Grégory Baugé

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Grégory Baugé Straßenradsport
Grégory Baugé (2011)
Grégory Baugé (2011)
Zur Person
Spitzname Tigre
Geburtsdatum 31. Januar 1985
Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Disziplin Bahn (Kurzzeit)
Funktion Fahrer
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
2016 Bronze medal-2008OB.svg - Teamsprint (mit François Pervis und Michaël D’Almeida)
2012 Silver medal-2008OB.svg - Sprint, Teamsprint (mit Kévin Sireau und Michaël D’Almeida)
2008 Silver medal-2008OB.svg - Teamsprint (mit Kévin Sireau, Arnaud Tournant und Mickaël Bourgain)
Infobox zuletzt aktualisiert: 2. August 2017

Grégory Baugé (* 31. Januar 1985 in Maisons-Laffitte bei Paris) ist ein französischer Radrennfahrer. Er ist neunfacher Weltmeister in Kurzzeitdisziplinen auf der Bahn (Stand 2017).

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grégrory Baugé, dessen Familie aus Guadeloupe stammt, begann mit acht Jahren Fußball zu spielen. Nach kurzer Zeit entschied er sich jedoch gegen Fußball, da er dabei friere. Daraufhin meldete ihn sein Vater in einer Radsportschule an, und Baugé begeisterte sich für diesen Sport und fuhr auch (trotz Kälte) Rennen auf der Straße.

Baugé konzentrierte sich jedoch bald auf Bahnrennen. 2002 wurde er Junioren-Weltmeister im Sprint. 2006 wurde er erstmals Weltmeister, im Teamsprint bei den Bahn-Weltmeisterschaften. Diesen Erfolg konnte er dreimal in den folgenden Jahren wiederholen und 2009 mit einem Einzelsieg im Sprint krönen. Damit war er 100 Jahre nach dem WM-Sieg von Major Taylor im Jahre 1899 der zweite farbige Sprint-Weltmeister. Zudem errang Baugé bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking die Silbermedaille im Teamsprint. 2010 errang Baugé erneut den WM-Titel im Sprint. Bei der Bahn-WM 2011 in Apeldoorn konnte er diesen Erfolg wiederholen und zudem die Goldmedaille im Teamsprint erringen. Damit war er zunächst der erfolgreichste männliche Sportler dieser Weltmeisterschaften, bis ihm die Medaillen aberkannt wurden.

Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2012 in Melbourne wurde Baugé Weltmeister im Sprint und Vize-Weltmeister im Teamsprint mit Kévin Sireau und Michaël D’Almeida. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London errang er jeweils die Silbermedaille im Teamsprint, gemeinsam mit Kévin Sireau und Michaël D’Almeida, und im Sprint.

2016 wurde Baugé für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nominiert, wo er gemeinsam mit François Pervis und Michaël D’Almeida die Bronzemedaille im Teamsprint errang. Im Sprint belegte er Rang sieben.

Aberkennung der WM-Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2012 gab der Weltradsportverband Union Cycliste Internationale (UCI) bekannt, dass Baugé seine beiden Weltmeistertitel von 2011 aberkannt wurden, weil er mehrfach gegen die Melde-Auflagen der Welt-Dopingagentur WADA verstoßen habe. Dies wird als Dopingvergehen gewertet.[1] Sein Anwalt gab an, dass Baugé bei einem der Termine krank gewesen sei und sich deshalb an einem anderen Ort als angegeben aufgehalten habe. Der französische Radsportverband FFC hatte die Verstöße von Baugé schon im Dezember 2010 angezeigt und kritisierte den Weltradsportverband Union Cycliste Internationale (UCI) für die Verzögerung in ihrer Entscheidung als „leichtfertig“.[2]

Da Baugé nachträglich von Dezember 2010 bis Dezember 2011 offiziell von der UCI gesperrt wurde, war sein Start bei den Olympischen Spielen in London nicht gefährdet.[3]

Kritik am Verband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2016 übte Baugé Kritik am französischen Radsportverband FFC. Dass er bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio nur Rang sieben belegt habe, hätte an schlechter Vorbereitung und Rahmenbedingungen gelegen. Die Arbeit der früheren Trainer Daniel Morelon, Gérard Quintyn und Florian Rousseau sei vom Verband „mit Füßen getreten“ worden, und das „französische Wissen“ habe sich in Luft aufgelöst. Vier Jahre zuvor habe man mit weniger Mitteln und ohne das inzwischen bestehende Vélodrome National größere Erfolge erzielt.[4] In einem weiteren Interview erklärte er, er habe vor, bis zu den Olympischen Spielen in Tokio weiter aktiv bleiben zu wollen.[5]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baugé (l.) bei den Olympischen Spielen 2016 im Lauf gegen Denis Dmitrijew
2002
2003
  • Silber Junioren-Weltmeisterschaft - Sprint
  • EuropaEuropa Europameister - Teamsprint (mit Mathieu Mandard und François Pervis)
  • EuropaEuropa Junioren-Europameister - Sprint
  • MaillotFra.PNG Französischer Junioren-Meister - Sprint
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grégory Baugé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauge und französische Sprinter müssen WM-Gold abgeben auf radsport-news.com v. 6. Januar 2012
  2. Baugé : la FFC tacle l'UCI auf eurosport.fr v. 6. Januar 2012 (frz.)
  3. Jason Kenny named world sprint champion after Bauge ban auf news.bbc.co.uk v. 6. Januar 2012 (engl.)
  4. Cédric Callier: Grégory Baugé : «Tout le savoir-faire français est parti en fumée». In: sport24.lefigaro.fr. 23. Dezember 2016, abgerufen am 2. August 2017 (fr_fr).
  5. Grégory Baugé – Un tigre ne dort jamais [Bonus numérique de Couleurs Sport - outre-mer 1ère.] In: la1ere.francetvinfo.fr. 8. April 2017, abgerufen am 2. August 2017 (französisch).
  6. Die Weltmeistertitel wurden Baugé aberkannt, wegen Verstosses gegen die Meldeauflagen der Welt-Dopingagentur WADA, im Falle des Teamsprints auch Sireau und D’Almeida. s. oben.