Grünenplan

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil Grünenplan; zum gemeindefreien Gebiet siehe Grünenplan (gemeindefreies Gebiet).

51.9547777777789.745178Koordinaten: 51° 57′ 17″ N, 9° 44′ 42″ O

Grünenplan
Flecken Delligsen
Höhe: 172–250 m
Einwohner: 2421 (11. Jan. 2013)
Eingemeindung: 1. April 1974
Postleitzahl: 31073
Vorwahl: 05187
Hinweisschild auf Grünenplan

Grünenplan ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und nordwestlicher Ortsteil des Fleckens Delligsen im Landkreis Holzminden, Niedersachsen. Der Ortsteil liegt in einem Talkessel des Mittelgebirgszuges Hils in waldreicher Umgebung und wird aufgrund seiner handwerklichen Geschichte auch als „Glasmacherort“ bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Der braunschweigische Herzog Karl I. ließ im Zuge der von ihm verfolgten merkantilistischen Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik 1744 die fürstliche Spiegelglashütte „Zum Grünen Plan“ errichten, benannt nach einer örtlichen Waldwiese gleichen Namens. Nahezu zeitgleich entstanden eine Glashütte für Hohl- und Tafelglas in Schorborn am Solling und mit der Glasmanufaktur Holzen eine Glashütte für Flaschen in Holzen am Ith. Vorläufer dieser Glashütten waren Waldglashütten im Hils, wie die Waldglashütte unter dem Hilsborn und die Waldglashütte am Glasebach.

Der Forst- und Oberjägermeister Johann Georg von Langen ließ 1749 mit dem „Neuen Anbau am Grünen Plan“ die erste planmäßig angelegte Arbeitersiedlung aufbauen. Unter seiner Leitung wurde 1752/1753 auch die Kunst des Spiegelgusses in Grünenplan durchgeführt.

Durch die 1774 bis 1776 aufgebaute konkurrierende Spiegelglashütte Amelith bei Bodenfelde auf hannöverscher Seite geriet Grünenplan in eine wirtschaftliche Krise, die fast zum Stillstand des Betriebes führte.

Aus der 1744 gegründeten Spiegelglashütte „Zum Grünen Plan“ entstand das Werk Grünenplan der Deutschen Spiegelglas AG, die später zur Schott AG wurde. Es handelt sich um das älteste Werk der glaserzeugenden Industrie in Niedersachsen. Die Deutsche Spiegelglas AG beschäftigte 1965 im Werk in Grünenplan über 1.500 Mitarbeiter, während die Gemeinde 3.200 Einwohner verzeichnete.

Erich-Mäder-Glasmuseum

Bedeutend war auch der Handel mit Kanarienvögeln in Grünenplan. 1860 schuf Ludwig Ruhe (1828-1888) in der Gemeinde das Standbein für seine Tierhandlung. 1866 bis 1869 gründete das Unternehmen bereits Niederlassungen in Lima, New York (Manhattan) und London[1]. 1882 erfolgte der Umzug nach Alfeld in die Kalandstraße. Später fortgeführt von Hermann Ruhe und Hermann Ruhe jr. ging die Firma 1993 in Konkurs.

Grünenplan wurde am 1. April 1974 im Zuge einer Gebietsreform mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Delligsen, Hohenbüchen und Kaierde ein Ortsteil des Fleckens Delligsen.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Grünenplan sind mit dem Erich-Mäder-Glasmuseum und dem Glasmacherhaus zwei Glasmuseen zu besichtigen.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Ortsratswahl 2011
Wahlbeteiligung: 57,85 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,84 %
12,83 %
12,31 %
3,01 %

Dem Ortsrat Grünenplan gehören 11 Ortsratsmitglieder und drei Ratsmitglieder aus der Ortschaft Grünenplan (mit beratender Stimme) an. Seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 setzt sich dieser folgendermaßen zusammen:

  • SPD 8 Sitze
  • UWG 2 Sitze
  • CDU 1 Sitz (fraktionslos)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Michael Langer (SPD).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tierhandlung Ruhe
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 212.

Literatur[Bearbeiten]

  • 250 Jahre Grünenplan. Beiträge zur Ortsgeschichte. Grünenplan 1994