Gräfenbuch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 22′ 25″ N, 10° 28′ 30″ O

Gräfenbuch
Markt Lehrberg
Höhe: 424 m ü. NN
Fläche: 3,99 km²
Einwohner: 205 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 91611
Vorwahl: 09820
St. Peter und Paul

Gräfenbuch (umgangssprachlich: Grefmbūch [2]) ist ein Ortsteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kirchdorf fließt der Sulzbach, der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist, und es mündet dort der Rehbach als rechter Zufluss in den Sulzbach. Im Nordwesten liegt das Waldgebiet Kleiner Lenker mit dem Langen Berg (482 m ü. NN), im Norden liegt das Hochholz, ca. 0,75 km südwestlich liegt der Heßbacher Ranken und das Waldgebiet Hag.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahre 1433 als Greuenbuch. Der Ortsname weist auf einen Buchenwald hin, der in Besitz von Grafen war. Ob es sich dabei um die Grafen zu Dachstetten handelte, bleibt offen.

Das älteste Gebäude des Ortes ist die St.-Peter-und-Paul-Kirche, eine Filialkirche von Lehrberg. Sie ist etwa um 1430 entstanden. Aus dieser Zeit erhalten geblieben ist der zweigeschossige mit stichbogigen Schallöffnungen und vierseitigem Pyramidendach versehene gotische Chorturm, der aus Bruchstein- und Quadermauerwerk erbaut wurde.

In dem Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1800) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:[4]

Gräfenbuch, Eichstättisches Filialkirchdorf, gehört zum Ober- und Vogtamte Wahrberg-Lehrberg, liegt vom letztern Orte eine halbe Stunde nördlich entfernt, die Straße von Ansbach nach Uffenheim geht durch dieses Dörfchen von Süden gegen Norden, von Westen gegen Osten aber ein Bächlen, Sulzbach genannt, welches ¼ Stunde östlich von Gräfenbuch in die fränkische Retzat fällt. Dieser Ort, worinn ein Kirchlen zu St. Peter und Paul steht, zählt 18 Unterthanen, wovon 6 Ansbachisch, 12 aber Eichstättisch sind. Ein Gut allda gehörte zum ehemaligen Amannamte Stadel, und wurde mit solchem im J[ahre] 1627 zum Fürstenthum Eichstätt angekauft.“

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Gräfenbuch mit den Orten Ober- und Unterheßbach und Zailach eine eigenständige politische Gemeinde, die dem Landgericht Ansbach unterstand. Ober- und Unterheßbach löste sich später heraus und bildete gleichwie Zailach eine eigene Gemeinde.[5] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1974 nach Lehrberg eingemeindet.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Filialkirche St. Peter und Paul
  • Burgstall Gräfenbuch am Schlossbuck: Runder Turmhügel mit Trockengraben
  • Brauerei-Keller von Haus Nr. 11: Stichbogeneingang des 18. Jahrhunderts aus Quadermauerwerk mit bügelartiger Gesimsverdachung und Wappenschlussstein

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Lehrberg#Gräfenbuch

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1829[7] 1846[8] 1856[9] 1867[10] 1875[11] 1900[12] 1910[13] 1925[14] 1933[15] 1939[15] 1950[16] 1961[17] 1970[18] 1987[19] 2006[1]
Einwohner 140 122 129 134 137 121 125 114 104 109 181 151 139 166 205
Wohngebäude 27 27 27 27 28 33 45

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße AN 2 führt zur B 13 bzw. nach Birkach. Eine Gemeindeverbindungsstraßen führt zur Staatsstraße 2253.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Gräfenbuch. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 370–371 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 87 f.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale. Band 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 97.
  • Karl Heinrich von Lang; Heinrich Christoph Büttner; Julius W. Schulz: Landgericht Ansbach. In: Historische und statistische Beschreibung des Rezatkreises. Nr. 1. Johann Lorenz Schmidmer, Nürnberg 1809, S. 18 f. (Digitalisat).
  • Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 141.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gräfenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.lehrberg.de (4 Dez. 2012 15:28:30 UTC) auf archive.is
  2. E. Fechter, S. 87.
  3. Bayern Atlas, Gräfenbuch
  4. J. K. Bundschuh, Band 2, Sp. 370f.
  5. Werden 1820 im Adreß- und statistischen Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern (S. 24) noch Gräfenbuch zugeordnet, im Statistischen Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern von 1846 (S. 40 bzw. S. 47) sind sie bereits eigenständige Gemeinden.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  7. Der Retzatkreis des Königreichs Bayern, S. 71
  8. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 40 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 49 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1148 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1152–1153 (Digitalisat).
  13. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Ansbach
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).
  15. a b Verwaltungsgeschichte.de, Stadt und Landkreis Ansbach
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 328 (Digitalisat).