Gouré

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Stadtgemeinde Gouré
Stadtgemeinde Gouré (Niger)
Stadtgemeinde Gouré
Stadtgemeinde Gouré
Koordinaten 13° 59′ N, 10° 16′ O13.98388888888910.27Koordinaten: 13° 59′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Zinder
Departement Gouré
Fläche 4274 km²
Einwohner 65.987 (2010)
Dichte 15,4 Ew./km²

Gouré ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Gouré in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Gouré liegt in der Sahelzone, rund 160 Kilometer östlich der Regionalhauptstadt Zinder. Die Nachbargemeinden sind Gamou und Kellé im Norden, Goudoumaria im Osten, Bouné im Süden, Guidiguir im Südwesten, Damagaram Takaya im Westen und Moa im Nordwesten. Das Stadtgebiet ist in acht Stadtviertel, 66 administrative Dörfer, 70 traditionelle Dörfer, 33 Weiler und fünf Lager gegliedert. Die Stadtviertel heißen Gangamari Sabon Gari, Garin Malam, Garin Toudou, Kaigamari, Limandi Jaberane, Moustaphari I, Moustaphari II und Talbari.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Gouré wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Hauptstadt von Mounio, einer Provinz des Reichs Bornu. Der Herrscher Mounios war zu jener Zeit Kosso, ein Sohn Ibrahims aus Bouné. Kosso befestigte die Stadt und gründete einen Markt, der vor allem für den Sklavenhandel Bedeutung erlangte. Als der deutsche Afrikaforscher Heinrich Barth 1853 Gouré besuchte, lebten rund 9.000 Einwohner in der von bewässerten Gärten umgebenen Stadt. Bei einem Angriff der Nachbarprovinz Zinder wurde Gouré 1863 zerstört. Der Wiederaufbau dauerte von 1865 bis 1868. Im Jahr 1874 wurde Mounio von Sultan Ténimoun dan Sélimane von Zinder als Provinz annektiert. Frankreich holte 1903 Moussa, den letzten Herrscher Mounios, aus dem Exil und richtete für ihn nach 29 Jahren Unterbrechung wieder einen traditionellen Herrschaftssitz in Gouré ein.[2] Anfang der 1930er Jahre war Jacques Gosselin, der spätere Gouverneur Nigers, Kreiskommandant von Gouré.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1977 hatte Gouré 7.612 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 8.951 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 13.308 Einwohner.[4] Für das Jahr 2010 wurden, nach einer Vergrößerung des Gemeindegebiets, 65.987 Einwohner berechnet.[5] In der multiethnischen Stadt leben unter anderem Kanuri, Araber, Tubu, Fulbe und Tuareg.[6] Dazu zählen Angehörige der vor allem Ackerbau betreibenden Kanuri-Untergruppe Manga, der vor allem Agropastoralismus betreibenden Kanuri-Untergruppe Dagra sowie der auf Fernweidewirtschaft spezialisierten Fulbe-Untergruppen Bornanko’en, Oudah’en und Wodaabe und Tuareg-Untergruppen Kanimatane und Ikeshkazan.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf einem kleinen Hügel an der Durchfahrtsstraße befindet sich die Präfektur des Departements.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt hat einen ländlichen Charakter. Die Bevölkerung lebt großteils von Ackerbau und Viehzucht.[6] Gouré ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[9]

Gouré liegt an der Nationalstraße 1, die die Stadt mit den Regionalhauptstädten Diffa und Zinder verbindet. In Gouré befindet sich ein ziviler Flughafen mit unbefestigter Start- und Landebahn, der Gouré Airport (ICAO-Code: DRZG).[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 123–125.
  3. GOSSELIN Jacques Pierre. Website der Archives nationales, abgerufen am 8. März 2013.
  4. bevoelkerungsstatistik.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deGouré, abgerufen am 15. Januar 2012.
  5. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 57.
  6. a b Présentation de la commune de Gouré. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 29. Januar 2012.
  7. Ministère de l’élevage et des industries animales / République du Niger (Hrsg.): La mobilité pastorale dans la Région de Zinder. Stratégies et dynamisme des sociétés pastorales. Niamey 2009 (Online-Version; PDF; 11,3 MB), S. 31–33.
  8. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 223.
  9. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.
  10. Airports in Niger. Website Aircraft Charter World, abgerufen am 23. Januar 2012.