Gröfaz

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Gröfaz (auch in der Schreibweise GröFaZ) ist ein als Spottname gebrauchtes Akronym für „Größter Feldherr aller Zeiten“ und bezeichnet Adolf Hitler.

Der Ausdruck verbreitete sich erst ab 1943 nach der Schlacht bei Stalingrad. Er könnte an eine Formulierung in der Langform angeknüpft haben, die von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unter dem Eindruck des Westfeldzuges und der Eroberung der Benelux-Staaten und Nordfrankreichs geprägt worden war:

„Mein Führer, Sie sind der größte Feldherr aller Zeiten.“

Wilhelm Keitel[1]
Hitler wird in den NS-Medien zum „Größten Feldherren aller Zeiten“ stilisiert. Empfang in Berlin, Nationalblatt 8. Juli 1940

Die Abkürzung „Gröfaz“, die nicht auf Keitel zurückgeht, sollte Hitler und die Vorliebe der Nationalsozialisten für Abkürzungen verulken.[2] Die Abkürzung wurde von Hitlers kommandierenden Generälen lange vor dem Ende des Krieges mit Galgenhumor und in ironischer Absicht verwendet.[3] Tatsächlich sollte laut Presseanweisung von 1942 statt des Titels „Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht“ die Bezeichnung „der Führer“ verwendet werden. Hitlers Beiname Führer erfuhr durch seine „Verwendung in quasireligiösen Kontexten eine pathetische Überhöhung.“[4]

Daneben findet sich seit Mitte der 1960er Jahre in journalistischen und populären Werken gelegentlich die Auflösung des Akronyms als „größter Führer aller Zeiten“.[5]

Abgeleitete Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschen Sprachraum haben sich zahlreiche Variationen dieses Spottakronyms entwickelt. Beispiele:

  • Die PARTEI, eine als Satire gegründete deutsche Partei, nutzt den Titel in der abgewandelten Form GröVaZ als „Größter Vorsitzender aller Zeiten“ für ihren Vorsitzenden Martin Sonneborn.
  • Auch bei Storch Heinar, welcher das unter Rechtsextremisten beliebte Modelabel Thor Steinar parodiert, wird der Titel als GröMaZ („Größter Modedesigner aller Zeiten“) verulkt.
  • Der 45. Präsident der USA, Donald Trump, sagte von sich bereits vor seiner Wahl, dass er „der größte Präsident sein würde, den Gott jemals geschaffen habe“.[7] In einigen deutschen Medien wurde er nach seiner Wahl sarkastisch mit dem Akronym GröPaZ („Größter Präsident aller Zeiten“) referenziert – in Anspielung auf diese Äußerungen, seinen Wahlkampfslogan „America First“ und den damit verbundenen Führungsanspruch der USA und seiner eigenen Person.[8] Angesichts des anstehenden Impeachment-Prozesses bezeichnete er sich Ende Dezember 2019 per Twitter erneut als „größten aller Präsidenten“.[9][10][11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gordon A. Craig: Germany 1866–1945 (= Oxford History of Modern Europe), Oxford University Press, ISBN 0-195-02724-8.
  2. Paul Watzlawick, The Language of Change. Elements of Therapeutic Communication, W. W. Norton & Company, ISBN 978-0-39331-020-7.
  3. Gordon Craig, Karl Heinz Siber, Deutsche Geschichte 1866–1945 vom Norddeutschen Bund bis zum Ende des Dritten Reiches, C.H. Beck, 2. Aufl. 1980, ISBN 3-406-07815-X, S. 628.
  4. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 243–244.
  5. Siehe z. B. in Max Vandrey, Der politische Witz im Dritten Reich, Goldmann, München 1967 (Gelbe Taschenbücher 1805), S. 151.
  6. Dieter Thomä: Puer robustus Eine Philosophie des Störenfrieds. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Berlin, ISBN 978-3-518-58690-7, S. 59.
  7. 5 news: Donald Trump: I will be the 'greatest president God ever created'. In: Youtube. 10. Februar 2016, abgerufen am 21. Januar 2020.
  8. Jakob Augstein: Fünf Gründe, Donald Trump zu danken. 9. März 2017, abgerufen am 21. Januar 2020.
  9. Trump hails himself 'greatest of all presidents' as Democrats meet to prepare impeachment charges. In: The Independent. 7. Dezember 2019, abgerufen am 21. Januar 2020.
  10. Donald Trump Declares Himself As 'greatest Of All Presidents’ Amid Impeachment. In: Republic World. 8. Dezember 2019, abgerufen am 21. Januar 2020.
  11. Männlichkeit: Wer läßt den Mann noch ran? In: Zeit Online. 27. Dezember 2019, abgerufen am 21. Januar 2020.