Grüsch

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Grüsch
Wappen von Grüsch
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden GR
Region: Prättigau-Davosw
BFS-Nr.: 3961i1f3f4
Postleitzahl: 7214
Koordinaten: 768230 / 205585Koordinaten: 46° 58′ 48″ N, 9° 39′ 0″ O; CH1903: 768230 / 205585
Höhe: 629 m ü. M.
Fläche: 43,30 km²
Einwohner: 1975 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 46 Einw. pro km²
Website: www.gruesch.ch
Grüsch, Blick nach Süden

Grüsch, Blick nach Süden

Karte
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Grüsch (im höchstalemannischen Ortsdialekt [grʏʃ],[2] rätoromanisch  Crusch?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Prättigau-Davos im schweizerischen Kanton Graubünden. Die Gemeinde besteht seit 1. Januar 2011 aus den Dörfern Grüsch, Fanas und Valzeina.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold ein durchgehendes blaues Kreuz.

Das Wappen ist redend in Bezug auf die Herkunft des Ortsnamens, nämlich crusch ‚Kreuz‘;[2] traditionsgemäss soll es sich dabei um ein altes Wegkreuz am Taschinisbach gehandelt haben. Die Farben des Wappens sind diejenigen des Zehngerichtenbundes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1875 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Cavadura mit Grüsch. Gemäss den Beschlüssen der Gemeindeversammlungen der drei Gemeinden Grüsch, Fanas und Valzeina vom 18. Juni 2010 fusionierten die drei Gemeinden per 1. Januar 2011 zur neuen Gemeinde Grüsch.

Grüsch von Südosten mit Ruine Solavers, um 1860

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf Grüsch liegt im Vorderprättigau auf dem Schwemmkegel, den der Taschinasbach, ein rechter Nebenfluss der Landquart, bei seinem Austritt in die rund 1 km breite Sohle des Haupttals ablagerte. Zur Gemeinde gehören auch die Maiensässe und Einzelhöfe Überlandquart, Patluong, Valzalum, Vagga, Cavadura und Pendla, sämtlich auf der linken Seite der Landquart. Vom gesamten Gemeindeareal von 1001 ha sind über die Hälfte, nämlich 514 ha, von Wald und Gehölz bedeckt. Immerhin 395 ha können landwirtschaftlich genutzt werden. 62 ha sind Siedlungsfläche und die restlichen 30 ha sind unproduktive Fläche (meist Gebirge). Der höchste Punkt des Territoriums liegt am Horn ob Pendla auf rund 1'600 m

Grüsch grenzt an Landquart, Furna, Schiers, Trimmis, Seewis im Prättigau und Zizers.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1880 1888 1910 1920 1941 1970 1980 2000 2004 2009 2011
Einwohner 614 577 681 633 712 737 709 779 1210 1251 1300 1927

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden des Kantons Graubünden kam es in Grüsch im 19. Jahrhundert zu keiner Abwanderung. Mit Ausnahme der Jahre 1880 und 1888 schwankte die Zahl der Bewohner zwischen 1850 und 1910 nur unwesentlich. In den 1910er Jahren kam es zu einem starken Wachstumsschub. Seit 1970 wächst die Bevölkerung jedoch rasch (1970–2004: +76 %). Gründe für das starke Wachstum zwischen 1980 und 2000 sind die Ansiedlung von Industriebetrieben, die Nähe zu den Arbeitsplätzen im Bündner Rheintal und der Ausbau des Tourismus. 2011 fusionierten die altrechtlichen Gemeinden Grüsch, Fanas und Valzeina zur neuen Gemeinde Grüsch.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im frühen Mittelalter sprach die Bevölkerung der Gemeinde noch Bündnerromanisch. Im 16. Jahrhundert war die Germanisierung bereits abgeschlossen, wobei die Einwohner weitgehend den Walser­dialekt des oberen Prättigaus übernahmen. Amtssprache ist Deutsch.

Sprachen in Grüsch
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 758 97,30 % 925 90,95 % 1'142 94,38 %
Rätoromanisch 9 1,16 % 15 1,47 % 8 0,66 %
Einwohner 779 100 % 1'017 100 % 1'210 100 %

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grüsch führte 1561 die Reformation ein. Heute (Stand 2000) sind 75 % der Einwohner evangelisch-reformierte, 14 % römisch-katholische und 2 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 5 % Konfessionslose und 2 % Muslime. Weitere 2 % der Einwohnerschaft machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Ende 2009 1300 Bewohnern waren 1199 Schweizer Bürger (92,2 %). Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 waren 1'112 Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (überwiegend Serben und Montenegriner; wenige Albaner), Deutschland und Bosnien-Herzegowina.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legislative ist die Gemeindeversammlung, Exekutive der siebenköpfige Gemeinderat. Gemeindepräsident ist Georg Niggli (Stand 2012).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 600 Mitarbeitern grösster Arbeitgeber im Ort und im ganzen Prättigau sind die seit 1980 in Grüsch ansässigen Werke der Trumpf-Gruppe. Darum herum bieten das Gründerzentrum Innozet, ein Tochterunternehmen der Firma Wittenstein sowie die Firma Gritec weitere Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter. Die 1854 gegründete Handelsmühle Lietha war die grösste Getreidemühle Graubündens (Betrieb eingestellt im Jahr 2011).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grüsch liegt an der Linie LandquartKlosters der Rhätischen Bahn. Postautoverbindungen führen vom Bahnhof Grüsch nach Seewis, Valzeina, Fanas und Landquart.

Seit 1984 wird das Dorf von der Prättigauer Strasse umfahren. Aufgrund der kurzen Fahrzeiten zu den Arbeitsplätzen im Bündner Rheintal und Chur ist Grüsch ein attraktiver Wohnort für Pendler.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende der 1960er-Jahre spielte der Tourismus in Grüsch praktisch keine Rolle. 1969 wurden die Bergbahnen Grüsch-Danusa AG gegründet, um den schneesicheren schattseitigen Hang links der Landquart als Wintersportgebiet zu erschliessen. Heute betreibt das Unternehmen zwei Gondelbahnen (Bergstation Schwänzelegg auf Gemeindegebiet Furna, 1777 m), drei Skilifte, eine 4er-Sesselbahn, ein Berghaus und eine Ski- und Snowboardschule. Ausserdem gibt es eine Eishalle, Loipen und Winterwanderwege. An Unterkünften stehen ein traditionelles und ein modernes Hotel zur Verfügung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im kompakten Dorfkern dominieren die vier im 16. und 17. Jahrhundert von den Familien von Salis und von Ott erbauten Herrenhäuser.
  • Oberhalb des Dorfes liegt die Ruine der Burg Solavers (zu Seewis gehörig).
  • Das von der gleichnamigen Stiftung als Kulturzentrum eingerichtete Haus zum Rosengarten beherbergt unter anderem das Prättigauer Heimatmuseum und eine Bibliothek.
  • Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Clavuot: Grüsch im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937. DNB 811066703.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grüsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 416.