Boží Dar

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Boží Dar. Für den gleichnamigen Militärflugplatz und Ortsteil von Milovice nad Labem, siehe dort.
Boží Dar
Wappen von Boží Dar
Boží Dar (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Fläche: 3791,3139[1] ha
Geographische Lage: 50° 25′ N, 12° 55′ OKoordinaten: 50° 24′ 35″ N, 12° 55′ 28″ O
Höhe: 1028 m n.m.
Einwohner: 236 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 362 62
Kfz-Kennzeichen: K
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Horník (Stand: 2007)
Adresse: Boží Dar 1
362 62 Boží Dar
Gemeindenummer: 506486
Website: www.bozi-dar.cz
Lage von Boží Dar im Bezirk Karlovy Vary
Karte

Boží Dar (deutsch Gottesgab) ist eine Stadt im böhmischen Erzgebirge. Die alte Bergstadt ist eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Tschechien und gilt als die höchstgelegene Stadt in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boží Dar liegt auf einer Hochebene auf dem Erzgebirgskamm in einer Höhe von 1028 m n.m. Die Stadt gehört zum Bezirk Karlsbad und der gleichnamigen Region. Nördlich des Ortes verläuft die Grenze zu Sachsen. Östlich erhebt sich der Klínovec (Keilberg) und unmittelbar südwestlich befindet sich der 1115 m n.m. hohe Božídarský Špičák (Spitzberg). Unweit von Boží Dar, bei der Börnerwiese am 1215 m ü. NN hohen Fichtelberg, liegt auf deutscher Seite die Hauptquelle des Schwarzwassers (Černá). Einer der Nebenbäche fließt direkt durch Boží Dar und mündet beim Standort der früheren Neuen Mühle in das Schwarzwasser.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Boží Dar besteht aus den Ortsteilen Boží Dar (Gottesgab), Ryžovna (Seifen) und Zlatý Kopec (Goldenhöhe)[3]. Grundsiedlungseinheiten sind Boží Dar und Zlatý Kopec.[4]

Auf den Fluren liegen weiterhin die Weiler

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Boží Dar und Ryžovna.[5]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitenbrunn/Erzgeb.
Potůčky (Breitenbach) Nachbargemeinden Oberwiesenthal
Pernink (Bärringen), Abertamy (Abertham) Jáchymov (St. Joachimsthal)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bergbau auf Silber und Zinn begann 1517. Das Zinn wurde in Zinnseifen gewonnen. Ein Mitte des 16. Jahrhunderts entdeckter goldführender Erzgang war nach etwa vierzig Jahren erschöpft. Um der steigenden Zahl der im Bergbau beschäftigten Arbeiter gerecht zu werden, wurde 1530 auf Anordnung des sächsischen Kurfürsten in der Herrschaft Schwarzenberg eine Bergstadt gegründet. Namensgebend war der Überlieferung nach der Ausspruch des Landesherrn: „Dieses edle Metall ist Euer Brot, das ist eine Gabe Gottes!“ – Gottesgab. Vorher lautete der Name der Sage nach Wintersgrün.[6] 1547 wurden die sächsischen Bergstädte Gottesgab und Platten in Folge des Schmalkaldischen Krieges in das Königreich Böhmen eingegliedert.

Die überwiegend deutschböhmische Bevölkerung wurde nach 1945 großteils vertrieben. In den 1950er Jahren verlor Boží Dar die Stadtrechte, erhielt diese jedoch am 13. Oktober 2006 zurück.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[7]
1869 1297
1880 1380
1890 1379
1900 1353
1910 1414
Jahr Einwohnerzahl
1921 1091
1930 1070
1950 816
19611 341
19701 152
Jahr Einwohnerzahl
19801 128
19911 111
20011 170
20111 193
1 Boží Dar mit Ryžovna und Zlatý Kopec

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild der Stadt von Süden (2009)
  • Barockkirche St. Anna aus dem Jahre 1772.
  • Gottesgaber Hochmoor (Božídarské rašeliniště), durch das ein ca. drei Kilometer langer Lehrpfad führt. Hier gibt es typische Moorpflanzen wie die seltene Zwergbirke.
  • Zum 60. Geburtstag des Gottesgaber Heimatdichters Anton Günther wurde 1936 ein Gedenkstein errichtet. Es befindet sich auf der Grünfläche vor dem Rathaus. Daneben befindet sich ein Gedenkstein, der dem griechischen Schriftsteller Nikos Kazantzakis gewidmet ist, welcher von 1929 bis 1931 in der nahegelegenen Streusiedlung Försterhäuser lebte.
  • Westlich das Stadtzentrums beginnt der Plattner Kunstgraben, an dem ein Lehrpfad nach Horní Blatná führt.
  • Westlich des nahen Klínovec zweigt von der Straße ein Pfad zum Dreiherrenstein bei Oberwiesenthal ab.
  • Durch das Stadtgebietder führt der grenzüberschreitende Anton-Günther-Weg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Wähner: Stadtgeschichte von Gottesgab in Wort und Bild, Gottesgab, 1936/37
  • Erich Matthes: Urkundenbuch der erzgebirgischen Bergstadt Gottesgab: 1529–1546, ca. 1960
  • Elisabeth Günther-Schipfel: Erzgebirgs-Saga. Leben und Sterben der Freien Bergstadt Gottesgabe. Preussler, Nürnberg 1999, ISBN 978-3-925362-96-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boží Dar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/506486/Bozi-Dar
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/506486/Obec-Bozi-Dar
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/506486/Obec-Bozi-Dar
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/506486/Obec-Bozi-Dar
  6. Johann August Ernst Köhler: Sagenbuch des Erzgebirges. Gärtner, Schneeberg und Schwarzenberg 1886, 533. Entstehung des Namens Gottesgab, S. 445 f. (Abschrift).
  7. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 19. Januar 2016 (tschechisch).