Grünes Kreuz (Landwirtschaft)

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Grünes Kreuz in einer Obstplantage am Bodensee

Die Aktion Grüne Kreuze ist eine durch den Nebenerwerbslandwirt, Agraringenieur und Autor Willi Kremer-Schillings ins Leben gerufene Graswurzelbewegung[1]. Die Protestbewegung erreichte ihre starke mediale Bekanntheit als Reaktion auf die in Bayern und Baden-Württemberg gestarteten Volksbegehren Rettet die Bienen[2][3]. Unterstützt durch einige Bauernverbände stellen seit Herbst 2019 Landwirte in ganz Deutschland grüne Holzkreuze als Mahnmal für einen fairen Dialog zwischen den Initiatoren der Volksbegehren und der Landwirtschaft ein.

Gegenstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirte und deren Landes- und Bundesverbände rufen ihre Landwirtskollegen dazu auf, grün-gestrichene Holzkreuze an Weg- und Straßenrändern aufzustellen und die eigenen landwirtschaftlichen Flächen als Werbefläche für ihre eigenen Interessen und in stillem Protest zu nutzen.

Hauptkritikpunkte zu Volksbegehren Rettet die Bienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauernverbände und Landwirte kritisieren in ihren Stellungnahmen zu den Volksbegehren die extrem einseitige Gestaltung der Gesetzesanträge zu Lasten der Landwirte. Aus ihrer Sicht erwirken die Volksbegehren:

  • eine deutliche Zunahme der Bürokratie durch eine zusätzliche Antragsflut
  • eine kalte Enteignung durch die nachträgliche Veränderung des rechtlichen Status von Landschaftsschutzgebieten. In der ursprünglichen Einstufung der jeweiligen Landschaftsschutzgebiete wurde den Landwirten ein Fortbestand der Nutzung dieser Flächen mit Pflanzkulturen zugesagt. Nach Einführung, der im Gesetzesentwurf vorgeschlagenen Umwidmung, wäre es dem Landwirt weiter nicht mehr möglich, dort Pflanzkulturen zu pflegen.
  • Absatzschwierigkeiten für Landwirtschaftsprodukte, da eine Quotenvorgabe für biologisch hergestellte Lebensmittel nicht das Käuferverhalten verändert.
  • dass der Landwirt und deren Verbände durch das Werben für die Volksbegehren einseitig an den Pranger gestellt wird, ohne den Zusammenhang von Landwirtschaft, Gesellschaft, Konsumenten und Politik fair darzustellen.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Reaktion auf die massenhafte Aufstellung des stillen Protestes distanzieren sich seit Herbst 2019 zahlreiche Verbände, Unternehmen und Parteien nun von den Volksbegehren und mahnen zu einem Dialog zwischen den Interessensgruppen mit dem Ziel eine gemeinschaftliche Lösung zur Bekämpfung des Artensterbens zu finden und damit einem breiten öffentlichen Konsens dazu zu schaffen.[4][5][6][7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.bauerwilli.com/wir-sind/ Blogg:Bauer Willi
  2. https://im.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-im/intern/dateien/pdf/20190816_Volksbegehren_Artenschutz_-_Gesetzentwurf_mit_Begründung.pdf Gesetzentwurf Volksbegehren Artenschutz
  3. https://www.tagesschau.de/inland/landwirtschaft-109.html Tagesschau vom 1. Oktober 2019
  4. https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-cdu-lehnt-volksbegehren-rettet-die-bienen-ab-_arid,11119259.html Schwäbische Zeitung 27. September 2019 Landes-CDU distanziert sich von Rettet die Bienen
  5. https://www.badische-zeitung.de/volksbegehren-fuer-artenschutz-kretschmanns-weg-zum-kompromiss--178116544.html Badische Zeitung 8. Oktober 2019 Kretschmann distanziert sich…
  6. https://www.fdp-bayern.de/news/volksbegehren-artenvielfalt-naturschoenheit-in-bayern/ Bayern-FDP stellt sich zu Volksbegehren
  7. https://www.lbv-bw.de/RettetDieBienen/189004.html?UID=05BDF0DEF0F6B788AE9725C6EB84D3966FB8303A326C5D Landesbauernverband zur Volksbegehren
  8. https://badische-imker.de/verband/stellungnahme-rettet-die-bienen/ Badischer Imkerverband zieht Unterstützung zu Volksbegehren zurück