Grab der Bnei Hesir

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Die Grabanlage Bnei Hesir heute
Die Grabanlage im Jahre 1854

Das Grab der Bnei Hesir (hebräisch קבר בני חזיר), der Söhne/Nachkommen von Hesir, auch fälschlicherweise Grab des heiligen Jakobus genannt, ist das älteste der vier[1] bekannten Felsengräber im Kidrontal in Jerusalem. Es stammt aus der Zeit des Herodianischen Tempels.

Das Grabmal enthält mehrere Grabkammern. Es wurde ursprünglich über eine in den Fels gehauene Treppe von Norden erreicht. In späterer Zeit wurde ein weiterer Zugang über einen Tunnel vom Grab des Zacharias geschaffen. Dies ist der heutige Zugang zu den Grabkammern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grabmal stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und ist damit das älteste der vier Felsengräber im Kidrontal. Es ist im hellenistischen Stil erbaut. Auf den Säulenkapitellen und Friesen sind dorische und ionische Motive zu erkennen. Der Architrav trägt eine hebräische Inschrift, die das Grabmal als das der Priesterfamilie mit dem Namen Bnei Hesir ausweist. Die Inschrift lautet:

„זה הקבר והנפש שלאלעזר חניה יועזר יהודה שמעון יוחנן בני יוסף בן עובד יוסף ואלעזר בני חניה כהנים מבני חזיר“

„Dies ist das Grab und das Nefesch-Begräbnisdenkmal von Eliezer Hania Joazar Jehuda Shimon Jochanan Bnei-Josef Ben-Oved Josef und Elazar Bnei-Hania, Priester der Familie Hesir“

Die Bnei Hesir-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inschrift des Grabes zeigt, dass die Grabanlage von mehreren Generationen der Priesterfamilie Hesir benutzt wurde. Die Familie muss sehr wohlhabend gewesen sein, da sie sich eine Grabanlage im Kidrontal leisten konnte.

In der hebräischen Bibel gibt es zwei Stellen, an denen Männer mit dem Namen Hesir erwähnt werden. Einer war der Begründer der 17. Priesterkaste (1 Chr 24,15 EU), der andere war einer der Führer, die mit Nehemia (Neh 10,21 EU) einen Bund schlossen. Es ist nicht bekannt, ob es eine Beziehung zwischen diesen und der Familie der Grabanlage gibt.

Nefesch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inschrift enthält den Begriff Nefesch (hebräisch נפש, wörtlich: „Seele“). Der Begriff wird auch für eine prächtige Struktur verwendet, die auf oder neben dem Grab gebaut ist. Eine Theorie besagt, dass damit das Grab des Zacharias unmittelbar neben dem Grab der Bnei Hesir gemeint sein könne.[2][3] Eine andere Theorie besagt, dass es eine zusätzliche Fassade oberhalb der Säulen gab. Diese könnte die Form der Nabatäer-Grabmale gehabt haben, wie sie in Petra zu finden sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rachel Hachlili: Jewish funerary customs, practices and rites in the Second Temple period (= Supplements to The journal for the study of Judaism. Band 94). Brill, Leiden 2005, ISBN 978-90-041-2373-1.
  • Amos Kloner, Boaz Zissu: The Necropolis of Jerusalem in the Second Temple Period (= Interdisciplinary studies in ancient culture and religion. Band 8). Peeters, Leuven 2007, ISBN 978-90-429-1792-7.
  • Dan Barag: The 2000-2001 exploration of the tombs of Benei Hezir and Zechariah. In: Israel Exploration Journal. Band 53, Nummer 1, 2003, S. 78–110.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die drei anderen Gräber sind das Grab des Zacharias, das Grab des Absalom und das Grab des Josafat.
  2. Rachel Hachlili: Jewish funerary customs, practices and rites in the Second Temple period. Brill, Leiden 2005, ISBN 978-90-041-2373-1, S. 30.
  3. Samuel Rocca: Herod's Judaea. A Mediterranean state in the classical world (= Texte und Studien zum Antiken Judentum. Band 122). Wipf & Stock, Eugene (OR) 2008, ISBN 978-1-498-22454-3, S. 365.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grab der Bnei Hesir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° 46′ 35,2″ N, 35° 14′ 20,9″ O