Gröde

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gröde führt kein Wappen
Gröde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gröde hervorgehoben
Koordinaten: 54° 38′ N, 8° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Pellworm
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 2,52 km²
Einwohner: 9 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25869
Vorwahl: 04674
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 039
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Uthlandestr. 1
25849 Pellworm
Webpräsenz: www.husum.org
Bürgermeister: Volker Mommsen
Lage der Gemeinde Gröde im Kreis Nordfriesland
Karte

Die Hallig Gröde (dänisch Grøde, friesisch di Grööe; auch: Gröde-Appelland) ist eine der zehn Halligen in Nordfriesland im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sie besteht aus der nicht mehr bewohnten ehemaligen Hallig Appelland (dänisch: Abelland und nordfriesisch Åpellöön bzw. Aapellöön) im Norden und der bewohnten Hallig Gröde im Süden, die um 1900 bei Küstenschutzmaßnahmen miteinander verbunden wurden.

Die Gemeinde Gröde ist mit neun Einwohnern[2] eine der kleinsten selbstständigen Gemeinden Deutschlands. Zur 2,52 km² großen Gemeinde gehört auch die nicht dauerhaft bewohnte Hallig Habel.

Lage der Inseln und Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer
Gröde von Osten, im Hintergrund Langeneß
Blick im August vom Jachthafen über Hallig Gröde auf die Knudtswarft (links) und die Kirchwarft (rechts)
Blick auf den Jachthafen der Hallig Gröde

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gröde ist mit einer Größe von 277 Hektar – einschließlich einiger Wasserflächen – die drittgrößte Hallig. Sie ist fast ganz von einer Steinkante umgeben und dadurch bei Sturmfluten vor Landverlust geschützt. Dennoch wird die Hallig Gröde durchschnittlich zwanzig bis dreißig Mal im Jahr bei Landunter bis auf die Warften überflutet. Vier Wohnhäuser stehen auf der Knudtswarft, und ein Haus mit der Kirche, der Schule und der Lehrerwohnung steht auf der Kirchwarft, die mit 4,3 m über NHN die höchste Erhebung auf der Hallig ist. Schule und Lehrerwohnung stehen seit 2012 leer.

Beide Warften sind von Ringdeichen umgeben, damit sie den Sturmfluten widerstehen können. Alle Wohnhäuser besitzen im 1. Stock einen Schutzraum, der auf vier Betonpfeilern steht, die etwa vier Meter im Warftboden gegründet sind. Auf der Knudtswarft befindet sich zwischen den Gebäuden ein Fething. Auf der Kirchwarft liegt der Friedhof neben dem Kirchen- und Schulgebäude. Die Ende des 19. Jahrhunderts zerstörte Neu-Peterswarft am Weg zum Schiffsanleger wird heute als Lagerstätte für Baumaterialien verwendet.

Tabelle der Warften auf Gröde-Appelland, von Ost nach West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gröde.png
NASA-Satellitenbild von Gröde mit Warften nummeriert, Bildmitte Hallig Habel,
rechts oben Festland
Wohn-
platz-
Nr.1
Warft Topografische
Bezeichnung
Bevölkerungsfortschreibung
31. Dezember 2005
Bevölkerung Haushalte
Ehemalige Hallig Appelland (Norden)
keine Warft2
Ehemalige Hallig Gröde (Süden)
2 Kirchwarft3 Kirche - -
3 Knudtswarft Häusergruppe 13 6
  Gröde Hallig 13 6

1 Wohnplatz-Nr. 1 ist für die unbewohnte Hallig Habel reserviert, die ebenfalls zur Gemeinde Gröde gehört und nur eine Warft mit einer Vogelschutzstation aufweist, die lediglich im Sommer von einem Vogelwart besetzt ist.
2 Früher existierte eine Warft auf Appelland.
3 Auch Schulwarft genannt, da sich hier Kirche und Schule mit Lehrerdienstwohnung unter einem Dach befinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Kirchwarft: Kirche mit Friedhof (links) und Schule
Innenraum der Gröder Kirche

