Grünbach am Schneeberg

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Grünbach am Schneeberg
Wappen von Grünbach am Schneeberg
Grünbach am Schneeberg (Österreich)
Grünbach am Schneeberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 7,34 km²
Koordinaten: 47° 48′ N, 15° 59′ O47.79805555555615.986944444444557Koordinaten: 47° 47′ 53″ N, 15° 59′ 13″ O
Höhe: 557 m ü. A.
Einwohner: 1.676 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 228 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2733
Vorwahl: 02637
Gemeindekennziffer: 3 18 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wr. Neustädter Straße 1
2733 Grünbach am Schneeberg
Website: www.gruenbach.com
Politik
Bürgermeister: Franz Holzgethan (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
10
9
10 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Grünbach am Schneeberg im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Grünbach am Schneeberg im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Nordwestansicht von Grünbach am Schneeberg
Nordwestansicht von Grünbach am Schneeberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Grünbach am Schneeberg ist eine Marktgemeinde mit 1676 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Grünbach am Schneeberg liegt im südlichen Industrieviertel in Niederösterreich rund 8 km östlich von Puchberg am Schneeberg. Die Gemeinde liegt zu Füßen des südlichen Endes der Hohen Wand; das Gebiet gehört zu den Nördlichen Kalkalpen.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 7,36 Quadratkilometer. 53,55 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):[1]

  • Grünbach am Schneeberg (1484)
  • Neusiedl am Walde (157)

Katastralgemeinden sind Grünbach am Schneeberg und Neusiedl am Walde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Schrattenbach, Würflach, Willendorf, Höflein an der Hohen Wand und Puchberg am Schneeberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Der Name Grünbach weist zwei parallel verlaufende Sprachentwicklungen auf, einerseits von dem Namen Grunebach im Jahr 1140, andererseits von Gumplaha, die sich bis zum Jahr 1787 in der Josephinischen Fassung zu Gruenbach und zu Gienplach in der Theresianischen Fassung entwickelten.

Einen wesentlichen Aufschwung erlebte die bis dahin abgelegene und arme Landgemeinde durch das Auffinden von Steinkohle im Jahr 1823 und den daraufhin eingerichteten Bergbau im Grünbacher Steinkohlenrevier. Die Kohleschichten liegen in Gesteinen der Gosau-Gruppe, die hier in der Zeit des Campanium vor etwa 84 bis 70 Millionen Jahren abgelagert wurden.[2]

Die Eröffnung der Schneebergbahn von Wiener Neustadt nach Puchberg am Schneeberg 1897, die auch dem Kohletransport diente, und der dazugehörenden Zahnradbahn auf den Schneeberg brachte zudem weiteren Fremdenverkehr. Dazu wurden zahlreiche Schutzhütten und Pensionen errichtet.

1927 wurde vom Projekt einer Drahtseilbahn auf die Hohe Wand (Bergstation: Große Kanzel bzw. Eicherthütte) berichtet, einer Alternative zur technisch-finanziell weit aufwendigeren Variante WillendorfHubertushaus.[3] Auf diese Art wurde tatsächlich als erste eine Doppelsesselbahn in Niederösterreich im Jahr 1965 errichtet[4], die bis 1994 in Betrieb war.[5]

Der Grünbacher Kohlebergbau musste 1965 aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassen werden. Am Gelände Neuschacht wurde von der deutschen Karl Weiss GmbH ein Industriebetrieb zur Herstellung von Kältemaschinen und Klimazentralen errichtet. In den 1970er Jahren wurde das Werk Grünbach durch die Österreichische Klima-Technik GmbH (ÖKG) übernommen, die durch erfolgreiche Ostgeschäfte der wichtigste lokale Arbeitgeber wurde. 1981 ist die ÖKG in Konkurs gelaufen, das Werk wurde wieder Tochterfirma der deutschen Weiss Klimatechnik GmbH (WKT). Nach der politischen Wende im Osten ist das Grünbacher Werk in Schwierigkeiten geraten und wurde trotz Finanzhilfe vom Land Niederösterreich 1993 stark abgebaut.[6] Umgetauft 1996 auf Climatech GmbH, dann 1999 auf Clima Tech Airconditioners GmbH, wurde die Firma 1999 nach Ternitz übersiedelt, die alten Industriegebäude wurden wieder aufgelassen.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 72,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 2,5 % evangelisch. 5,3 % sind Muslime, 0,6 % gehören orthodoxen Kirchen an und 0,1 % sind israelitisch. 18,5 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,18 %
(-7,23 %p)
48,82 %
(+7,23 %p)
2010

2015

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Bürgermeister der Marktgemeinde ist Franz Holzgethan, Amtsleiterin Sonja Schönbauer.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 10, Liste ÖVP 9, andere keine Sitze.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grünbach am Schneeberg

Museen[Bearbeiten]

  • Bergbaumuseum

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche hl. Michael
Eine spätgotische Saalkirche mit einem polygonal schließenden Chor und einem Dachreiter, der 1907 erneuert wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Grünbach und seine Kohlenbergwerke (Mitte rechts), um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 64, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 20. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 701. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 40,37 Prozent.

Grünbach liegt an der Puchberger Straße B 26, über die in westlicher Richtung Puchberg am Schneeberg und in östlicher Richtung sowohl (über eine Abzweigung) die Bezirkshauptstadt Neunkirchen als auch die Hauptstadt des Industrievertels Wiener Neustadt erreichbar sind. Mit Wiener Neustadt ist Grünbach auch über die Bahnlinie Wiener Neustadt-Puchberg am Schneeberg (Schneebergbahn) gut verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grünbach am Schneeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. R. Oberhauser, F. K. Bauer: Der Geologische Aufbau Österreichs. Springer-Verlag, Wien 1980, ISBN 3-211-81556-2, S. 549. PDF-File; abgerufen am 2. Jänner 2010.
  3. Allerlei. Österreich. Eine Drahtseilbahn auf die Hohe Wand und auf den Schneeberg. In: Badener Zeitung. 2. April 1927, S. 5 (online)
  4. Sonntag:Lift auf Hohe Wand. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 10. August 1965, S. 6.
  5. HISTORISCHE DOPPELSESSELBAHN HOHE WAND im Webmuseum abgerufen am 14. April 2015
  6. Matusch Plonner: Weiss Technik: Ein neues Konzept soll Firma retten. In: Neue NÖN. 1993., Nr. 48., November 1993, S. 19.
  7. http://www.climatech.at/Joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=4&Itemid=3