Gotor

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Gemeinde Gotor
Gotor – Ortsansicht
Gotor – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Gotor
Gotor (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Aragonien
Provinz: Saragossa
Comarca: Aranda (Spanien)
Koordinaten 41° 33′ N, 1° 39′ WKoordinaten: 41° 33′ N, 1° 39′ W
Höhe: 600 msnm
Fläche: 15,52 km²
Einwohner: 306 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 19,72 Einw./km²
Postleitzahl: 50257
Gemeindenummer (INE): 50121 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Gotor

Gotor ist ein nordspanischer Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 306 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Westen der Provinz Saragossa in der Autonomen Region Aragonien. Der Ort gehört zur bevölkerungsarmen Serranía Celtibérica.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Gotor liegt auf dem Nordufer des Río Aranda etwa 91 km (Fahrtstrecke) westlich der Provinzhauptstadt Saragossa in einer Höhe von ca. 600 m; die sehenswerte Stadt Calatayud befindet sich gut 43 km südlich. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 415 mm/Jahr) fällt mit Ausnahme der eher trockenen Sommermonate übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 851 844 584 380 314[3]

Die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der damit verbundene Verlust von Arbeitsplätzen führten seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem deutlichen Rückgang der Landbevölkerung; diese wanderte in die kleineren und größeren Städte ab (Landflucht).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrhundertelang lebten die Bewohner des Ortes direkt oder indirekt als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch die Viehhaltung gehörte. Heute gibt es zahlreiche Obstbäume und Gemüsefelder. Außerdem werden Ferienwohnungen (casas rurales) vermietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keltiberische, römische und westgotische Siedlungsspuren wurden bislang nicht entdeckt. Im 8. Jahrhundert drangen arabisch-maurische Heere bis ins obere Ebro-Tal vor; in Gotor lebte eine große Zahl von Muslimen. Um das Jahr 1120 wurde die Gegend von Alfons I. von Aragón zurückerobert (reconquista). Später war sie zwischen den Königreichen Aragón und Kastilien umstritten. Der Territorialstreit mit Kastilien endete erst mit der Eheschließung der Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón im Jahr 1469. In den Jahren 1609 bis 1615 wurden alle Morisken erneut aufgefordert, sich öffentlich zum Christentum zu bekennen oder auszuwandern.

Gotor – Ex-Convento

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine in Ruinen liegende Burg (castillo) befindet sich etwas abseits des Ortes.[4]
  • Die einschiffige Pfarrkirche Santa Ana stammt aus dem 17. Jahrhundert; sie wurde aus einer Mischung von Bruch-, Werk- und Ziegelsteinen errichtet. Der Glockenturm (campanar) stammt aus derselben Zeit.[5]
  • Der im Jahr 1522 gegründete Dominikaner-Konvent (Ex-Convento de Santo Domingo) war zeitweise sogar eine päpstliche Universität. Im Rahmen der Auflösung des Kirchenbesitzes (desamortización) (um 1835) ging er in den Besitz der Gemeinde über und diente als Schule. Die Nebengebäude dienen heute als Hotel und Restaurant. Das Dach der Kirche (Nuestra Señora de la Consolación) ist bereits seit langem eingestürzt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gotor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Gotor – Klimatabellen
  3. Gotor – Bevölkerungsentwicklung
  4. Gotor – Castillo
  5. Gotor – Iglesia
  6. Gotor – Ex-Convento