In alten Zeiten gehörte Gröde wie auch seine Nachbarhalligen Appelland und Habel zu den Uthlanden. Die Halligen wurden durch Sturmfluten vom Festland getrennt und hatten in der Folge durch weitere Fluten und Meeresströmungen Landverluste zu beklagen. In der Burchardiflut im Jahr 1634 ertrank auf den drei Halligen ein Mensch. Die Kirche St. Margarethen wurde 1779 erbaut. Es ist wahrscheinlich die siebte Kirche an dieser Stelle. Sie enthält einen Altar von 1592. Vor der Februarflut von 1825 gab es auf den damals noch drei eigenständigen Halligen Gröde, Appelland und Habel 23 Häuser, von denen acht zerstört wurden. Eine von drei Warften auf Gröde wurde ebenfalls zerstört. Im Jahr 1825 gab es noch 90 Einwohner auf Hallig Gröde. Bis zum Jahr 1874 halbierte sich diese Zahl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Gröde mit der nördlich gelegenen Hallig Appelland zusammen, nachdem man aus Küstenschutzgründen einen zwischen den beiden Halligen liegenden Priel mit einem Damm unterbrochen hatte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild auf Gröde mit dem Wappen des ehemaligen Kreises Husum

Mit weniger als 70 Einwohnern hat die Gemeinde nach § 54 der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung keine Gemeindevertretung, sondern eine Gemeindeversammlung, an der alle wahlberechtigten Einwohner teilnehmen.

Die Gemeinde Gröde bildet den kleinsten Wahlbezirk Deutschlands. Die Gröder Wahlergebnisse wurden regelmäßig kurz nach Schließung der Wahllokale als erstes feststehendes Ergebnis bekannt gemacht. Zur Bundestagswahl 2013 entschieden sich jedoch erstmals alle Bewohner für die Briefwahl.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner beziehen ihr Einkommen aus der Vermietung von Ferienwohnungen und aus landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieben, wobei das vorhandene Land in einer Allmendewirtschaft gemeinsam bewirtschaftet wird. Seit 1976 ist die Hallig Gröde mit einer Strom- und Wasserleitung mit dem Festland verbunden. Es gibt eine Telefonleitung. Die Häuser werden mit Strom beheizt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rungholt und die Seeadler verkehren vom Festlandshafen Schlüttsiel nach Gröde. Einen regelmäßigen Fahrplan gibt es nicht. Vom Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand verkehrt gelegentlich das Ausflugsschiff Adler V[4]; zudem gibt es einen kleinen Yachthafen. Autoverkehr gibt es auf Gröde nicht.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer blüht auf den Wiesen der Hallig der Strandflieder. Gröde ist eine Station für Zugvögel auf dem Weg von Südengland und Südwesteuropa nach Sibirien. So rasten zum Beispiel 10.000 bis 15.000 Ringelgänse jährlich auf der Hallig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nommen Hansen: Eine Beschreibung der Hallig Gröde aus dem Jahre 1814. Veröffentlicht von Jens Lorenzen. Nordfriisk Institut, Bredstedt/Bräist 1979, ISBN 3-88007-080-6.
  • Jens Lorenzen: Drei Hallig-Beschreibungen aus der Zeit um 1800 – Hooge 1794, Nordmarsch 1807, Gröde 1814. Nordfriisk Institut, Bredstedt/Bräist 1990, ISBN 3-88007-164-0 (Nordfriisk Instituut; Nr. 99).
  • U. Hahne: Die Halligen Hooge und Gröde. Eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung. Institut für Regionale Forschung und Information im Deutschen Grenzverein e.V. Flensburg: Forschungsstelle für Regionale Landeskunde an der Pädagogischen Hochschule Flensburg, Flensburg 1990, ISBN 3-923444-33-8 (Flensburger regionale Studien; Band 1).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hallig Gröde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen in Nordfriesland am 31. März 2013 (PDF), abgerufen am 26. November 2013
  3. Auf Gröde ist die Bundestagswahl schon gelaufen Weser-Kurier am 17. September 2013, abgerufen am 20. September 2013
  4. Fahrplan der Adler-Schiffe nach Gröde, abgerufen am 18. Februar 2015