Grafenau (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grafenau
Grafenau (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grafenau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 13,05 km2
Einwohner: 6735 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 516 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71120
Vorwahl: 07033
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 054
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofstetten 12
71120 Grafenau
Webpräsenz: www.grafenau-wuertt.de
Bürgermeister: Martin Thüringer
Lage der Gemeinde Grafenau im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
Über dieses Bild

Grafenau ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen nahe den Städten Sindelfingen, Weil der Stadt und Calw.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flüsse Schwippe und Würm und der Altbach durchfließen Grafenau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Grafenau besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Dätzingen und Döffingen. Zur ehemaligen Gemeinde Dätzingen gehört das Dorf Dätzingen. Zur ehemaligen Gemeinde Döffingen gehören das Dorf Döffingen und die Orte Burschelberg, Kapellenberg und Wenninger Höfe sowie die abgegangenen Ortschaften Hofstätten, Mietersheim, Welbingen, Stegmühle (vermutlich in Burschelberg aufgegangen).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Döffingen als auch Dätzingen wurden erstmals 1075 urkundlich erwähnt. Seit dem 1. September 1972 bilden Döffingen und Dätzingen die Gemeinde Grafenau.[3]

Dätzingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Ursprünglich gehörte der Ort den Grafen von Fürstenberg. Im 13. Jahrhundert geriet der gesamte Ort in den Besitz des Johanniter-/Malteserordens. Dätzingen bildete ab 1263 eine eigene Kommende und gehörte zum Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Reformation fand hier nicht statt. 1806 kam Dätzingen an das Königreich Württemberg.[4]

1850 hatte Dätzingen 5 evangelische und 640 katholische Einwohner, die in 86 Haupt- und 43 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[5]

Döffingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Döffingen unterstand den Pfalzgrafen von Tübingen. Es fiel aber bereits im 14. Jahrhundert an Württemberg. Im Jahre 1388 fand hier die große Schlacht bei Döffingen (siehe auch Ulrichstein) statt, welche den entscheidenden Sieg der Landesfürsten unter Eberhard II. von Württemberg gegen die Freien Reichsstädte brachte und zum Landfrieden von Eger führte.[6] Nahezu ganz Döffingen wurde am 8. September 1634 von einem großen Feuer zerstört – jedoch schnell wieder aufgebaut.
siehe auch Burgruine Döffingen

1850 hatte Döffingen 1194 evangelische und 13 katholische Einwohner, die in 147 Haupt- und 124 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[5]

Grafenau Döffingen durch die Streuobstwiesen am Schwippetal

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[7] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1531
1. Dezember 1880 ¹ 1586
1. Dezember 1890 ¹ 1482
1. Dezember 1900 ¹ 1325
1. Dezember 1910 ¹ 1304
16. Juni 1925 ¹ 1356
16. Juni 1933 ¹ 1376
17. Mai 1939 ¹ 1479
13. September 1950 ¹ 2191
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 3289
27. Mai 1970 ¹ 4482
31. Dezember 1980 5100
27. Mai 1987 ¹ 5139
31. Dezember 1990 5564
31. Dezember 1995 5917
31. Dezember 2000 6565
31. Dezember 2005 6577
31. Dezember 2010 6516
31. Dezember 2015 6735

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während das Malteserordensgebiet Dätzingen katholisch blieb, wurde in Württemberg und damit auch in Döffingen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt (Siehe evangelische Kirchengemeinde Döffingen). Heutzutage gibt es auch eine neuapostolische Gemeinde im Ort.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grafenau wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Grafenau hat nach der letzten Wahl 16 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[8] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
33,83 %
32,66 %
19,83 %
13,67 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,56 %p
-3,44 %p
+0,43 %p
+2,43 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,83 6 33,27 6
FW Freie Wähler Grafenau 32,66 5 36,10 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,83 3 19,40 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,67 2 11,24 2
gesamt 100,0 16 100,0 17
Wahlbeteiligung 53,86 % 57,10 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Martin Thüringer konnte im Dezember 2012 seine dritte Amtszeit antreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot unter zwei schräg gekreuzt einen goldenen Heuliechern ein silbernes Johanniterkreuz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafenau ist gut erreichbar über die Bundesautobahnen 8 und die 81. Die A 81 ist etwa 7 km von Grafenau entfernt.

Es besteht ein Busanschluss der Linien 763 (Böblingen-Calw) und 766 (Böblingen-Weil der Stadt) von Regiobus Stuttgart sowie mit der Linie 749 (Ostelsheim-Grafenau-Sindelfingen) eines privaten Busunternehmens. Den Bahnhof Böblingen erreicht man mit den Bussen in etwa 15 Minuten.

Bahnanschluss besteht über die Linie S1 der S-Bahn Stuttgart Haltestelle Hulb in Richtung Stuttgart bzw. Herrenberg oder über Weil der Stadt. Nächstgelegener Flughafen ist der Flughafen Stuttgart.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Dätzingen

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrichstein, 1888 in Erinnerung an den 500 Jahre zuvor dort gefallenen Kronprinzen Ulrich von Württemberg errichtet.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In Grafenau gibt es viele Vereine, darunter aus dem Bereich der Musik die Chorvereinigung (bestehend aus dem ehemaligen Liederkranz und den Klangfarben), den Musikverein, das Grafenauer Kammerorchester und das Kinder-Kammerorchester sowie die beiden HCs aus Döffingen und Dätzingen. Aus dem Bereich Sport den TSV, den Tennisclub. Einer der jüngsten Vereine ist die 1. Narrenzunft.

Über die Grenzen von Grafenau hinaus bekannt ist der 1975 gegründete Kulturkreis Grafenau, der in den Sparten Musik, Theater/Ausstellung und Heimatmuseum Konzert- und Veranstaltungsreihen rund um das Dätzinger Schloss organisiert.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Grafenau aus zwei Ortsteilen besteht, die früher selbständige Gemeinden waren, gibt es noch zwei eigenständige Schulen. So gibt es in Dätzingen eine Grundschule mit angeschlossener Kernzeitbetreuung, in Döffingen seit dem Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule (vormals Grund- und Werkrealschule), ebenfalls mit Kernzeitbetreuung.

Die Volkshochschule Böblingen/Sindelfingen betreibt in Grafenau eine Außenstelle.

Seit 2007 ist die Musikschule "Geigenschule Ziegler" in Grafenau beheimatet, welche 2014 ihr 10-jähriges Bestehen öffentlich feierte.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 81–83
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 447.
  4. Dätzingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850
  5. a b Beschreibung des Oberamts Böblingen – Tabelle I.
  6. Döffingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850
  7. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2014
  8. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  9. Neue Klänge sollen die Musiklandschaft von Grafenau erweitern, Böblinger Kreiszeitung vom 14. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grafenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien