Gräfenhain

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gräfenhain (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gräfenhain
Gräfenhain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gräfenhain hervorgehoben
Koordinaten: 50° 49′ N, 10° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Erfüllende Gemeinde: Ohrdruf
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 19,37 km2
Einwohner: 1402 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99887
Vorwahl: 03624
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 032
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
99885 Ohrdruf
Bürgermeisterin: Ingrid Möller (SPD)
Lage der Gemeinde Gräfenhain im Landkreis Gotha
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Über dieses Bild

Gräfenhain ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha. Erfüllende Gemeinde ist Ohrdruf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenhain liegt als Waldhufendorf in 450 bis 500 Meter Höhe am Fuße des Thüringer Waldes. Die umliegenden Höhenzüge haben teilweise Höhen von über 700 Metern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand im 11. oder 12. Jahrhundert als Rodungssiedlung. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1230 anlässlich des Verkaufs eines Besitzanteils der Grafen von Gleichen an das Kloster Georgenthal. Die Einwohner waren einst zumeist in der Forstwirtschaft tätig, später auch in der Keramik- und Puppenherstellung. Nach der Auflösung des Klosters Georgenthal gehörte der Ort ab 1531 zum Amt Georgenthal, welches wiederum seit 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha gehörte.

Gräfenhain war 1557–1676 von Hexenverfolgung betroffen. Fünf Frauen gerieten in Hexenprozesse.[2]

1869 entstand am Ort die Porzellanfabrik Halbig, die mit 200 Arbeitsplätzen lange Zeit größter Arbeitgeber am Ort war. Im 19. Jahrhundert ereigneten sich mehrere Großbrände.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 1412
  • 1995 – 1431
  • 1996 – 1454
  • 1997 – 1494
  • 1998 – 1520
  • 1999 – 1518
  • 2000 – 1528
  • 2001 – 1534
  • 2002 – 1530
  • 2003 – 1501
  • 2004 – 1483
  • 2005 – 1482
  • 2006 – 1449
  • 2007 − 1431
  • 2008 – 1408
  • 2009 – 1414
  • 2010 – 1391
  • 2011 – 1347
  • 2012 – 1350
  • 2013 – 1346
  • 2014 – 1367
  • 2015 – 1402
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Dorfkirche St. Trinitatis legte der Herzog persönlich 1727 den Grundstein. In der Folgezeit wurde die Kirche qualitätsvoll ausgestattet durch den Gothaer Bildhauer Graff, den Hofmaler Georg Conrad Dörffling (Kanzelaltar und Orgelprospekt) und den Arnstädter Hofmaler Gottfried Wunderlich. Der Gothaer Hoforgelbauer Johann Christoph Thielemann lieferte 1731 die Orgel, die heute zu den bedeutendsten Barockwerken der Bachzeit in Thüringen zählt. Die Oberbauleitung beim Kirchenbau hatte der Architekt Johann Erhard Straßburger inne. Die Kirche wurde 1993 bis 1996 restauriert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Gräfenhain wirkte der Industrielle Karl Halbig, der sich auf das Herstellen von Porzellanpuppen spezialisiert hatte, von denen es nur noch wenige Exemplare, darunter einen Teil im nahen Nauendorfer Heimatmuseum, gibt. Den Halbigsturm und „Die Villa“, zwei von Halbigs Wohnorten, die Karl-Halbig-Straße und die eigens von ihm gegründete Puppenfabrik prägen das Ortsbild.
  • Auch der Komponist und Organist Hieronymus Florentinus Quehl wirkte in Gräfenhain.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 236f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gräfenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien