ist. Der Comic wird nicht mehr aufgelegt und ist inzwischen als Sammlerobjekt begehrt. Lediglich in der Ausgabe 01/2007 des Spielemagazins PC Games war ein Nachdruck des Comics enthalten.[14]
  • Die Mittelalter-Rockband In Extremo hat einen virtuellen Auftritt im Alten Lager, bei dem sie ihr Lied „Herr Mannelig“ aufführen. Solange sich der Spieler im zweiten Kapitel befindet, spielt die Band neben dem Eingang zur Burg. Der Auftritt wurde aus nicht deutschsprachigen Veröffentlichungen aus lizenzrechtlichen Gründen entfernt.
  • Die US-Version von Gothic wurde leicht zensiert: Man verpasste einer badenden Sklavin einen BH, den sie in der deutschen Version nicht trägt.
  • Die Handlung des Spiels wurde im Jahre 2006 von einem Fanprojekt mit der spieleeigenen Grafik verfilmt.[15]
  • Gothic weist auch gegen Ende des Spiels noch eine mehr oder weniger versteckte Nebenquest auf, in der man die Bücher des Chromanin finden muss. Diese Quest, welche sich wie eine Schnitzeljagd gestaltet, wurde mit dem zweiten Patch zur Version 1.08h mitgeliefert.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gothic-Multiplayer. Abgerufen am 10. Juni 2019 (englisch).
  2. Talk in der Alm: Kamingespräch mit Tom Putzki 02 // Talk in der Alm #9 auf YouTube, 18. August 2017, abgerufen am 22. August 2019.
  3. GameStar, Heft 03/2001 und Heft 04/2001
  4. AndiNo: Gothic Patch-Mod. World of Gothic, 5. August 2011, abgerufen am 6. August 2011: „enthält ausschließlich Bugfixes […] Der "Soundpatch" ist enthalten. Diese Mod bietet sich besonders für Spieler an, welche ein möglichst fehlerfreies, unmodifiziertes Gothic 1 spielen wollen.
  5. Jörg Luibl: Test: Gothic. In: 4Players. 27. März 2001, abgerufen am 10. Juni 2019.
  6. Peter Steinlechner: Gothic im Test - Sehr stimmungsvolles Rollenspiel aus Deutschland. In: GameStar. 1. April 2001, abgerufen am 10. Juni 2019.
  7. Gothic | Reviews | Wertungen | Awards | Zitate | PC Games Database.de - Wissen wie's bewertet wurde! In: PC Games Database. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  8. Thomas Weiß: Prächtiges 3D-Action-Rollenspiel aus Deutschland. In: PC Games. 7. März 2001, abgerufen am 10. Juni 2019.
  9. Joe Nettelbeck: Gothic - Action-Rollenspiel für Fortgeschrittene. (Artikelscan) In: Future Verlag (Hrsg.): PC Player. 04/2001, April 2001, S. 114–118. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  10. Kampf ums Überleben. 1. Januar 2003, abgerufen am 20. August 2019: „Der internationale Durchbruch blieb selbst hochklassigen Spielen wie Anno 1602 oder Gothic bisher verwehrt.“
  11. Mike Hoge talks about the Gothic series. In: Gothicz.net. 3. April 2011, abgerufen am 20. August 2019 (englisch): „About the development cost. Gothic 1 cost several millions and brought back only a few of them. With Gothic 2 we got that money back and achieved our break-even. With the addon, we actually started to make a bit of money.“
  12. Gothic-Durcheinander auf Newsportalen. In: World of Gothic. 6. April 2011, abgerufen am 20. August 2019.
  13. Michael Rüve: The Art of Piranha Bytes: Der Löcher-In-Den-Bauch-Fragen-Thread #21. In: World of Players. 16. Januar 2009, abgerufen am 20. August 2019.
  14. Gothic Comic auf der nächsten PC Games Premium. In: World of Gothic. 24. November 2006, abgerufen am 28. Juni 2019.
  15. Downloads - Gothic - Der Film. In: World of Gothic. 20. September 2006, abgerufen am 28. Juni 2019.
  16. Patch Read me Version 1.08h. In: World of Players. Abgerufen am 28. Juni 2019: „neue Nebelturm Mission: "Der Fremde"“